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Aktuelle Ausstellung

vom 05.04.2019 bis 26.04.2019 im Foyer Robert-Havemann-Saal
Werktags von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr, bitte kurz vorher bei der Verwaltung melden

Politische Gefangene im zeitgenössischen Spanien

Foto-Installation

aktuelle Ausstellung
© Galería Helga de Alvear / Estudio Santiago Sierra

Politische Gefangene im zeitgenössischen Spanien von Santiago Sierra zeigt die gepixelten Fotografien politischer Gefangener in Spanien mit einer kurzen Erläuterung ihrer jeweiligen persönlichen Umstände. Als das Werk einen Tag vor der Präsentation auf der spanischen Kunstmesse ARCO 2018 zensiert wurde, schlug das in der Öffentlichkeit hohe Wellen.

Die Katalanische Nationalversammlung präsentiert dieses Werk in Zusammenarbeit mit dem Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin als Beitrag zu den aktuellen Debatten um Grundrechte, staatliche Repression, den Einsatz repressiver Instrumente sowie die Bedeutung einer unabhängigen Justiz im heutigen Europa.

Der Rückgriff auf die Strafvollzugsanstalt an sich, ist ein Indikator für das Scheitern und die Machtlosigkeit von Gesellschaften, für ihren gescheiterten Versuch, ein stabiles gemeinschaftliches Zusammenleben zu ermöglichen, das auf dem Wert der individuellen Souveränität beruht. Die Existenz politischer Gefangener in den Gefängnissen ist der Prüfstein, der jede Regierung demaskiert, die sich als demokratisch legitimiert darzustellen versucht. Folglich streiten Regierungen diese bloße Existenz politischer Gefangener ab und versuchen, sie hinter Vorwürfen aus dem Strafrechtskatalog, wie Angriff auf die öffentliche Ordnung, Terrorismus, Rebellion usw., zu verstecken.

Der spanische Staat ist dabei keine Ausnahme. Als sich Arnaldo Otegui als Anführer der Abertzale-Bewegung (Baskische Patrioten) nach mehrjähriger Haft 2016 als „politischen Gefangenen“ bezeichnete, erklärte der damalige spanische Justizminister Rafael Catalá „in einer Demokratie gibt es keine politischen Gefangenen“, und in Spanien „gibt es sie seit vielen Jahren nicht mehr“.

Schon ein oberflächlicher Blick in die spanischen Gefängnisse zeigt, dass viele Insassen auch wegen ihrer Ideen und Überzeugungen verurteilt wurden – vor allem, aber nicht nur, wenn sie Mitglied der Abertzale- oder einer anarchistischen Bewegung sind.

Die Kriterien, wann ein Gefangener ein politischer Gefangener ist, sind nicht eindeutig und nicht jeder stimmt ihnen zu. In Spanien sind die Kriterien aufgrund der Franco-Zeit und den anhaltenden regionalen Konflikten nach dem politischen Übergang noch unübersichtlicher. Dies hat zu einem Umfeld geführt, in dem Aktivitäten wie z.B. die Ausübung der Meinungs- und Versammlungsfreiheit, die Militanz revolutionärer Organisationen, der Kampf für die Rechte von Häftlingen usw. als terroristische Verbrechen eingestuft werden können. Das 2015 verabschiedete „Gesetz zur Sicherheit der Bürger“ – von Bürgerrechtsgruppen auch „Knebelgesetz“ genannt – hat die Liste möglicher Straftaten erheblich erweitert; gerade in Hinblick auf abweichende Meinungen und zivilen Ungehorsam, wie beispielsweise kollektive Versuche Vertreibungen zu verhindern.

Ziel unserer Bilderserie Politische Gefangene im zeitgenössischen Spanien, die wir 2018 veröffentlicht haben, ist es, die Existenz der politischen Gefangenen im spanischen Staat sichtbar zu machen – ungeachtet dessen, was von institutioneller Seite behauptet wird. Ohne uns dabei auf eine bestimmte Ideologie zu konzentrieren, wollen wir zeigen, dass die aktuellen Fälle politischer Gefangener in Spanien aus einer breiten Palette politischer Positionen stammen. Auch wenn aktuell vor allem Menschen aus dem linken politischen Spektrum stark betroffen sind, fällt auf, dass gerade jene inhaftiert werden, die versuchen ihre politischen Ideen gewaltfrei und öffentlichkeitswirksam umzusetzen. Sicherlich sind in diesem Projekt nicht alle politischen Gefangenen aufgeführt, aber die vorgenommene Auswahl zeugt anhand klarer Beispiele von der Existenz politischer Gefangener, den Gesetzen und Schuldzuweisungen, die gegen sie ins Feld geführt werden sowie von der aktuellen gesellschaftlichen Lage, die diese Realität erst ermöglicht und sie gleichzeitig negiert.

BIOGRAFIE

Santiago Sierra (geb.1966 in Madrid, Spanien)

Nach seinem Abschluss in Bildender Kunst an der Complutense-Universität in Madrid ergänzte Santiago Sierra seine künstlerische Ausbildung in Hamburg, wo er bei den Professoren F. E. Walter, S. Brown und B. J. Blume studierte. Seine Anfänge sind mit den alternativen Kunstkreisen der spanischen Hauptstadt – El Ojo Atómico, Espacio P – verbunden, auch wenn ein Großteil seiner künstlerischen Entwicklung in Mexiko (1995–2006) und Italien (2006–10) stattfand. Seine Arbeiten hatten schon früh einen großen Einfluss auf die spanische Kunstszene und -kritik.

Das Werk von Sierra unternimmt den Versuch, die perversen Machtnetze aufzudecken, die in einer von unilateralen (Nord-Süd) Migrationsströmen durchzogenen Welt die Entfremdung und Ausbeutung von Arbeiter*innen, ungerechte Arbeitsbeziehungen und die ungleiche Verteilung kapitalistisch erzeugten Reichtums sowie gesellschaftlich tief verankerten Rassismus bewirken.

Dabei werden einige Strategien, die aus dem Minimalismus, der Konzeptkunst und der Performancekunst der 1960er und 70er Jahre entlehnt sind, neu durchdacht und neugestaltet. So unterbricht Sierra in seinen Werken den Fluss von Kapital und Gütern (z. B. Obstruction of Freeway With a Truck’s Trailer, 1998; Person Obstructing a Line of Containers, 2009); er stellt Arbeiter ein, um ihre prekären Umstände zu offenbaren (20 Workers in a Ship’s Hold, 2001). Er erforscht die Mechanismen der Rassentrennung, die auf wirtschaftlichen Ungleichheiten fußen (Hiring and Arrangement of 30 Workers in Relation to Their Skin Color, 2002; Economical Study of The Skin of Caracans, 2006) und er widerlegt die Geschichten, die eine auf staatlicher Gewalt beruhende Demokratie legitimieren (Veterans of the Wars of Cambodia, Rwanda, Kosovo, Afghanistan and Iraq Facing the Corner, 2010–2; Los encargados, 2012).

Veranstalter:

Die Assemblea Nacional Catalana ist eine basisdemokratische Organisation, die über 80.000 Bürger*innen aus Katalonien und anderen Ländern vereint, Menschen aus unterschiedlichen politischen Lagern und Religionen, die auf freiwilliger Basis für ein gemeinsames Ziel arbeiten: Die Unabhängigkeit Kataloniens mit friedlichen und demokratischen Mitteln zu erlangen.

Termine im Rahmen der Ausstellung:

4.4., 19 Uhr: Vernissage

11.4., 19 Uhr: Justiz und Politik

Die Gewaltenteilung ist ein tragendes Prinzip der Verfassung eines Rechtsstaats. Aber nicht alle demokratischen Staaten, noch nicht einmal in Europa, halten sich gleichermaßen an dieses fundamentale Prinzip. Diskussion zum aktuellen Stand mit Gonzalo Boye, spanischer Rechtsanwalt u.a von Carles Puigdemont und anderen politischen Exilierten und Bernhard „Felix“ von Grünberg (SPD, MdL. NRW a. D., stellvertretender Vorsitzender der UNO-Flüchtlingshilfe e. V., Rechtsanwalt).

Moderation: Krystyna Schreiber, Journalistin.

23. und 24.4., In Pieces – Virtual Reality-Installation von und mit Joan Soler-Adillon

23.4 von 18 bis 21 Uhr:

24.4 von 18 bis 21 Uhr:

In Pieces ist eine experimentelle Virtual Reality (VR)-Installation zu den konkreten Auswirkungen politisch motivierter Inhaftierung und Exilerfahrungen auf die Persönlichkeit. Sie gibt den katalanischen politischen Gefangenen und den verbannten Politiker*innen wie auch ihren unmittelbaren Angehörigen eine Stimme. Sie lässt uns den Schock des plötzlichen Verlusts aller bürgerlichen und politischen Rechte sowie der Redefreiheit direkt erfahren.

Die aktuelle Version befasst sich mit den Aussagen des Aktivisten Jordi Cuixart, der sich seit dem 16. Oktober 2017 in Untersuchungshaft befindet und seiner Partnerin Txell; sowie dem Zeugnis von Anna Forn, der Tochter des ehemaligen katalanischen Innenministers Quim Forn, der seit dem 2. November 2017 in Untersuchungshaft ist.

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Veranstalter: Assemblea Nacional Catalana und Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte

Letzte Ausstellung

vom 13.03.2019 bis 30.03.2019 im Foyer Robert-Havemann-Saal

Timor-Leste – 20 Jahre Unabhängigkeitsreferendum. Ein kleines Land mit großer Geschichte

Wanderausstellung

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vom 13.03.2019 bis 30.03.2019 im Foyer Robert-Havemann-Saal

Timor-Leste – 20 Jahre Unabhängigkeitsreferendum. Ein kleines Land mit großer Geschichte

Wanderausstellung

aktuelle Ausstellung
© Cornelius Balle

Timor-Leste, oder im deutschen Sprachgebrauch häufiger Osttimor, erlangte erst 2002 seine Unabhängigkeit und ist damit der jüngste Staat Südostasiens. Generell ist das konkrete Wissen um diese erste Nation des 21. Jahrhunderts dünn gesät: Wo liegt das nochmal? Ist da nicht Krieg? So oder so ähnlich lauten wohl die häufigsten ersten Nachfragen. Die Wanderausstellung Timor-Leste – 20 Jahre Unabhängigkeitsreferendum. Ein kleines Land mit großer Geschichte ist mit dem erklärten Ziel angetreten, das zu ändern.

Die Ausstellung geht dabei anhand von Bildern, Texten und Zitaten Schritt für Schritt vor: Grundlegende Daten und Fakten zu Timor-Leste führen über die Jahrhunderte als portugiesische Kolonie, der Besetzung durch Japan und Indonesien, der kurzen Unabhängigkeit für wenige Tage in den 1970ern bis hin zur schließlich erfolgreichen Unabhängigkeit am 20. Mai 2002 und aktuellen Entwicklungen. Dabei werden Konflikte und Auseinandersetzungen durch Darstellung der jeweiligen Akteur*innen und ihrer Ziele, durch Zitate und Erlebnisberichte lebendig und verständlich dargestellt.

Konzipiert wurde die Ausstellung von einer Gruppe Studentinnen, die als weltwärts-Freiwillige während der letzten fünf Jahre selbst für 10 Monate in Timor-Leste gelebt haben. Ihr Fokus liegt auf auf der historisch gewachsenen Geschichte der geteilten Insel, behandelt aber auch die jüngste Vergangenheit des jungen Staates: Den Öl-Streit mit Australien, die politische Situation nach den letzten Wahlen und aktuelle Auseinandersetzungen um Frauenrechte. Die weltwaerts-Freiwilligen vermitteln uns einen unmittelbaren Eindruck von den Besonderheiten dieses Landes, wie etwa seiner Sprache Tetum. Durch ihre direkten Erfahrungen nehmen uns die Autor*innen mit in das heutige Timor-Leste und seine Kultur zwischen Tradition und Pop.

Die Ausstellung wurde mit Unterstützung durch Watch Indonesia, der Stiftung Asienhaus und Misereor realisiert.

Termine zur Ausstellung:

Vernissage am 13.03.2019 um 18 Uhr

Ausstellungseröffnung mit Beatriz`s War (2013, OmU), dem ersten in Timor-Leste produzierten Spielfilm.

Finissage am 30.03.2019 um 18 Uhr

Mit Referent*innen & Diskussion zum Referendum in Timor-Leste 1999.

Weitere Informationen zum Frauenprojekt Centru Treinamentu Integral no Dezenvolvimentu – CTID » sowie ein Film zur Arbeit der weltwaerts-Freiwilligen unter »

Und im Misereor-Blog gibt es einen Bericht zur Arbeit in Timor-Leste und Projekten»

Veranstalter: Ehemalige weltwärts-Freiwillige aus Timor und Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte

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