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Aktuelle Ausstellung

vom 09.09.2019 bis 27.09.2019 im
Werktags von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr, bitte kurz vorher bei der Verwaltung melden

Nit in Transit – Cecile in Exil – Dora in Diaspora

Bilder von Krisanta Caguioa-Mönnich und Bussaraporn Thongchai

aktuelle Ausstellung
© Ban Ying e.V.

Nit in Transit – Cecile in Exil – Dora in Diaspora

Ban Ying arbeitet zu dem Thema „Gewalt im Migrationsprozess“. Wir beraten und begleiten Frauen*, die von Ausbeutung und Menschenhandel betroffen sind.

Krisanta Caguioa-Mönnich und Bussaraporn Thongchai sind beide als Sprach- und Kulturmittlerinnen bei Ban Ying tätig. Sie stehen in ihrem Arbeitsalltag im engen Kontakt zu den Bewohnerinnen der Zufluchtswohnung und den Klientinnen der Beratungsstelle.

Vor dem Hintergrund eigener Migrationsgeschichten interpretieren und transformieren die beiden Künstlerinnen die beobachtbaren Umgangsweisen der Klientinnen mit ihren Migrationserfahrungen in Gemälden und Collagen. Dabei werden die Klientinnen zum Teil in den künstlerischen Schaffensprozess einbezogen.

Unter dem Titel Nit in Transit – Cecile in Exil – Dora in Diaspora werden die Werke der zwei Künstlerinnen in einer Ausstellung versammelt und einmalig ausgestellt. Die exemplarischen dreifachen Migrationsgeschichten von Nit, Cecile und Dora stehen dabei für die vielfältigen Routen, Erlebnisse, Leben, die bei Ban Ying zusammenfließen, welche die Künstlerinnen in ihren Werken festhalten und – in ganz eigenen künstlerischen Zugängen – verarbeiten.

Wie verstehen wir unsere Arbeit und unser Engagement gegen Ausbeutung und für die Rechte von Migrantinnen* ? Inwiefern arbeiten wir feministisch? Wie fließen die Geschichten der Frauen* in uns ein, in unsere Wahrnehmung der Welt? Und welchen Blick haben die Frauen auf Ban Ying? Anlässlich des 30-jährigen Bestehens von Ban Ying soll die Ausstellung einen Raum zur Reflektion dieser und weiterer Fragen bieten.

Die Ausstellung ist vom 09.09.19 bis zum 27.09.19 von 10 bis 17 Uhr zu sehen, der Eintritt ist frei.

Eine feierliche Ausstellungseröffnung findet am 06.09. für geladene Gäste in Kooperation mit dem Theater der Anonymen / Institut für Neue Soziale Plastik e.V. mit Förderung durch den Projektfonds kulturelle Bildung statt.

Die Künstlerinnen

Krisanta Caguioa-Mönnich

ist eine autodidaktische Künstlerin von den Philippinen. Sie studierte Innenarchitektur an der University of the Philippines und arbeitete bis zu ihrem Umzug nach Deutschland in 2009 als zugelassene Innenarchitektin in Manila. Ihre Leidenschaft für die Kunst wurde 2010 neu erweckt, inspiriert durch die Landschaftsmalereien von Bob Ross und der eigenen Erfahrung einer komplett neuen Lebenssituation in der deutschen Gesellschaft. Ihre Gemälde in Acryl, Öl- und Wasserfarben haben Landschaften, Porträts, Stadteindrücke, Abstraktes und Stillleben zum Gegenstand. Durch ihre Facebook-Seite Artworx by Krisanta CM gelangen erste Förderungen und Verkaufe einiger ihrer bisher über 100 Werke. Am allerliebsten würde sie sich von ihren Arbeiten nicht trennen müssen – da diese wichtige Momente ihrer bisherigen Reise als Migrantin und alleinerziehende, berufstätige Mutter festhalten. Ausstellungen ihrer Werke fanden in Berlin u.a. bei dem Autonomen Frauenzentrum Potsdam e.V. und in der Philippinischen Botschaft und Gemeinde statt. Krisanta CM ist derzeit als Sprach- und kulturelle Mediatorin tätig, sowohl in der Beratungsstelle als auch in der Zufluchtswohnung von Ban Ying.

„Ich inmitten sich verändernder Zeiten und Gesellschaften“

Wie beeinflussen Gesellschaften und Zeiten, in denen wir heute leben, uns? Ermächtigt die gegenwärtige Zeit mich als Frau, uns als Frauen, unsere eigenen Entscheidungen treffen zu können – oder hält sie uns klein, legt sie uns Steine in den Weg?

Das Kunstprojekt besteht aus einer Serie von Acrylgemälden auf Leinwand begleitet von Texten, und einer weiteren Serie von Aquarellpostkarten. Die Gemälde stellen Frauen dar, die (mehr oder weniger) Teil von Ban Ying sind oder waren. Begleitet werden diese Porträts von Texten, die direkt von jeder Frau auf dem Bild stammen. Diese Serie ist eine Form des Ausdrucks von Identität, Gedanken und Gefühlen. Die Postkartenserie zeigt Gegenstände, die für jede Frau eine wichtige Rolle und Bedeutung in ihrem Leben haben.

Bussaraporn Thongchai

ist eine zeitgenössische Künstlerin, die primär mit Malereien und Zeichnungen arbeitet. Die thailändische Künstlerin ist dafür bekannt, persönliche Lebensereignisse als Inspiration für ihr Schaffen zu nutzen. Ihre Arbeiten erkunden weibliche Intimität, Genderrollen, Sexualität und Identität. Sie ist eine der wenigen Künstlerinnen in Thailand, die die patriarchalen Strukturen in Gesellschaft und Kultur in Frage stellt.

Bussaraporns Arbeiten wurden unter anderem im Bangkok Art and Culture Centre und dem Singapore Art Museum ausgestellt. In 2014 war sie unter den 30 Finalist*innen des Sovereign Asian Art Prize in Hong Kong. 2015 stellte sie auf Einladung für die Ausstellung Thailand Eye gemeinsam mit 24 weiteren thailändischen Künstler*innen in der Saatchi Gallery London aus. Derzeit arbeitet und lebt Bussaraporn in Berlin. Neben der künstlerischen Tätigkeit ist sie derzeit als Sprach- und Kulturmittlerin in dem Frauenprojekt Ban Ying tätig, welches Migrantinnen* in Not anonyme Unterbringung in einer Schutzwohnung bietet.

Die Idee meiner Arbeit

Anstatt, wie gewöhnlich, mit einer subjektiven Idee oder einer konkreten Vorstellung zu beginnen, liegt der Anfang dieses Projekt in einem unbenutzbaren Objekt: Geschreddertes Papier, welches keine Spuren hinterlässt und von niemandem mehr gebraucht wird. Diese einzigen Überbleibsel der Geschichten von Ban Yings Klientinnen werden in einem Prozess der Neuschaffung in ein neues Objekt verwandelt. Somit werden die Geschichten in einem neuen Kontext wiederhergestellt.

Mein Projekt Under the rules of data protection, what could be left for us to really know about them? hat zum Ziel, den Hintergrund und die Erinnerung von Migrantinnen wieder-zu-erzählen. Ihre alltäglichen Begegnungen in ihrem Herkunftsland oder in Deutschland werden erforscht, indem ihre eigenen Stimmen und eigenen Identitäten durch eine visuelle Sprache repräsentiert werden und in eine neue Form von Dialog gebracht werden.

Website: »

Ban Ying ist Thai und bedeutet Haus der Frauen.

Seit 1989 setzt sich der Verein für die Rechte von Migrantinnen*, die Erfahrungen von Ausbeutung oder Menschenhandel gemacht haben, in Form von zwei Projekten ein:

Einer Koordinations- und Beratungsstelle: Hier beraten wir Migrantinnen* aus bisher über 70 Ländern. Einen Schwerpunkt bilden Thailändische und Philippinische Frauen. Die Beratung durch eine Sozialarbeiterin und einmal wöchentlich durch eine Rechtsanwältin erfolgt kostenlos, auf Wunsch anonym und mit Sprachmittlung.

Das Ziel unserer Arbeit ist die Verbesserung der Lebensbedingungen und der sozial-rechtlichen Situation von Migrantinnen* in Deutschland – weshalb wir uns, zusätzlich zur direkten Unterstützung von Betroffenen, durch Öffentlichkeits- Advocacy- und wissenschaftliche Arbeit gegen Ausbeutung und Menschenhandel engagieren. Das bedeutet: Wir halten den Diskursen entgegen, die Menschenhandel mit Prostitution gleichstellen. Aus unserer Beratungsstelle wissen wir: Frauen* können sich durchaus zur Sexarbeit entschieden haben, zu einem späteren Zeitpunkt ausgebeutet worden sein. Deshalb fordern wir: Schutz und Zugang zum Recht für alle Sexarbeiterinnen*, mit oder ohne gesichteten Aufenthalt. Legale Einwanderungswege nach Deutschland für alle, auch in den Niedriglohnsektor. Bleibeperspektiven für Betroffene von Menschenhandel – unabhängig von ihrer Rolle als Zeuginnen* in Strafverfahren.

Einer Zufluchtswohnung für von Gewalt, Ausbeutung oder Menschenhandel betroffene Frauen* mit oder ohne gesicherten Aufenthaltsstatus. Durch ein Team von Sozialarbeiterinnen und Sprachmittlerinnen erfahren Frauen* (und ihre Kinder) hier Unterstützung und Begleitung bei Behördengängen, Beratung in den unterschiedlichsten psychosozialen Problemlagen, Vermittlung von Anwält*innen, Ärzt*innen, Therapeut*innen, Vermittlung in Deutschkurse und Ausbildungsstellen. Die Zufluchtswohnung von Ban Ying e.V. bietet einen anonymen Schutzraum hauptsächlich für Frauen, die von Menschenhandel betroffen sind, sowie für Hausangestellte von Diplomat*innen. Im Fokus der Begleitung der Bewohnerinnen stehen ihre Anliegen und Bedürfnisse. Die Bewohnerinnen werden darin unterstützt ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen und ihre rechtlichen Ansprüche durchzusetzen.

Web: www.ban-ying.de

Veranstalter: Ban Ying e.V. und Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte

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„Wenn aus Fremden Freunde werden -- Unser Zuhause Neubrandenburg"

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„Wenn aus Fremden Freunde werden -- Unser Zuhause Neubrandenburg"

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© Kreisjugendring Mecklenburgische Seenplatte e.V.

Mit der Fotoaktion „Wenn aus Fremden Freunde werden -- Unser Zuhause Neubrandenburg" wollen wir ein sichtbares Zeichen für Toleranz setzen und uns deutlich gegen Diskriminierung positionieren. Der Kreisjugendring Mecklenburgische Seenplatte (KJR MSE) steht für eine offene Gesellschaft, in der jeder Mensch einen sicheren Platz zum Leben findet.

65 Millionen Menschen befinden sich derzeit laut Angaben der UN weltweit auf der Flucht. Demnach sucht jeder 113. Mensch Asyl, ist ein Flüchtling oder ist binnenvertrieben. Diese Zahlen sind so hoch wie nie zuvor. Die meisten Flüchtlinge finden Schutz in den Nachbarländern ihres Staates, doch viele zieht es auch nach Europa. Im Jahr 2016 haben in Deutschland 745.545 Personen einen Asylantrag gestellt. 2017 sind bis August durch die restriktivere Asylpolitik lediglich 149.880 Asylsuchende hinzugekommen.

In vielen Orten der Bundesrepublik wurden und werden Geflüchtete freundlich empfangen und die Bereitschaft, sie dabei zu unterstützen, sich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren, ist groß. Gleichzeitig ist aber auch die Zahl derer, die in Bezug auf die Aufnahme Geflüchteter kritische Töne anstimmen, oder die jedes Empfinden für Empathie und Gastfreundschaft vermissen lassen, hoch. Analog dazu erreichte die Zahl der fremdenfeindlich motivierten Straftaten in der Bundesrepublik 2016 ein Allzeithoch.

Die Ausstellung „Wenn aus Fremden Freunde werden -- Unser Zuhause Neubrandenburg" zeigt Portrait-Fotomontagen, die je zur Hälfte aus dem Gesicht einer geflüchteten und einer einheimischen Person bestehen. Beide Hälften verschmelzen auf dem Foto zu einem Gesicht. Die Aussage ist klar und deutlich: Trotz unterschiedlicher Hautfarbe, Frisur, Herkunft, Kleidung etc. sind alle Menschen gleich. Ein Zusammenleben ist möglich, uns alle verbindet mehr als uns trennt! Wir wollen zeigen, dass auch in politisch spannungsvollen Zeiten ein gutes Zusammenleben aller Menschen möglich ist.

Ideengeberin für das Projekt ist die Studentin llayda Sayligan aus Solingen, dort fand im Mai 2015 auch die erste Ausstellung statt. Mittlerweile beteiligen sich deutschlandweit etliche Städte an der Fotoreihe. Die Ausstellung wurde im Rahmen der Veranstaltungsreihe weltwechsel im Kulturcafe Lüchow erstellt. Jedes Jahr im November organisieren landesweit mehrere Dutzend Vereine und Initiativen rund 100 Veranstaltungen zu globalen Fragestellungen.

Mit seinem Projekt WSD „weltoffen, solidarisch, dialogisch" hat sich der KJR MSE der Aufgabe verschrieben, entwicklungs­poltische und interkulturelle Themen in den ländlichen Raum zutragen. Neben dieser Ausstellung bietet der Kreisjugendring Mecklenburgische Seenplatte medienpädagogische Veranstaltungen und Projekttage für Schulen und Jugendeinrichtungen zu Themen der globalen Welt an. Darüber hinaus richten sich die Angebote an pädagogische Fachkräfte, die über Workshops, Tagungen und Seminare informieren und beraten werden.

Zudem unterstützt der KJR MSE lokale Vereine und Verbände.

Die Wanderausstellung kann für weitere Veranstaltungen gebucht werden. Sie wird vom Kreis­jugendring MSE e.V. durch ein Rahmenprogramm begleitet, welches durch die anschließende Diskussion, die Auseinandersetzung mit den Porträts und der Ausstellung ermöglicht.

Web: kjr-mse.de

Veranstalter: Kreisjugendring Mecklenburgische Seenplatte e.V. und Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte

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