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 Projekte der Stiftung

▶ Tag der sozialen Bewegungen

Mit diesem jährlichen Aktionstag bieten wir emanzipatorischen Gruppen die Räume und die Möglichkeit, sich und ihre Projekte vorzustellen, Berührungspunkte zu finden, ihrer politischen Arbeit Nachdruck zu verleihen, zu diskutieren und nicht zuletzt gemeinsam zu feiern.

▶ Der Verfassungsentwurf des Runden Tisches in der DDR

Chance – Scheitern – Aktualität - Dokumentation der Tagung am 17. & 18. Oktober 2014

▶ Menschen? Rechte? Unverzichtbar.

Erprobung eines Konzeptes zur Menschenrechtsbildung mit straffälligen Jugendlichen

Menschenrechtsbildung zur Prävention

Prävention von Menschenrechtsverletzungen bleibt ein Ziel der Menschenrechtsbildung. Erfahrungsgemäß sind Körperverletzungen neben Eigentumsdelikten die am häufigsten vorkommenden Jugenddelikte. Bei der Verhütung von menschenrechtsverletzenden Straftaten (Körperverletzungen) kann daher auf Menschenrechtsbildung mit jugendlichen „Tätern“ nicht verzichtet werden. Am 1. Februar 2012 hat die Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte mit freundlicher Unterstützung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und der „Aktion Mensch“ mit der Realisierung eines Projektes zur Menschenrechtsbildung mit straffälligen Jugendlichen beginnen können.

Straffällige Jugendliche als besonders vulnerable Gruppe

Dem Projekt lag die Überlegung zu Grunde, dass straffällige Jugendliche Subjekte der Menschenrechte und der Menschenwürde bleiben. Das Leben in staatlichen Anstalten bzw. staatlich autorisierten Heimen macht sie zu einer für Menschenrechtsverletzungen besonders vulnerablen Gruppe. Sie wurden über die ihnen zustehenden Menschen- und Kinderrechte und über die Möglichkeiten der Durchsetzung von diesen Rechten informiert werden. Sie wurden u.a. in die Lage versetzt werden, nachzuprüfen, inwieweit die eigene Einrichtung ihren Verpflichtungen aus der Kinderrechtskonvention, dem Grundgesetz, der Berliner Verfassung usw. nachkommt.

Opfer und Täter zugleich

Im Mittelpunkt wurde das Recht auf gewaltfreie Erziehung und das Recht auf körperliche Unversehrtheit stehen. Viele Jugendliche waren Opfer von häuslicher Gewalt bevor sie selbst gewalttätig wurden. Im Projekt wurden auch Bezüge zur NS-Geschichte (Kinder-KZ Litzmannstadt) und DDR-Vergangenheit (Jugendhilfeeinrichtung Alt-Stralau) hergestellt, um die Jugendlichen für das Thema Misshandlungen und Arbeitsausbeutung aus der Perspektive der damaligen Opfer zu sensibilisieren. Die jungen Projektteilnehmer waren so einerseits als (potentielle) Opfer von Menschenrechtsverletzungen und andererseits als „Täter“ angesprochen.

Programmerprobung

Projektziel war die Erarbeitung eines Programms zur Menschenrechtsbildung für straffällige Jugendliche. Dazu wurden im Rahmen des Projekts Bildungsmaterialien für die Arbeit mit der Zielgruppe erarbeitet und in einer Workshopreihe mit ergänzenden Maßnahmen in zwei Einrichtungen der Jugendhilfe erprobt.

Ergebnisse

Die konkreten Ergebnisse bildeten die Grundlage für eine weitergehende Überarbeitung von Konzeption und pädagogischem Material im Hinblick auf Erreichung der Lernziele und Optimierung der Programm-Durchführung. Die Projektergebnisse werden einerseits in der Bildungsarbeit der Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte weiter genutzt und andererseits anderen interessierten Bildungsträgern zur Verfügung gestellt.. Dazu wurde eine pädagogische Handreichung erstellt und alle Materialien parallel auf einer DVD und zum Download auf der entstehenden Projekt-Website aneboten.

Projektkoordinaten und Ansprechpartner

Ein Projekt der Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
Laufzeit: 1. Februar 2012 bis 31. Januar 2013
Projektverantwortliche: Agnieszka Morawska (Wissenschaftliche Mitarbeiterin)
Kontakt: per Telefon 030.20165520 oder Email: kontakt[ätt]hausderdemokratie.de

▶ Der kurze Herbst der Utopie

Ausstellung, 1999 und seit 2007 jährlich

▶ Mein Zuhause ist hier!

Ein Projekt mir Kindern und Jugendlichen aus einem Stadtteil in Neukölln, 2010

Präsentation war im Jugendstadtteilladen Hobrechtstr.83 am 21. Dezember 2010 um 17:00

Heimat?

Zuhause sein bedeutet vieles, für jede/n etwas ganz Individuelles. Man kann vielleicht allgemein sagen, dass es etwas damit zu tun hat, sich zugehörig zu fühlen. Das kann man dann, wenn dieses Zugehörigkeitsgefühl auf ein Gefühl des `Willkommen seins` stößt. Diese Thematik war Inhalt der am 21. Dezember 2010 präsentierten Ausstellung. Fotos und Audioaufnahmen zum Thema "Mein Zuhause/ Meine Heimat", die von Kindern und Jugendlichen aus Neukölln erstellt wurden, wurden an diesem Tag vorgestellt. Durch die Kombination von Bild und Ton entstand der Eindruck, als befände man sich tatsächlich mit den Kindern auf einer Reise durch ihr Zuhause.

Zuhause Bild 1
Zuhause Bild 2
Zuhause Bild 3

Um die Besuchern der Ausstellung zum Nachdenken über die eigene Situation anzuregen, wurden diese aufgefordert, eigene Vorstellungen über das Thema „Mein Zuhause“ zu notieren und in die Ausstellung einzubringen.

Die Rekonstruktion und Neudefinition des Begriffes Heimat war dabei Hauptziel des Projektes. Der im öffentlichen Diskurs meist einseitig belegte Begriff sollte losgelöst von nationalstaatlichen Zusammenhängen betrachtet werden. Ganz frei nach dem Motto: Home is where your heart is!

Ein Projekt der Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte in Kooperation mit dem Jugendstadtteilladen Hobrechtstr. 83, 12043 Berlin-Neukölln, mit freundlicher Unterstützung vom Quartiersmanagement Donaustraße Nord.

Projektverantwortlich: Silke Buchner (Email: orga[at]hausderdemokratie.de)

▶ »Bleibe im Land und wehre dich täglich«

Die Erfahrung von 1989/90 als politische Ressource - Gesprächsreihe, 2010

Gesprächsreihe in der Kunstfabrik am Flutgraben Juni – August 2010

Ein Projekt von Elske Rosenfeld in Kooperation mit der Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte, mit freundlicher Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin

Konzept:

Die Veranstaltungsreihe verstand sich als eine Fortsetzung, aber auch eine erste Rückschau auf die Gedenkprozesse zum 20-jährigen Jahrestag der friedlichen Wende von 1989/90. Teilnehmerinnen waren eingeladen, sich in einer Reihe von Gesprächen und Präsentationen dem historischen Zeitraum 1989/90 noch einmal anzunähern, um der Frage nachzugehen, welche Formen der Bezugnahme aus dem Heute auf diese Zeit als einschneidender politischer Erfahrung möglich sind – und was sie uns über die Möglichkeiten politischen Handelns heute zu sagen haben könnte.

Die Erfahrung von 1989/90 war für ihre Protagonisten – in der DDR und anderen osteuropäischen Ländern – eine tiefe biografische Zäsur, die eine weit reichende Neuordnung der politischen, aber auch persönlichen Lebensumstände und Vorstellungswelten einleitete. Dieser Zeitraum war aber nicht nur als ein solcher Moment des Übergangs wichtig, sondern stellte auch an sich eine profunde politische Erfahrung dar: einen kurzen, aber intensiven Zeitraum, in dem es möglich und nötig war, sich über alle Aspekte des Zusammenlebens gemeinsam neu zu verständigen. Dieses Erleben eines Moments der umfassenden politischen Teilhabe lebt in vielen Protagonisten als einmalige politische Erfahrung fort.

Gleichzeitig läuteten diese Ereignisse aber auch über die Grenzen ihrer unmittelbaren Schauplätze in den ehemaligen sozialistischen Ländern hinaus eine fundamentale Verschiebung politischer Horizonte ein: jene umfassenden Konzepte gesellschaftlicher Veränderung, die das politische Handeln auch in westlichen Gesellschaften maßgeblich (als Ideal/ Utopie oder als Feindbild) geprägt hatten, galten nun nicht mehr.

Mit dieser Entwertung ideologischer Konzepte und utopischer Entwürfe ging in den letzten Jahrzehnten auch eine gewisse Desillusionierung und ein zunehmendes politisches Desinteresse einher, das gerade angesichts der aktuellen globalen Probleme von vielen Seiten beklagt worden ist.

Die Veranstaltungsreihe hat dazu eingeladen, der Frage nachzugehen, ob und wie die Erfahrung von 1989/90 als Moment aktiver politischer Teilhabe als Model oder Ressource zum Nachdenken über politische, nicht-ideologische Handlungsformen genutzt werden kann. Es wirft dabei zum einen den Blick zurück auf Materialien aus der Zeit 1989/90, aber schlägt auch vor, die aktuellen Formen der Bezugnahme – in Gedenkveranstaltungen, in den Medien, in Kunst und Film – auf diesen historischen Moment zu betrachten und zu diskutieren, inwiefern diese Formen des Umgangs mit Geschichte auch Arten des politischen Denkens und Handelns sind.

Die Veranstaltungen haben in den historischen Gebäuden der Kunstfabrik am Flutgraben – einem ehemaligen Betrieb auf dem Grenzstreifen – stattgefunden. Der Veranstaltungsort war als Ort der Überschneidung zwischen historischem Schauplatz und aktuellem Kunstraum ein Bestandteil des Veranstaltungskonzeptes, zum einen als Material, aber auch deshalb, weil der besondere Ansatz des Projekts in der Verwendung künstlerischen Materials im Zusammenhang mit politischen und historischen Veranstaltungen liegt. Es ging darum, einen Austausch zwischen den unterschiedlichen Interessentengruppen, die sich in Berlin mit dem Thema der DDR-Geschichte beschäftigen – auf politische, historische oder künstlerische Weise – zu initiieren, zwischen denen oft wenig Austausch besteht.

Das Veranstaltungsprogramm sollte zu einer Auseinandersetzung mit der historischen Erfahrung von 1989/90 einladen, die konkrete politische Praktiken und Inhalte dieser Zeit fokussiert, und diese auf ihre aktuelle Relevanz hin befragt. Es schlägt so vor, dem gegenwärtig häufig beklagten politischen Desinteresse diese gelebte Erfahrung der politischen Teilhabe entgegen zu setzen. Gleichzeitig war es ein Anliegen des Projektes, politisch aktive, historisch interessierte und künstlerische Kreise mit einem Interesse an dieser Thematik zusammenzuführen und einen Austausch über disziplinäre Grenzen hinweg anzuregen.

Zusammenfassung der Veranstaltungen:

11. Juni, 17 – 19 Uhr:
„Phantasmagorias of History – 1989 und andere Gespenster der Geschichte“
Gespräch im Flutgraben e.V. mit Svetlana Boym. Moderation: Elske Rosenfeld

Die Veranstaltung diente zu Einführung und Kontextualisierung der Themen der Veranstaltungsreihe. Die Literaturwissenschaftlerin und Künstlerin Svetlana Boym sprach zu ihrer theoretischen und künstlerischen Auseinandersetzung mit historischen Umbruchsituationen in Osteuropa und zu der Frage, wie man sich jenen Potentialen bestimmter historischer Situationen, die nur teilweise oder nicht verwirklicht werden konnten, aus dem Heute annähern kann. Nach dem Vortrag von Boym fand ein Gespräch zwischen Boym und Elske Rosenfeld unter Einbeziehung des Publikums statt, bei dem Themen wie die Gefahr und das Potential der Nostalgie als Zugang zu Geschichte, und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Umbruchssituationen in Osteuropa besprochen wurden.

10. Juli, 17 – 19 Uhr
„Kunst und 89“
Gespräch, Flutgraben e.V., mit Tina Bara, Claus Löser und Angelika Richter. Moderation: Elske Rosenfeld

Die Veranstaltung konzentrierte sich auf zwei Fragenkomplexe: das Verhältnis alternativer Kunstszenen in der DDR zur Politik und die Schwierigkeiten mit der Bewertung dieser mit dem heutigen, westlich geprägten, kunsthistorischen und theoretischem Vokabular. Dabei trat vor allem die Problematik zu Tage, dass Künstler in der DDR zunehmend politik- und gesellschaftsfern zu arbeiten versuchten, um sich dem staatlichen Anspruch nach einer gesellschaftlichen Rolle zu entziehen, heute aber vor allem in ihrer politischen Funktion und Verwobenheit in staatstragende oder aber widerständige Positionen gesehen und historisiert werden. Hierbei wurden auch die derzeitigen Debatten über eine solche Unterscheidung zwischen Staatskunst und nonkonformer Kunst skizziert und die damit verbundenen Schwierigkeit diskutiert. Zudem sprachen die KünstlerInnen und KunsthistorikerInnen über ihre eigene Involviertheit in diese historischen Prozesse, sei es als Teilnehmer oder Beobachter.

31. Juli, 17 – 19 Uhr
„1989 als Werkstatt des Politischen“
Gespräch im Flutgraben e.V. mit Sophia Bickhardt, Bernd Gehrke und Annett Gröschner. Moderation: Elske Rosenfeld

Die Veranstaltung versuchte eine Rückschau auf die Gedenkprozesse und -veranstaltungen des letzen Jahres, in denen die Teilnehmerinnen teilweise involviert waren. Es wurde über die Frage diskutiert, ob und wie die politisch-utopischen Aspekte von 1989/90 in unterschiedlichen Formen des Gedenkens sichtbar werden und Vorschläge diskutiert, wie die Erfahrung von 89/90 als Ressource des politischen Arbeitens heute funktionieren kann, welche Aspekte dieser Erfahrung noch heute relevant sind. Gleichzeitig sprachen die Teilnehmer über ihre Doppelrolle als Zeitzeugen und Erinnerungsarbeiter, und die damit verbundenen Probleme, aber auch die Stärken eines historischen Arbeitens aus der eigenen biografischen Erfahrung heraus.

31. August, 19 -21 Uhr
„Politisches Arbeiten in der Tradition von 1989?“
Gespräch im Flutgraben e.V. mit Sebastian Gehrhardt, Andreas Fanizadeh und Dirk Teschner. Moderation: Elske Rosenfeld

Das Gespräch lud zum einen Vertreter von Gruppen und Institutionen, wie dem Haus der Demokratie und Menschenrechte und der Zeitschrift telegraf ein, über die Kontinuität ihres Arbeitens zu reflektieren, das in der oppositionellen Bewegung der DDR entstand, sich aber bis ins Heute fortsetzt. Es ging um die Frage danach, wie man der Besonderheit einer solchen politischen Tradition und ihrer Unterschiedlichkeit von westdeutschen politischen Traditionen gerecht wird, ohne in klischeehafte Zuschreibungen zu verfallen. Zum anderen wurde eine konkrete historische Situation der frühen 90er aufgegriffen, in der politische Gruppen aus Westdeutschland mit ostdeutschen Gruppen zusammentrafen, als ein Zusammenschluss linker Gruppen und Bands aus den alten Bundesländern eine Anti-Rassismustournee durch verschiedene ostdeutsche Städte organisierten. Dieses Beispiel eignete sich sehr gut, um die zum Teil doch beträchtlichen damaligen Missverständnisse und Meinungsverschiedenheiten einer Neubewertung zu unterziehen und gemeinsam zu überlegen, wie heute ein angemessener Umgang mit diesen Unterschiedlichkeiten – soweit noch existent – gefunden werden kann.

Rückblick ausführlicher unter elskerosenfeld.net

▶ Worte können fliegen. Lyrik live

Lesereihe mit Lyrikpreis 2006/2007

▶ Ein Land geht in den Westen

Eine Lesereise durchs halbe Land (2005/2006)

▶ Vielfalt und Dialog.

Die Geschichte des Hauses der Demokratie und Menschenrechte - Ausstellung, 2004

Im Januar 1990 nahmen DDR-Oppositionsgruppen die Friedrichstraße 165 als Haus der Demokratie in Besitz. Zum 15-jährigen Bestehen des Hauses, das seit 1999 als Haus der Demokratie und Menschenrechte im Prenzlauer Berg existiert, entstand die Ausstellung zur Geschichte dieses derzeit größten NGO-Hauses in Deutschland. Aus der DDR-Oppositionsbewegung des Herbstes 1989 hervorgegangen, ist das Haus bis heute ein Bezugspunkt zivilgesellschaftlicher Bestrebungen geblieben.

Die Ausstellung gab einen Einblick in den Alltag demokratischer Basisarbeit. Sie bot Anstöße für eine Diskussion über den Platz alternativer Gruppen in der Gesellschaft – in der DDR, der Wendezeit und in der vergrößerten Bundesrepublik. Diese Gruppen sind darauf angewiesen, gesellschaftliche Unterstützung zu finden. Anders als die Inhaber staatlicher und privater Macht brauchen sie die öffentliche Diskussion für ihre Arbeit. So sind sie nicht nur Kritiker, sondern auch Kritisierte. Die Ausstellung wollte zu Auseinandersetzung und Mitarbeit einladen.

Die Texte der Ausstellung "Vielfalt und Dialog" sind in einer Broschüre zusammengefasst, die hier heruntergeladen werden kann: Download PDF-Dokument

Dass die Geschichte unseres Hauses schon immer mehr war als die Geschichte eines Gebäudes, zeigt ein Blick ins Inhaltsverzeichnis von Ausstellung und Broschüre:

I. Aufbruch wohin?

  • Umwelt-Bibliotheken: 1986 bis 1991
  • Oppositioneller Pluralismus
  • Briefe, Unterschriften, Demonstrationen: Bürgerbewegung als Opposition
  • Entweder – oder?
  • Für und wider ...
  • Bündnisse und Spaltungen
  • Die Wahlen 1990: die ersten ...
  • ... und die letzten
  • Die materiell-technische Basis zivilgesellschaftlicher Gruppen. Teil I: Die DDR-Mark
  • „Das verdammte Geld“ – die Finanzierung zivilgesellschaftlicher Gruppen. Teil 2: Die West-Mark

II. Demokratie braucht Zeit und Raum

  • Vom Bierpalast zum Haus der Demokratie (1887 bis 1989)
  • Die Orte der Berliner Opposition bis zum Herbst 1989
  • Die Entscheidung des Runden Tisches und des Ministerrates der DDR, Objektwahl und Einzug
  • Vom Einzug zur Vereinsgründung
  • FNur Eigentum zählt“?
  • Die Gründungsorganisationen
  • Schichtwechsel. Der Wandel der Mieterstruktur im Berliner Haus der Demokratie
  • Selbstorganisation: die Diktatur der Aktivisten? Modelle für ein demokratisches Haus
  • Treuhand und Bürgerbewegte
  • Restitution
  • „Eine GmbH ist eine GmbH ...“
  • Wem gehört das Haus der Demokratie?
  • Der Verkauf der Friedrichstraße 165 und der Umzug des Hauses der Demokratie

III. Von der Bürgerbewegung zur Zivilgesellschaft

  • Vom Samisdat zu den Wendemedien (I)
  • Vom Samisdat zu den Wendemedien (II)
  • Einmal Oppositionsblatt – immer Oppositionsblatt? Von den „Umweltblättern“ zum „telegraph“
  • Totalverweigerung in der DDR
  • Du sollst nicht Spalten! Kritik an Atomwaffen und Kernkraftwerken – Vom Kirchendach zum Ministerrat
  • Frieden schaffen ohne Waffen
  • Autonome Antifa in der DDR bis zum Herbst 1989
  • Autonome Antifa in der DDR ab Herbst 1989
  • Aufarbeitung der Staatssicherheitsvergangenheit: ein Erfolg?
  • Jenseits von Plan und Markt: das Netzwerk ostdeutscher Betriebsräte OSTWIND

IV. Das Projekt Haus der Menschenrechte

  • Das Projekt „Haus der Menschenrechte“ (I)
  • Nichts begriffen ... Das Projekt „Haus der Menschenrechte“ (II)
  • 1992/93: Hoffnungen und Krise. Das Projekt „Haus der Menschenrechte“ (III)
  • 1994-1996: Neubeginn mit dem inhaltlichen Schwerpunkt Osteuropa und Rückkehr zur Anhalter Straße. Das Projekt „Haus der Menschenrechte“ (IV)
  • 1997-1999: Annäherung und Zusammengehen mit dem Haus der Demokratie. Das Projekt „Haus der Menschenrechte“ (V)
  • Alltag und Utopie. Ein Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin

▶ Krieg ist kein Kinderspiel

Kinderzeichnungen vom Krieg - Ausstellung & Veranstaltungsreihe 2003

12. November - 11. Dezember 2003
im Haus der Demokratie und Menschenrechte

Krieg ist kein Kinderspiel

Die Ausstellung und die begleitende Veranstaltungsreihe waren ein Kooperationsprojekt von Cultur Cooperation Hamburg e.V., Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag und Haus der Demokratie und Menschenrechte.

In allen bewaffneten Konflikten der letzten Jahre sind Kinder in weit höherem Maße betroffen als früher. Kinder werden nicht zufällig Opfer, weil sie zwischen die Fronten geraten. Sie werden gezielt angegriffen. Der systematische Terror gegen die Zivilbevölkerung ist inzwischen weltweit ein wesentlicher Bestandteil der Kriegstaktik geworden. 90 % der Getöteten sind Frauen und Kinder. 300.000 Kinder und Jugendliche werden in Kriegen als Soldaten missbraucht.

Wie verarbeiten Kinder die Schrecken des Krieges? Sie zeichnen. Für viele Kinder, die das Erlebte sprachlos gemacht hat, kann das Malen ein erster Schritt sein, sich von dieser Last zu befreien. Ihnen helfen die Bilder, das Erlebte in ihr Leben zu integrieren, um weiterleben zu können. Für uns muss jedoch gelten, diese Bilder sind Dokumente des Krieges und haben nur eine Botschaft: Das hättet ihr verhindern müssen.

Rund 2000 Kinderzeichnungen von den Kriegen des letzten Jahrhunderts haben Francoise und Alfred Brauner in 60 Jahren gesammelt. Kinderzeichnungen aus dem spanischen Bürgerkrieg, aus Kambodscha, Algerien, El Salvador, Tschetschenien, aus Hiroshima, aus Bosnien, dem Irak. Die Bilder, sprechen für sich, sie berühren uns. Allerdings werfen sie auch zwingend die Frage auf: Was tun wir heute, um zu verhindern, dass Kindern überall auf der Welt ähnliches widerfährt?

Zeichnung Nr. 71 und Nr. 72
Kinderzeichnungen vom Krieg

Getötet von den Roten Khmer, Massaker der Roten Khmer (1975-1998)
Ohne Namensangabe, Junge, 12 Jahre, Kambodscha

Auffallend: Bei allen Bildern über die Roten Khmer sticht die Passivität der Opfer ins Auge:
sie warten in langen Reihen auf ihre Ermordung. Die Kommentare der Kinder zu den Bildern unterstreichen das Gefühl der Ohnmacht.

Herkunft: International Rescue Committee,Thailand, New York 1982

Zeichnung Nr. 75
Kinderzeichnungen vom Krieg

Der schiessende Soldat, Bürgerkrieg in El Salvador (1981-1990)
Ohne Namensangabe, El Salvador

Ein Soldat schießt auf eine Frau und ihr Kind. Auffallend: Zwischen der Baumreihe oben rechts zwei Zeugen: sie haben weder Mund noch Nase, nur Augen, die alles gesehen haben.

Herkunft: Fire from the sky, Ed. Writers and Readers, New York

Zeichnung Nr. 138
Kinderzeichnungen vom Krieg

Erschießung, Algerienkrieg (1954-1962)
Zeichner unbekannt

Dieses Bild wurde nicht gemalt, sondern ausgeschnitten. Es kommt aus einem Heim für evakuierte algerische Kinder in Tunis. Ein französischer Soldat schießt auf einen Algerier, der sich ergeben hat. Die Kugeln sind unterwegs, der Mann steht noch. Auffallend: Die drei Wolken. Derartige Aufreihungen in den Zeichnungen sprechen dafür, dass sich das Kind damit gegen das Kriegschaos 'sichert'.

Herkunft: Racconti di bambini d'Algeria, Einaudi, Turin

Zeichnung Nr. 207
Kinderzeichnungen vom Krieg

Die tote Schwester, Tschetschenien 1994
Alisa, Mädchen, 12 Jahre

Alisa zeichnet ihre Schwester, die durch eine Granate getötet wurde.

Herkunft: Médicins du Monde, Sammlung Brauner

Die Ausstellung und das Rahmenprogramm wurden gefördert von der Europäischen Union, dem Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Landesentwicklungszentrale (LEZ)

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▶ "Lebensläufe 53"

Veranstaltungsreihe 2003

Die Erinnerung an den 17. Juni '53 war immer in besonderer Weise politisch umstritten. Der historische Gehalt des Ereignisses ist nur jenseits eiliger politischer Vereinnahmung zu entdecken. Die Darstellung persönlicher Konflikte und individueller Entscheidungen ist in besonderer Weise geeignet, eine Basis für eine breite öffentliche Auseinandersetzung zu bieten. Die Orientierung an einzelnen Lebensläufen kann die umstandslose Distanzierung oder Identifikation mit Geschichte unterlaufen und die schwierige und wechselnde Stellung der Einzelnen in politischen Entwicklungen vorstellen. Über den Zeitpunkt des spektakulären Aufstandes geraten so die Vorgeschichte und die Verarbeitung der Krise des Jahres 1953 in den Blick.

Zum 50. Jahrestag des "17. Juni" organisierte das Haus der Demokratie und Menschenrechte eine Veranstaltungsreihe. Anhand gegensätzlicher Biographien - das Leben vor und nach dem Aufstand - sollten die Umbrüche des Jahres 1953 persönlich fassbar gemacht und auf diese Weise den Besuchern ein individueller Zugang zur Zeitgeschichte ermöglicht werden. Durch die Auswahl der vorgestellten Personen und der Referenten aus verschiedenen Ländern wird eine Darstellung des europäischen Kontextes des 17. Juni 1953 ermöglicht: nicht nur eine Chronologie, sondern eine Topographie des Umbruchs, in der die Biographien der handelnden Personen aufgesucht werden können.

Auf der Basis von Literaturrecherchen, Archivmaterialien und Interviews von Zeitzeugen bzw. Beteiligten soll das Material für diese Reihe zusammengestellt werden. Angedacht waren 10 Abendveranstaltungen. Es wurden an einem Abend ein oder zwei Personen - Zeitzeugen, Politiker, Gewerkschafter, Künstler - vorgestellt, deren Leben und Schicksal mit den Ereignissen des Jahres '53 besonders verknüpft war. Zu den verschiedenen Biographien äußerten sich Fachleute (z. B. Historiker, Journalisten) und mit den Teilnehmern zu diskutieren.

Dazu fanden 2003 folgende Veranstaltungen statt:

  • Januar: Die Auflösung der VVN und die Normierung des Antifaschismus in der DDR (Biographien: Ottomar Geschke; Heinz Galinski)
  • Februar: Die Schauprozesse in Osteuropa - General Serow und Noel Field.
  • März: Hafterleichterungen? Das Ableben Stalins und das Schicksal politischer Gefangener in Osteuropa (Biographien: Stalin und Hermann Field)
  • April: Eine Tarnorganisation des USA- Imperialismus. Die Kampagne gegen die Junge Gemeinde. Biographien: Uwe Johnson/Robert Havemann
  • Mai: 13. Mai 1953 - Die Debatte über den "Johann Faustus" Hanns Eislers.
  • Juni: Die Plebejer proben den Aufstand? Walter Ulbricht und Bertolt Brecht zum 17. Juni 1953
  • September: Der lenin-stalinsche Kern der Partei. Das Juli Plenum des ZK der KPdSU. Biographien: Anastas I. Mikojan; Nikolai K. Baibakow
  • Oktober: Rehabilitation oder Kritik: Rudolf Hernstadt und die Einschätzung des Juniaufstands.
  • Dezember: Am Ende einer Epoche: die Flucht Jozef Swiatlos und die Geheimpolizei in Polen nach Stalins Tod

Lebensläufe 53 »

▶ Stand der Dinge / Rechtsradikalismus in Deutschland

Konferenz 2001