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Kommende Ausstellung

vom 28.1.2020 bis 28.2.2020 im Foyer Robert-Havemann-Saal
Werktags von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr, bitte kurz vorher bei der Verwaltung melden

Genozid an Rom*nija in der Ukraine 1941–1944

Ausstellung zu einem ignorierten Völkermord

kommende Ausstellung
© Gerit Ziegler_Frank Brendle

Internationales Projekt zu einem ignorierten Völkermord

Während des zweiten Weltkriegs wurden die Rom*nija Opfer eines von den Nazis geplanten Völkermords. Die Aufarbeitung und Erinnerung an diese systematische Auslöschung, bei der mindestens eine sechsstellige Zahl von Menschen ermordet wurden, wird in den verschiedenen Ländern nach jahrzehntelangem Verdrängen unterschiedlich gehandhabt.

Das Bildungswerk für Friedensarbeit der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstInnen e.V. widmet sich schwerpunktmäßig der Erinnerungsarbeit an den Holocaust in Osteuropa. Seit 2015 beteiligt sich das Bildungswerk für Friedensarbeit an der Aufgabe, den Genozid gemeinsam mit den Überlebenden bzw. ihren Angehörigen in das Bewusstsein der Mehrheitsgesellschaften zu bringen; denn diese ignorieren das Thema weitgehend – im Gegensatz zu den Rom*njia selbst. Die Ausstellung Genozid an Rom*nija in der Ukraine 1941–1944 will dazu beitragen, dies zu ändern. Denn mit dem Wissen um diesen Völkermord und die begangenen Verbrechen wird auch klar, wie wichtig auch heute ein aktives Engagement gegen Antiziganismus ist.

Im Zweiten Weltkrieg haben die deutschen Besatzer in der Ukraine weit über 10.000 Rom*nija ermordet. Doch dieser Völkermord ist im Gedächtnis von Deutschen wie Ukrainer*innen kaum verankert. Mangels schriftlicher Überlieferungen droht die Erinnerung daran – jedenfalls die aus der Opferperspektive – verloren zu gehen. Um dies zu verhindern hat im Jahr 2018 ein internationales Projekt aus deutschen und ukrainischen Teilnehmer*innen Dutzende Zeitzeug*innen in der Ukraine getroffen. Die Überlebenden sprachen vom Leid, das ihnen widerfuhr aber auch vom Widerstand, den sie oder ihre Angehörigen leisteten. Sie berichteten von Kollaboration aber auch vom gemeinsamen Widerstand und erlebter Solidarität und durch ihre Nachbar*innen.

Dafür befragen die Projekt-Teilnehmenden Zeitzeug*innen und Expert*innen und besichtigen die Tatorte. Wir erfuhren viel vom Leid der Überlebenden, aber auch über Widerstand und Solidarität. Wir organisieren Bildungsreisen für Jugendliche bzw. Menschen, die in NGOs aktiv sind, jeweils aus Deutschland und den Partnerländern, darunter Rom*nija und Nicht-Rom*nija.

Die Ausstellung vereinbart historische Überblickstexte zum Völkermord, seiner Aufarbeitung und zum Thema Antiziganismus sowie die persönlichen Erinnerungen von Zeitzeug*innen und Berichte von Expert*innen. Diese Module ergänzen einander – die Überblickstexte liefern den Rahmen für das Verständnis der Zeitzeugen-Erinnerungen; andererseits können die Zeitzeugen-Erinnerungen als (leichter lesbarer) Einstieg und Konkretisierung der Überblickstexte dienen. Dies dient als Angebot an Leser, die nicht alle 20 Tafeln durcharbeiten.

Dargestellt wird neben dem historischen Hintergrund auch die heutige Situation der Roma-Gemeinden, und die Art und Weise wie an den Genozid heute erinnert wird.

Ausstellungseröffnung am 28.01.20 um 18:30 Uhr im Robert-Havemann-Saal

Vorträge | Film | Diskussion mit:

  • Mikhail Tyaglyy, Ukrainisches Holocaust-Forschungszentrum, Kiew: "Genozid an Rom*nija in der Ukraine"
  • Sonja Kosche,Netzaktivistin: "Ostfront: Rechtsextreme Vernetzungen zwischen Deutschland und der Ukraine"
  • Anja Reuss, Zentralrat Deutscher Sinti und Roma: "Aktuelle Situation der Rom*nja in der Ukraine"
  • Romani Phen Archiv: "Antiziganismus in Deutschland" – Video

Web: www.genocideagainstroma.org

Veranstalter: Bildungswerk für Friedensarbeit der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen e.V. und Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte

Veranstaltungen im Rahmen dieser Ausstellung:

Dienstag, 28.1.2020 um 18:30 Uhr, Robert-Havemann-Saal und Foyer

Genozid an Rom*nija in der Ukraine 1941–1944

Ausstellungseröffnung

Veranstaltungsbild
Vorträge | Film | Diskussion mit: Mikhail Tyaglyy, Ukrainisches Holocaust-Forschungszentrum, Kiew: "Genozid an Rom*nija in der Ukraine" Sonja Kosche, Netzaktivistin: "Ostfront: Rechtsextreme Vernetzungen zwischen Deutschland und der Ukraine" Anja Reuss, Zentralrat Deutscher Sinti und Roma: "Aktuelle Situation ...


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© Stiftung HdDM

Mit jedem Jahr wird die DDR grauer, ihr Ende unabwendbarer und die Ereignisse von 1989 eindeutiger. Kerzen – Demos – Mauerfall und das war dann auch schon alles? Oder war da noch was? Die 1999 realisierte Ausstellung „Der kurze Herbst der Utopie“ geht von genau dieser Fragestellung aus, wenn sie den utopischen Moment des Herbstes 1989 in den Mittelpunkt stellt.

Denn nachdem vorher jahrzehntelang nichts ging und danach nicht mehr allzu viel, gab es diese Zwischenphase, diesen kurzen Augenblick in dem so vieles möglich schien. Dieser Moment steht im Mittelpunkt der Ausstellung, mit all seinen Besonderheiten. Schwerpunkte der Ausstellung bilden die Geschichte der oppositionellen Gruppen, das Verhältnis zur Ausreise-Bewegung, die Entwicklung der Demonstrationen sowie die Haltungen zur SED und zum Staatsapparat.

Wer archiviert, dokumentiert und dominiert das "Wendegedächtnis"?

Gestaltet und konzipiert wurde die Ausstellung von Menschen und Gruppen, die selbst '89 engagiert und streitbar Geschichte (mit-)gemacht haben. Sie basiert daher nicht nur auf allgemein zugänglichen Archivmaterialien, sondern ergänzt diese durch Originaldokumente, Fotos und authentische Arbeitsmittel der Opposition, wie Samisdat und Flugblätter. Deutlich werden soll vor allem der Widerspruch zwischen dem zentralen Resultat der Entwicklung, dem Beitritt zum Geltungsbereich des Grundgesetzes, und den Motiven der Protagonist*innen von 1989.

Die Ausstellung ist Teil der öffentlichen Auseinandersetzung um die Darstellung und Beurteilung der DDR und ihres Endes. Die Vertreter*innen der DDR-Opposition wurden im Vereinigungsprozess politisch marginalisiert; doch lohnt gerade vor dem Hintergrund ihrer anfänglichen Erfolge wie auch ihres Scheiterns eine unaufgeregte Erinnerung an ihre Arbeit. Ziel ist ein ebenso unsentimentales wie vorläufiges Resümee der Ereignisse von 1989.

Veranstalter: Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte

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