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Die Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte unterstützt Veranstaltungen als Mitveranstalterin oder führt eigene Veranstaltungen durch. Hier finden Sie einen Rückblick auf die Stiftungsveranstaltungen des Jahres 2009
10. 12. 2009
Infoveranstaltung im Rahmen der Einwendungskampagne
Morsleben unter die Lupe nehmen
Noch bis zum 21. Dezember läuft die Morsleben-Kampagne, in deren Rahmen wir versuchen, auf die abenteuerlichen Schließungspläne für das Bergwerk Morsleben inklusive der darin lagernden 37.000 Tonnen Atommüll aufmerksam zu machen.
Seit Jahren hören wir Skandalnachrichten über die niedersächsische Atommüllkippe Asse II. Aber auch Morsleben, das ehemalige Endlager der DDR für mittel- und schwachradioaktiven Atommüll in Sachsen-Anhalt, ist einsturzgefährdet und alles andere als sicher.
Obwohl Wasser ins Bergwerk läuft und tonnenweise Salzgestein von den Decken der Hohlräume stürzt, erklärt die Politik Morsleben als endlagergeeignet. Besonders skandalös ist das Verhalten der ehemaligen Bundesumweltministerin Angela Merkel, die noch nach 1994 gegen alle wissenschaftlichen Bedenken die weitere Einlagerung erzwang.
Da der Standort nach wie vor geologisch denkbar ungeeignet ist, um Atommüll von der Biosphäre abzuschotten, gilt es aufzupassen, wenn das Bergwerk jetzt geschlossen werden soll. Wir rufen dazu auf, bis zum 21. Dezember Einwendungen gegen die Schließungspläne zu erheben und erklären auf der Veranstaltung, warum das Sinn macht und wie das geht.
Veranstalter: Morsleben-Kampagne, Grüne Liga e. V. & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
08. 12. 2009
Vernissage
"Mit unseren Augen" -
Madagassische Straßenkinder fotografieren ihren Alltag
Eröffnung der Fotoausstellung mit der Initiatorin Anne Richter
Veranstalter: Anne Richter, Zaza Faly e. V. & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
06. 12. 2009
Forstetzung des Workshops vom 5.12.
"Lasst Puppen sprechen"
Interaktives Puppenspiel in der Friedensarbeit und der entwicklungspolitischen Bildung
Programm Sonntag:
10.00 theaterpädagogische Übungen
10.30 Drehbucharbeit, Herstellen von einfachen Figuren und Requisiten , Zusammenstellen der Musik
13.00 Mittagspause
14.00 Figuren fertig machen, Aufführungen
17.00 Auswertung und Ausblick
Die theaterpädagogische Arbeit der peace brigades international wird gefördert von:
InWent, Katholischer Fonds, Evangelischer Entwicklungsdienst, KED, Landeszentrale für politische Bildung Hamburg, NUE (Bingo-Umweltlotterie)
Veranstalter: peace brigades international - pbi & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
05. 12. 2009
Workshop 5./6. 12.
"Lasst Puppen sprechen"
Interaktives Puppenspiel in der Friedensarbeit und der entwicklungspolitischen Bildung
mit Heike Kammer, die seit 1987 als Freiwillige und Friedensfachkraft in Projekten der peace brigades international - pbi in Lateinamerika arbeitet. Die Stadt Weimar verlieh ihr 1999 den Menschenrechtspreis. Seit 2007 engagiert sie sich bei pbi in der Friedenserziehung mit Theatermethoden.
Für alle, die Spaß am Theater spielen haben und mit Kindern zu Themen wie Gewalt, Versöhnung, Freundschaft und interkultureller Begegnung arbeiten (wollen), bietet der Workshop viele Anregungen und Gelegenheit zum Ausprobieren.
Das Interaktive Puppenspiel ermöglicht die Beschäftigung mit diesen oft schwierigen Themen auf kindgerechte Art, denn in ihm spiegelt sich das Verhalten vieler Menschen auf humorvolle und gleichsam tiefsinnige Weise wider.
Im Workshop erhalten die Teilnehmer/innen einen Einblick in Grundlagen der Theaterpädagogik und erfahren Beispiele für den Einsatz des Interaktiven Puppenspiels. Sie entwickeln selbst Theaterszenen, basteln Theaterfiguren und Bühnenbilder und führen ein kurzes Theaterstück auf.
Zeit:
++ Sa. 5.12.09, 10.00 bis ca. 18.00 Uhr,
++ So. 6.12.09, 10.00 bis ca. 18.00 Uhr
Teilnehmerbeitrag: 10,- Euro pro Person
(einschl. Material, einfache Verpflegung)
Infos und Anmeldung (letzteres bitte bis 30.11.)
bei der Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
unter kontakt[at]hausderdemokratie.de bzw. Tel. (030) 20165520
Programm Samstag:
10.00 Ankommen, Vorstellung, Übungen der Theaterpädagogik
11.00 Puppentheater und seine Geschichte in der Arbeit von peace brigades international, Beispiele aus der Puppentheater-Arbeit
12.30 Mittagspause
14.00 Kleingruppenarbeit: Themenfindung, Ausarbeitung kleiner Szenen
15.00 Vorstellung der Kleingruppenergebnisse, Auswahl der Themen zur Weiterbearbeitung, erste Drehbucharbeit
17.30 Zwischenauswertung
Veranstalter: peace brigades international - pbi & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
04. 12. 2009
„Alle Menschen sind frei und gleich..."
Nacht der Menschenrechte
„Alle Menschen sind frei und gleich...“
Diesem Grundsatz der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 widmen wir unseren Abend mit Soli-Basar und Programm:
17:00 Mexikanisches Puppenspiel mit Heike Kammer:
Als langjährige Friedensaktivistin nutzt Heike Kammer das Spiel mit Tieren und Puppen, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen. Durch aktives Mitgestalten der Geschichten auf der Bühne lernen die Kinder viel über ihr eigenes Streitverhalten, gewinnen aber auch Interesse an globalen Problemen, wie Kinderarbeit in anderen Ländern, Ungerechtigkeit allgemein, Möglichkeiten demokratischer Entscheidungsfindung und gewaltfreier Konfliktlösung.
ab 17:30 Amnesty weckt auf!
Enteignung und Zwangsumsiedlung sind in Kambodscha – besonders für die am Rande der Hauptstadt Phnom Penh lebenden Landbevölkerung – erschreckender Alltag geworden. Auf dem zwangsgeräumten Grund und Boden entstehen neue Industriebetriebe, Sportstätten und Hotels, obswohl sich die kambodschanische Regierung die Bekämpfung von Armut ausdrücklich zum Ziel gesetzt hat.
Amnesty zeigt Filmmaterial der menschengemachten Tragödie vor Ort und fordert, nicht nur am 4.12.2009, die volle Wiederherstellung aller Menschenrechte in Kambodscha.
18.00 Uhr „Mit unseren Augen“ -
Madagassische Straßenkinder fotografieren ihren Alltag. Anna Richter hat mit Unterstützung des Vereins Zaza Faly Berlin e. V. aus diesen Bildern eine Ausstellung konzipiert und stellt das Projekt in einer Preview vor.
18.30 Uhr „Inhaftiert – und keine Chance auf einen Anwalt?“ Eine Diskussion über die prekäre Rechtslage für Abschiebehäftlinge in Berlin-Brandenburg. Wir wollten gern bleiben. Jetzt sollen wir fort und dürfen nicht einmal das. Flüchtlingsseelsorger Martin Stark (Jesuiten-Flüchtlingsdienst Deutschland) und Bernhard Fricke (Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) sprechen mit Dr. Robin Schneider (Referatsleiter Zentrale Angelegenheiten beim Beauftragten des Berliner Senats für Integration und Migration) über die Haft in Berliner und Brandenburger Abschiebegefängnissen. Schwerpunkt ist die quasi unwillkürliche Rechtspraxis der Fallabwicklung. Moderation: Andrea Würdinger (Vorstandsvorsitzende des Vereins Republikanischer Anwältinnen und Anwälte - RAV e. V.)
20.00 Uhr „Aktuell reflektiert“ Berliner Lesebühnenautoren stellen sich harten Fakten. Mit Mimik und Gestik zieht Udo Tiffert seine Zuhörer in seine ironischen Gedankenkreise zu Politik, Liebe und alltäglichem Wahnsinn. Der ruhige Zweimetermann wandelt sich dabei auf der Bühne einen mitreißenden Entertainer. Für Andreas Krenzke (Lesebühnenbesuchern auch bekannt unter dem Namen „Spider”) ist die Sprache kein kurz tretender Selbstzweck. Er sammelt Beobachtungen, beständig und präzise, und fixiert sie im Text – schlagkräftig, schonungslos und treffsicher. Also, kommt aus der Deckung!
21.00 Uhr Kraft und Umarmung – Chanson und Akkordeon. Ein Winterkonzert mit und von Marianne Cornil. „Schöne Unordnung, weil so etwas wie wärmeliebeschönheit dort steckt, wo man sie selten vermuten würde. Ungeahnt tauchen Blicke auf, Worte, Lieder, unfassbare Details, die ins Auge das Ohr streicheln oder direkt das Herz treffen. Darum geht es.” Marianne Cornil singt und spielt Lieder aus aller Welt.
22.00 Uhr Zum Ausklang: Viel Weltmusik mit DJ Martin
Den ganzen Abend / so lange der Vorrat reicht: Soli-Basar zugunsten des Rechtshilfefonds für Abschiebehäftlinge in Berlin und Brandenburg. Wir bitten um Sachspenden und großzügigen Einkauf!
Info-Flyer zum Rechtshilfefonds (pdf)
Veranstalter: Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
25. 11. 2009
Republikanische Vesper
Letzter Ausgang aus Afghanistan? Perspektiven zur Beendigung des deutschen Militäreinsatzes
Anfang Dezember wird der deutsche Bundestag über den weiteren Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan entscheiden. Inzwischen mehren sich, auch aus den Reihen des Militärs, die kritischen Stimmen über die seit 8 Jahren andauernde Mission. Eine "Befriedung" des Landes mit militärischen Mitteln scheint in weiter Ferne. Hinzu kommt, dass mehr und mehr zivile Aufbauprojekte und Organisationen der Entwicklungshilfe die Vermengung militärischen und zivilen Engagements kritisieren. Sie bemängeln nicht nur die ungleiche Verteilung der finanziellen Mittel zwischen militärischen und zivilen Kräften, sondern auch eine Gefährdung ziviler Helfer durch die Nähe der Militärs.
Vor diesem Hintergrund wollen wir diskutieren:
- Wie kann die Spirale der militärischen Eskalation in Afghanistan beendet werden?
- Mit welchen Schritten kann der Vorrang ziviler Entwicklungsziele wieder hergestellt werden?
- Wie kann eine deutsche Exit-Strategie aussehen, die die Sicherheitsbedürfnisse afghanischer Bürgerinnen und Bürger, ziviler Aufbauprojekte und der westlichen Entwicklungshelfer berücksichtigt?
- Wie kann diese Strategie international vernetzt werden?
Für Impulsreferate haben wir eingeladen:
- Ute Finckh-Krämer (Bund für Soziale Verteidigung)
- Martin Kutscha (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin)
moderiert von Werner Koep-Kerstin (Humanistische Union).
Die Vespern dienen dem freien und gleichberechtigten Austausch über zeitpolitische Fragen und sollen in ungezwungener Atmosphäre zur Diskussion unter den Beteiligten anregen. Zur Vesper gibt es Brot und Käse, Wasser und Wein. Die Republikanischen Vespern finden normalerweise an jedem letzten Donnerstag im Monat statt - nur diesmal ausnahmsweise bereits am Mittwoch.
Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
12. 11. 2009
Buchvorstellung mit dem Autor
Frank Welskop: BBI – ein neuer Berliner Bankenskandal?
++ Das Dilemma des BBI:
++ falsche Prognosen - falsche Standortentscheidung - überdimensionierte
Planungen
++ Aus dem Vorwort von Prof. Dr. Markus C. Kerber (TU Berlin):
Eine öffentliche Diskussion über das Ob des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg-International (BBI) ist stets tabuisiert worden. Stattdessen haben sich die Vertreter der Parteien – sowohl in Berlin als auch in Brandenburg – stets über Standorte und Modalitäten gestritten.
Herausgekommen ist eine langwierige, mit vielen Fehlern behaftete Planung, die zum Gegenstand verwaltungsrechtlicher Prozesse geworden ist. Auch die Frage, ob ein Kapazitätsausbau in dem bei BBI vorgesehenen Maß noch im Hinblick auf die bestehenden Flughafenkapazitäten und ihre Ausbaubarkeit wirtschaftlich ist, wurde von den zuständigen Instanzen der Berliner Politik (Rechnungshof des Landes Berlin) nicht thematisiert. ...
Ist die Demokratie besonders auf Länderebene unfähig, dem haushaltrechtlichen Prinzip der Wirtschaftlichkeit zur Geltung zu verschaffen? Nach der Lektüre von Frank Welskops interessanten Buch wird der Leser jedenfalls den Kopf schütteln.
Dennoch sollte das Engagement des Autors als ein Aufruf verstanden werden, mehr Demokratie zu wagen, gerade in den Bereichen, wo das Infrastrukturengagement der öffentlichen Hand wahrscheinlich auch auf Dauer ohne Alternative bleibt.
++ Frank Welskop: „BBI – ein neuer Berliner Bankenskandal?“, erschienen am 17.9., 240 Seiten, 19,90 EUR
Veranstalter: Grüne Liga & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
29. 10. 2009
Republikanische Vesper
Staatenimmunität bei Kriegsverbrechen?
Das Beispiel Distomo
u. a. mit Gabriele Heineke (Rechtsanwältin, RAV)
Bis heute weigert sich der deutsche Staat, den Überlebenden des Massakers von Distomo, bei dem am 10. Juni 1944 218 Zivilisten von der SS ermordet wurden, Entschädigungen zu zahlen, obwohl das oberste griechische Gericht die Bundesrepublik dazu im Jahre 2000 rechtskräftig verurteilt hat. Das Bundesverfassungsgericht hatte die Ablehnung von Entschädigungszahlungen im Jahre 2006 damit begründet, dass das Massaker in Distomo ein unerlaubter Exzess einer an sich zulässigen Vergeltungsmaßnahme gewesen sei. Und ein allgemeines Kriegsschicksal begründe keine individuelle Entschädigung. Wir wollen uns über den aktuellen Stand der juristischen Verfahren informieren und die Brisanz der bisherigen Erfahrungen vor dem Hintergrund der neuen Kriege diskutieren.
Zur Vesper gibt es Brot und Käse, Wasser und Wein.
Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
07. 10. 2009
Heisel Rein - der gescheite Narr
"Bei uns laufen die Zahnräder anders herum" - Schwänke und Ermordung
des modernen Eulenspiegels
Literarische Performance mit dem Autor und Elser-Biograph Hellmut G. Haasis, Emanzipationshistoriker, der diesen vergessenen, weil ermordeten Spaßvogel ausgegraben hat. Eine Romanfigur, die ihre Geschichte selbst geschrieben hat. Der Autor präsentiert dicht und authentisch den Sprung vom Witzbold zum Euthanasie-Opfer.
Zum Inhalt:
Kann ein Eulenspiegel, Schelm und Vagant ASOZIAL sein?
Der Heisel Rein, geboren 1879, war ein begnadeter Spaßmacher. Die Arbeit ging ihm einfach nicht von der Hand. Anstrengungen hielt er nicht lange aus. Jahrzehntelang wanderte er im Süden herum und übte keinen festen Beruf aus.
1909 kam er zurück und entwickelte sich in seinem Dorf Betzingen zum allseits beliebten Spaßvogel. Hier war er wegen seines Humors gerne gesehen, nicht aber in der aufstrebenden angrenzenden Industriestadt Reutlingen.
Im Geheimen wuchsen bei höheren Amtsträgern gegen ihn Feinde heran, die ihn wegschließen wollten. Der eine war zuerst stellvertretender Bürgermeister im Dorf. Schon vor den Nazis brachte er es zum Leiter des Fürsorgeamts. Der andere Todfeind war der evangelische Dorfpfarrer, der 1925 empfahl, den Spaßmacher in die Klapsmühle einzuschließen und zur Arbeit zu zwingen.
Der Leiter des Fürsorgeamtes, ein alter Wirtschaftsliberaler, heizte 1938 auch noch eine Panik vor den Sintis an. In der Zeitung predigte er, man müsse allen Sintis die Wohnungen kündigen und sie „der ENDLÖSUNG zuführen“. Abends beobachtete er versteckt, wie viele Leute in ein Haus gingen, in dem Sintis wohnten.
Beide Petzer kamen 1934 zum Zug, als der Spaßvogel und Arbeitsverweigerer verhaftet wurde. Einweisungsgrund durch das Amtsgericht: Er habe schon lange kein festes Arbeitsverhältnis, er bediene sich schlimmster Schimpfwörter (im schwäbischen Dialekt), handle mit Waffen (! unter der Hand verkaufte er rostige Pistolen, die nur zum Renommieren taugten), er schreie öffentlich laut.
Ein „Asozialer“!
Die psychiatrische Anstalt, aus der er 1938 zweimal entweichen konnte, steckte ihn übereifrig 1940 in den ersten Grauen Bus. Endstation die erste Gaskammer der deutschen Geschichte, vor dem Schloss Grafeneck auf der Schwäbischen Alb.
Der Pfarrer machte sich nie Vorwürfe, der Leiter des Fürsorgeamtes war nach 1945 ein anerkannter Altliberaler und Gemeinderat.
Veranstalter: AK Marginalisierte - gestern und heute in Kooperation mit VVN-BdA Berlin & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
06. 10. 2009
Präsentation der überarbeiteten und erweiterten Neuauflage mit dem Autor
Hellmut G. Haasis
"DEN HITLER JAG ICH IN DIE LUFT"
Der Attentäter Georg Elser. Biografie
"Ich habe es schon länger aufgegeben, bei solchen Vorträgen nur zu lesen", gesteht Haasis. Stattdessen erzählt er mit viel schauspielerischem Talent über und aus dem Leben eines lang verkannten Widerstandskämpfers. (Heilbronner Stimme, 19.06.2008)
München, 8. November 1939: Alles war sorgfältig vorbereitet. In dreißig Nächten hatte Georg Elser im Pfeiler hinter dem Rednerpult eine Bombe installiert. Doch kurz bevor sie explodierte, hatte Hitler, früher als sonst, den Bürgerbräukeller verlassen. Zum gleichen Zeitpunkt war der Attentäter durch aberwitzige Umstände bereits verhaftet. Noch während Hitler seine Zuhörer gegen England aufstachelte, hatte Elser bei Konstanz versucht, unbemerkt in die Schweiz zu gelangen. In seiner Jackentasche fanden die Zöllner eine Postkarte des Bürgerbräukellers, die den "illegalen Grenzgänger" später zum Verdächtigen machte. Er wurde an die Gestapo nach München ausgeliefert und dort nach schweren Misshandlungen zu einem Geständnis gebracht.
Am 9. April 1945 wurde der schwäbische Schreiner im KZ Dachau hingerichtet. Bis dahin suchte die Gestapo in endlosen Verhören nach den "Hintermännern". Hitler und Himmler wollten nicht glauben, dass Elser allein gehandelt hatte; es musste Drahtzieher geben. Es gab sie aber nicht - ein Umstand, der später auch die Historiker verwirrte: Ein Handwerker, der keiner politischen Gruppe angehörte, ein Einzelner, der früh erkannte, dass der Kriegstreiber Hitler nur mit Gewalt gestoppt werden kann, passte in keine ideologische Schublade.
Während es bisher herablassend hieß, Elser sei nur "ein einfacher
Schreiner" gewesen, arbeitet Haasis im neuen Schlusskapitel erstmals Elsers Persönlichkeit heraus. Dabei stützt er sich auf wertvolle, aber nie ernst genommene Aussagen von Elsers Geschwistern.
Des weiteren hat Haasis Elsers souveräne Strategie bei den Gestapo-Verhören rekonstruiert. Die vielen Gestapomänner, die in Elsers Heimatort Königsbronn die Leute quälten, bekommen endlich ihre Täterbiografien. Die neue Edition baut sich von Elsers Entwicklung zu seiner radikalen Hitler-Gegnerschaft her auf. Während Hitler die Erfüllung nationalistischer Wahnideen vieler Deutscher war, veranschaulicht Elser die absolute Gegenlinie: die Friedenssehnsucht, die in den Leiden des Ersten Weltkriegs gründete. Bereits 1936 kam Elser die Erkenntnis, dass Hitler den nächsten Weltkrieg will - während die Militär-Opposition noch jahrelang Hitlers Kriegspolitik begrüßte.
Haasis arbeitet in seiner Buch-Vorstellung mit seltenen Fotos (die besten fanden sich in der Schweiz). Durchaus unterhaltend zeigt er im Wechselspiel zwischen einem listigen Widerstandskämpfer und der Polizei, wie es Elser beinahe gelungen wäre, Hitlers Kriegspläne zu verhindern.
Hellmut G. Haasis: "Den Hitler jag ich in die Luft" Der Attentäter Georg Elser. Neue, überarbeitete Ausgabe, Broschur, 400 Seiten, mit 25 S-W-Illustrationen Erschienen bei NAUTILUS, August 2009. € (D) 19,90. ISBN 978-3-89401-606-7
Über den Autor:
Hellmut G. Haasis, geboren 1942 in Mühlacker, studierte Theologie, Geschichte, Soziologie und Politik. Nach dem theologischen Examen politischer Publizist, Verleger und Rundfunkautor. Veröffentlichungen u.a.: Spuren der Besiegten (1984), Gebt der Freiheit Flügel (1988), Edelweißpiraten (1996), Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß (1998). Thaddäus-Troll-Preis, Schubart-Preis, Civis-Preis.
Veranstalter: Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte, NaturFreunde Berlin, Berliner VVN-BdA und Arbeitskreis Marginalisierte - gestern und heute
03. 10. 2009
Ein Abend für Mumia
Laura v. Wimmersperg, langjährige Moderatorin der Berliner Friedenskoordination, möchte ihren 75. Geburtstag am 3. Oktober ab 18 Uhr im Robert-Havemann-Saal mit Freunden, Verwandten und Friedensbewegten zusammen begehen. Keine gewöhnliche Geburtstagsfeier soll das werden, sondern ein Abend zu Ehren von Mumia Abu Jamal.
Mumia, schwarzer Journalist und Schriftsteller, eine „Stimme der Unterdrückten“, der aufgrund eines unfairen Verfahrens zum Tode verurteilt wurde und seit mehr als 25 Jahren in der Todeszelle sitzt und dem jetzt nach einer negativen Entscheidung des US-Supreme Courts die Vollstreckung der Todesstrafe droht, braucht weiterhin die Unterstützung vieler!
Sie bittet daher alle Gäste, statt Geschenke mitzubringen, für Mumias Verteidigung zu spenden.
Veranstalter: Jutta Kausch & Eberhard Schultz mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
03. 10. 2009
Matinee zu Carl von Ossietzkys Geburtstag (Nationalfeiertag)
Krieg, Kriegspropaganda und Verschleierung des Kriegs
Aktuelle Beispiele liefert der Afghanistankrieg. Nahezu vergessen sind die 78 Tage Bombenkrieg gegen Jugoslawien vor 10 Jahre - über Folgen, Schäden, Opfer schweigen die Sieger bis heute. Auch die Erinnerung an Deutschlands Marsch in den zweiten Weltkrieg vor 70 Jahren verblasst, während hochsubventioniert mit unzähligen Veranstaltungen, Büchern, Filmen, Ausstellungen 20 Jahre Mauerfall gefeiert werden.
Zum Nachdenken darüber werden in der Matinee beitragen: Daniela Dahn ("Wehe dem Sieger!" ist ihr jüngstes Buch), Ulrike Maercks-Franzen, Fanny Michaela Reisin, Rolf Becker, Kurt Pätzold, Jürgen Rose (dessen Buch "Ernstfall Angriffskrieg" in diesen Tagen erscheint) und Eckart Spoo.
Veranstalter: Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
24. 09. 2009
Republikanische Vesper
Agrokraftstoffe – Grünes Gold?
Ein Mittel im Kampf gegen die Erderwärmung, so nennen es die einen – eine Ursache für steigende Lebensmittelpreise und Hunger, warnen die anderen. Energie vom Acker galt noch bis vor wenigen Jahren selbst bei Umweltgruppen als Lösungsansatz für den Klimaschutz. Nicht nur die Bundesrepublik, sondern auch die EU haben sich ehrgeizige Quotenziele zur Verwendung von Agrokraftstoffen gesetzt. Damit wächst auch die Sorge, dass die Flächenkonkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion zu mehr Hunger weltweit führen wird. Der Anstieg der Nahrungsmittelpreise 2008 wurde von vielen Experten, auch von FAO und Weltbank, zumindest in wesentlichen Teilen auf die Agrokraftstoffproduktion zurückgeführt.
Darüber wollen wir diskutieren. Zur Einführung sprechen Thomas Fritz (Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika) über „Globale Zusammenhänge: Volle Tanks = leere Bäuche“ und Alexandra Huck (kolko e.V.) über „Kolumbien: Menschenrechtsverletzungen unter (Öl-) Palmen“.
Zur Vesper gibt es Brot und Käse, Wein und Wasser.
Veranstalter: Grüne Liga, Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, kolko e.V. – Menschenrechte für Kolumbien, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
11. 09. 2009
Kurzreferate und Diskussion
Qual der Wahl
Warum uns keine Bundestagswahl einer Freien Gesellschaft näher bringen wird
Auf der hektischen Suche nach dem kleineren Übel bleibt die Idee häufig unberücksichtigt, gar nicht erst am Spektakel der Wahlen teilzunehmen. Vorgestellt wird der reiche Fundus an wahl- und parlamentarismuskritischen Analysen und Praktiken, die aus der anarchistischen Ideengeschichte hervorgegangen sind. Ferner sollen unter anderem die Themen Antiparlamentarismus, Wahlboykott und ungültig Wählen auf ihre Tauglichkeit für emanzipatorische Aktions- und Verhaltensmöglichkeiten überprüft werden.
Veranstalter: Bibliothek der Freien. Anarchistische Bücherei im Haus der Demokratie & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
07. 09. 2009
War es eine Revolution? und andere Fragen
Allerorts werden in diesem Jahr die Ereignisse von 1989 in der DDR gefeiert. Eine Reihe von Menschen, darunter viele ehemalige DDR-Bürger, die im Herbst 1989 aktiv zum Sturz des SED-Regimes beigetragen haben, finden jedoch keinen Zugang zur allgemeinen Freude über den Mauerfall. Anstatt sich aber in die laufenden Gedenk- und Jubiläumsfeiern mit einem eigenen Standpunkt einzumischen, ignorieren sie das Ganze. Aus Enttäuschung über die Entwicklung in Deutschland seit 1990 überlassen sie es den „Siegern der Geschichte“, den Charakter dieses historischen Ereignisses für die Nachwelt zu bestimmen.
Wir wollen mit unserer Veranstaltung dieses Dilemma etwas beseitigen helfen und eine Reihe von Fragen zur Diskussion stellen, die dazu beitragen könnten, sich einer wirklichen historischen Aufarbeitung zu zuwenden.
- Was war das für ein Prozess, der im Herbst 1989 in der DDR von „der Strasse“ ausgelöst wurde? Was wollten die Demonstranten und was wollte die kleine Schar von Oppositionellen damals? Waren es Revolutionäre, war es eine Revolution? Nach welchen Kriterien bestimmen wir dies, um einem historischen Ereignis gerecht zu werden?
- Warum nahm die Entwicklung 1990 in der bekannten Richtung ihren Lauf? Und vor allem: Wie schätzen wir den Charakter dieser Entwicklung ein? War es letztlich ein historischer Fortschritt oder Rückschritt, der im Herbst 1989 in Gang gesetzt worden ist und der in der deutschen Einheit mündete? Hat die soziale Emanzipation mit den Massenbewegungen vom Herbst 1989 einen Aufschwung erlebt? Und: Hielt dieser Aufschwung bis heute an oder war die deutsche Einheit ein Rückfall noch hinter die Erfahrungen von DDR-Bürgern?
Gastredner und Impulsgeber: Sascha Möbius (Historiker, Uni Magdeburg, und Leiter der Gedenkstätte Moritzplatz, Magdeburg)
Veranstalter: AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost/West, Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
01. 09. 2009
Der Traum von einem anderen Deutschland
Ausstellungseröffnung zum Antikriegstag
im Haus der Demokratie und Menschenrechte
Veranstalter: Friedensbibliothek/Antikriegsmuseum der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
27. 08. 2009
Info- und Diskussionsveranstaltung
Israel/Palästina: Barrieren überwinden
mit Keren Assaf (israelische Kriegsdienstverweigerin).
"Wir bringen junge Menschen aus Israel und dem besetzten Palästina zusammen, als Alternative zur erzwungenen Trennung und Desinformation. Wir diskutieren über Macht und Verantwortung, um Rassismus abzubauen und Solidarität zu schaffen."
Gazakrieg – Kassam-Raketen mit einem Dutzend Opfer in Israel, Einmarsch israelischer Truppen mit 1.400 Toten auf palästinensischer Seite: Immer wieder eskaliert der israelisch-palästinensische Konflikt. Kriege, Provokationen und Konfrontationen der Hardliner auf beiden Seiten sorgen für eine weitere Verschärfung und Polarisierung in den Gesellschaften Israels und Palästinas.
Deshalb ist es umso wichtiger, dass Initiativen aus der Bevölkerung Barrieren überwinden, Vorurteile und Feindschaften abbauen, Vertrauen schaffen, um über eine gemeinsame Zukunft reden zu können. Die 28-jährige israelische Kriegsdienstverweigerin Keren Assaf ist Mitbegründerin der Initiative "Breaking Barriers", die sich aus den Dialogseminaren der Aktion "Ferien vom Krieg" entwickelt hat. Es ist eine der wenigen Initiativen, die auf beiden Seiten der Mauer arbeitet und auf eine gemeinsame soziale Bewegung auf Graswurzelebene setzt, um einen realen Friedensprozess zu erreichen.
Als Kennerin der facettenreichen israelischen Gesellschaft und der internen Auseinandersetzungen in den palästinensischen Gebieten wird Keren Assaf Folgendes thematisieren und zur Diskussion stellen:
– Aktuelle Konfliktsituation im Nahen Osten;
– Chancen für einen Friedensprozess und Widerstand gegen die Mauer;
– Situation der Friedenskräfte in Israel;
– Initiativen für die israelisch-palästinensische Verständigung.
Weitere Veranstaltungen in
Bremen: 19.8. ++ Bielefeld: 20.8. ++ Kassel: 31.8. ++ Darmstadt: 1.9. ++ Hagen: 2.9. ++ Marburg: 3.9. ++ Mannheim: 8.9 ++ Frankfurt/M.: 9.9.
Träger der Veranstaltungsreihe sind Connection e.V. und das Komitee für Grundrechte und Demokratie (Aktion "Ferien vom Krieg").
Wir danken für die Förderung durch den Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) und das DFG-VK Bildungswerk Hessen.
Weitere Informationen unter +49 (0)69-82 37 55 34 www.Connection-eV.de
Veranstalter: Amnesty International (Gruppe 1180: Israel/Besetzte palästinensische Gebiete), Baobab Infoladen Eine Welt e. V., EAPPI-Netzwerk/Ökumenisches Begleitprogramm Palästina/Israel, Internationale Kriegsdienstgegner/innen (IdK) & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
27. 07. 2009
!Veranstaltung entfällt!
Militant und jüdisch
!Veranstaltung entfällt!
Veranstalter: Jugendantifa Berlin & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
06. 07. 2009
Ein Beitrag zum "Jubiläumsjahr 1989"
Kreuzwege Ost/West
Zu dieser Veranstaltung haben wir Kolleg/innen eingeladen, die die Arbeitswelt im Osten wie im Westen kennengelernt haben. Über ihre
Berichte, Geschichten und Erfahrungen wollen wir auf der Veranstaltung versuchen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Gesellschaften herauszuarbeiten.
Die eingeladenen Akteure sind Menschen, die nicht nur einfach gearbeitet und produziert, sondern auch gleichzeitig in beiden Gesellschaften kritisch interveniert haben, um die Zustände
ihrer jeweiligen Welt zu verbessern und zu verändern.
Veranstalter: Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost/West , Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
30. 06. 2009
Das geplante Ehrenmal der Bundeswehr: Formen militärischer Heldenverehrung und ihre Bedeutung für die Kriegsführung
Diskussion mit Eugen Januschke (Semiotiker), Stefanie Endlich (UdK, Kunstpublizistin) und Frank Brendle (Bildungswerk für Friedensarbeit, Journalist). Moderation: Gerit Ziegler (Bildungswerk für Friedensarbeit)
Für den Sommer 2009 ist die „Inbetriebnahme“ (O-Ton Bundesregierung) des Ehrenmals der Bundeswehr geplant. Die Wortwahl deutet schon an, dass das Ehrenmal vor allem funktionale Bedeutung haben soll. Doch welche? Während die Berliner Denkmalslandschaft schon eine Menge Krieger-/ Kriegs- und Mahnmale bereithält, wird das Ehrenmal der Bundeswehr das erste sein, das sich einzig und allein der Bundeswehr widmet.
Die Rückkehr des Krieges als Mittel deutscher Außenpolitik hinterlässt auch ihre architektonischen Spuren. Die Veranstaltung will der Frage nachgehen, welche Funktion das Ehrenmal genau hat. Ist es die Fortsetzung altbekannten preußisch-deutschen Militarismus oder wird kriegerisches Gedenken hier in neuer Form zelebriert? Ist es ein Krieger-, Mahn- oder Betriebsdenkmal? Und warum braucht die Bundeswehr überhaupt dieses Bauwerk?
Veranstalter: Bildungswerk für Friedensarbeit e. V., Helle Panke e. V. & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
27. 06. 2009
Tagung
Das rote Berlin: Arbeiterwiderstand gegen das Nazi-Regime
Berlin zählte zu den Hochburgen von Dissens, Protest und Widerstand in den Jahren von 1933 bis 1945. Kommunisten, Sozialdemokraten, Sozialisten, Trotzkisten, parteiunabhängige Linke, Gewerkschafter und Arbeitersportler stellten den größten Anteil der Berliner Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer. Trotz Terror und Verfolgung haben sich bis in das Jahr 1944 hinein immer wieder neue Freundes- und Widerstandskreise, Schulungszirkel und informelle Begegnungs- und Organisationsformen gebildet.
Die Tagung hat das Ziel, den Widerstand aus der Arbeiterbewegung und dem sie umgebenden Milieu einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu
machen, Zivilcourage von Menschen zu zeigen, die Nazidiktatur
und Rassenwahn überwinden und den Krieg beenden wollten.
Programm:
9.30 bis 11 Uhr: Gewerkschaftlicher Widerstand 1933-35
++ Marion Goers: Der freigewerkschaftliche Deutsche Metallarbeiterverband (DMV) ++
++ Stefan Heinz: Der kommunistische Einheitsverband der Metallarbeiter Berlins (EVMB) ++
Moderation: Dr. Elke Reuter
11.30-15 Uhr: Widerstand in der Kriegszeit
++ 11.30 Uhr: Hendrik Weipert: Ziele und Aktivitäten der Widerstandsgruppe um Robert Uhrig ++
++ 12.15 Uhr: Dr. Annette Neumann und Dr. Bärbel Schindler-Saefkow:
Neuorganisation im kommunistischen Widerstand 1943/44 ++
++ 14 Uhr: Dr. Rainer Sandvoß: Sozialdemokratischer Widerstand ++
15 bis 17 Uhr: Workshops
++ Dr. Andreas Graf mit Knut Bergbauer, Benjamin Rostalski, Sven Schneider u. a.: Trotzkisten, Anarchisten, oppositionelle Kommunisten und Sozialisten ++
++ Thomas Irmer, Dr. Cord Pagenstecher, Gisela Wenzel: Widerstand mit und von Zwangsarbeitern ++
17 Uhr: Berichte aus den Workshops und Abschluss der Tagung
Eintritt: 5 Euro incl. Kaffee und Mittagessen
Anmeldung: möglichst bis 10. Juni unter info@helle-panke.de
Veranstalter: Berliner VVN-BdA e. V. in Kooperation mit Helle Panke Zur Förderung von Politik, Bildung und Kultur e. V. & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
26. 06. 2009
Das rote Berlin: Arbeiterwiderstand gegen das Nazi-Regime
Arbeiterwiderstand – ein Desiderat der
Widerstandsforschung?
Podiumsdiskussion zur Eröffnung der Tagung
mit Dr. Hans Coppi (Berliner VVN-BdA), Rüdiger Lötzer (IG Metall Berlin), Prof. Dr. Siegfried Mielke (Otto-Suhr-Institut der Freien Universität, angefragt), Dr. Gisela Notz (Historikerin) und Prof. Dr. Johannes Tuchel (Gedenkstätte Deutscher Widerstand). Moderation: Dr. Heiner Wörmann
Eintritt: 1,50 Euro
Anmeldung: möglichst bis 10. Juni unter info@helle-panke.de
Veranstalter: Berliner VVN-BdA e. V. in Kooperation mit Helle Panke Zur Förderung von Politik, Bildung und Kultur e. V. & der Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
25. 06. 2009
Republikanische Vesper
Netzsperren – notwendiger Opferschutz oder Einstieg in die Internetzensur?
Die Republikanischen Vespern finden regelmäßig an jedem letzten Donnerstag im Monat statt. Sie dienen dem freien und gleichberechtigten Austausch über zeitpolitische Fragen und sollen in ungezwungener Atmosphäre zur Diskussion unter den Beteiligten anregen.
Zur Vesper gibt es Brot und Käse, Wasser und Wein.
Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
08. 06. 2009
Kreuzwege Ost/West
Ein Beitrag vom Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost/West zum "Jubiläumsjahr 1989"
Zu dieser Veranstaltung haben wir Kolleg/innen eingeladen, die die Arbeitswelt im Osten wie im Westen kennengelernt haben. Über ihre Berichte, Geschichten und Erfahrungen wollen wir auf der Veranstaltung versuchen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Gesellschaften herauszuarbeiten. Die eingeladenen Akteure sind Menschen, die nicht nur einfach gearbeitet und produziert, sondern auch gleichzeitig in beiden Gesellschaften kritisch interveniert haben, um die Zustände ihrer jeweiligen Welt zu verbessern und zu verändern.
Veranstalter: Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost/West & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
28. 05. 2009
Republikanische Vesper
„Wenigstens hinsehen muss man doch...“
Die EU-Außengrenzen und das Europäische Flüchtlingsregime
Im Sommer 2004 rettete Stefan Schmidt als Kapitän der Cap Anamur – eigentlich mit Hilfsgütern für Westafrika und den Irak unterwegs – 37 afrikanische Flüchtlinge aus dem Mittelmeer. Seit 2007 steht er deshalb gemeinsam mit dem damaligen Cap-Anamur-Chef Elias Bierdel im italienischen Agrigent wegen "Schlepperei" vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft beantragte jeweils 4 Jahre Gefängnis und 400.000 Euro Geldstrafe - das Urteil wird nunmehr für Juni erwartet.
Stefan Schmidt berichtet von einem ganz eigenen Stück des Dramas, das sich tagtäglich kurz vor und kurz hinter den Mauern der „Festung Europa“ abspielt. Zusammen möchten wir diskutieren, welche Perspektiven für eine menschenwürdige europäische Flüchtlingspolitik denkbar wären.
Zur Vesper gibt es Brot und Käse, Wasser und Wein.
Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
18. 05. 2009
Russland-Aktionstage des Bezirks Berlin-Brandenburg von Amnesty International
Ein Jahr Präsidentschaft Medwedjew – Versuch einer Bilanz aus menschenrechtlicher Sicht im Vorfeld des EU-Russland Gipfels.
Podiumsgespräch mit Jurij Dschibladse (Zentrum zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten; Moskau); Dr. Susan Stewart (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin), Peter Franck (Amnesty International). Moderation: Gesine Dornblüth (Journalistin, Berlin).
Vor einem Jahr trat mit Dimitrij Medwedjew in der Russischen Föderation zum ersten Mal ein Präsident an, der seinen Vorgänger nach einer Wahl ablöste. Am 21./22. Mai 2009 findet der EU-Russlandgipfel statt, bei dem es unter anderem um ein neues Partnerschaftsabkommen gehen wird.
Wie sieht die menschenrechtliche Bilanz des neuen Präsidenten nach einem Jahr aus? Haben sich die Hoffnungen auf ein liberaleres Klima nach dem Machtwechsel im Kreml bestätigt? Folgten Ankündigungen des Präsidenten auch wirksame Schritte zu ihrer Umsetzung? Oder liefert der neue Präsident dem Premierminister Putin nur ein liberales Alibi für den Westen, während alles beim Alten bleibt? Wie geht der Westen und insbesondere die EU mit der neuen Lage um? Über welche Einwirkungsmöglichkeiten auf die Lage in Russland verfügt die EU und wie nutzt sie diese? Wie können unabhängige Nichtregierungsorganisationen eine rechtsstaatliche Entwicklung von außen unterstützen?
Diesen und anderen Fragen nachgehen werden - moderiert von der Journalistin Gesine Dornblüth - Jurij Dschibladse (Leiter des Zentrums zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten und Mitglied des Rates zur Entwicklung der zivilgesellschaftlichen Insitutionen und Menschenrechte beim Präsidenten der Russischen Föderation aus Moskau), Dr. Susan Stewart (Expertin für die Beziehungen zwischen der Russischen Föderation und EU bei der Stiftung Wissenschaft und Politik) und Peter Franck (Russlandexperte von Amnesty International).
Bei der Veranstaltung besteht Gelegenheit, sich über die Arbeit von anderen zu Russland arbeitenden Nichtregierungsorganisationen wie dem Deutsch-Russischen Austausch und MEMORIAL Deutschland zu informieren.
Veranstalter: Amnesty International & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
07. 05. 2009
Deutsche Geschichtspolitik – von 1989 bis 2009
Einführung in die Ausstellung
anschließend ab 19:30 Diskussion zur Ausstellungseröffnung
mit Hans Coppi (Historiker, VVN-BdA), Peter Jahn (Historiker, Museum Berlin Karlshorst) und Klaus Wolfram (Basisdruck-Verlag).
Schon im sozialistischen Lager war Geschichtsschreibung immer eine sehr politische Sache. Schließlich sollte der Kommunismus – d. h. die jeweilige Linie der Parteiführung – als historische Notwendigkeit nachgewiesen werden. Je nach aktueller Parteilinie war daher nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Geschichte immerwieder neu darzustellen. Radio Jerewan gab auf die Frage „Was ist schwerer vorauszusagen, die Vergangenheit oder die Zukunft?“ die weise Antwort: „Die Vergangenheit. Unsere Zukunft ist sicher, die Vergangenheit aber ist unvorhersehbar.“
Zur Eröffnung der Ausstellung diskutieren Experten und Zeitzeugen die Veränderungen im öffentlichen und öffentlich vermittelten Geschichtsbild des neuen Deutschlands. Denn auch nach 1989 hat das politische Interesse an Geschichte und Geschichtsschreibung nicht nachgelassen, wie nicht nur am Streit um die Gedenkstättenkonzeption des Bundes zu erkennen war.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Aktionstage politische Bildung.
Veranstalter: Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
27. 04. 2009
Frieden schaffen ohne Waffen? Zur aktuellen Lage der Menschenrechte in Mexiko und zur Arbeit der Internationalen Friedensbrigaden
Heike Kammer, langjährige Aktivistin und Friedensfachkraft bei pbi – peace brigades international, hatte bereits im letzten Sommer mit freundlicher Unterstützung der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin Mexikanisches Puppentheater zur Internationalen Friedensarbeit für Berliner Grundschulen und Kindergärten angeboten. Auch in diesem Jahr ist sie mit ihrer Puppenbühne in Berlin unterwegs. Darüber hinaus bietet sie Workshops zur zivilen Konfliktbearbeitung für Schulklassen ab Jahrgangsstufe 9 und interessierte Jugendliche an.
An diesem Abend berichtet Heike Kammer über die Hintergründe dieser Friedensarbeit: Von ihrer Mexiko-Rundreise Ende 2008 und von der Arbeit der pbi.
Veranstalter: Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
31. 03. 2009
Gespräch mit der Autorin Irina Liebmann
„Das Drama hat stattgefunden.“
Irina Liebman ist die Autorin des Buches „Wäre es schön? Es wäre schön! Mein Vater Rudolf Herrnstadt“
Rudolf Herrnstadt (1903-1966), aus einer jüdischen Familie stammend, wurde Kommunist, Parteiarbeiter im Moskauer Exil und baute nach 1945 die Parteipresse in der SBZ/DDR auf. 1954 wurde er aus der SED als Staatsfeind ausgeschlossen und von da an totgeschwiegen. Irina Liebmann hat ein Buch über ihren Vater geschrieben. Die Frage, die sich zwischen den Zeilen immer wieder findet, wollen wir gemeinsam mit der Autorin diskutieren: Warum hat Herrnstadt geschwiegen über die Verbrechen Stalins? Warum hat er sich nicht getrennt von „seiner Partei“? – Was hat die vielen Kommunisten bewogen, ihre Parteiloyalität über das eigene Gewissen zu stellen?
Veranstalter: Arbeitskreis Geschichte von unten & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
30. 03. 2009
Buchpräsentation
"Ich hab` da mal `ne Frage..."
Wolfgang Helfritsch, Vorsitzender der Tucholsky-Gesellschaft und "Ossietzky"-Autor, stellt satirische "Zuschriften an die Lokalpresse" aus zehn Jahren vor.
Mit von der Partie sind Karikaturist und Buchgestalter Detlef Noack und Mitglieder des Zimmertheaters im Kulturhaus Karlshorst.

Veranstalter: Wolfgang Helfritsch & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
27. 03. 2009
Ausstellungseröffnung
Zusammenleben
Trotz aller Individualisierung der Gesellschaft bleiben die Beziehungen zwischen Menschen oder zwischen Gruppen von Menschen bestimmend für unser Leben. Fünf Fotografinnen und Fotografen des Fotoclubs A49 haben sich in einem Projekt dem gleichzeitig wichtigen und vielschichtigen Thema Zusammenleben gewidmet und jeweils unterschiedliche Aspekte oder Konstellationen von menschlichem Miteinander beleuchtet. In den Blick geraten dabei auch die äußeren Bedingungen unseres Zusammenlebens.
Ausstellung vom 30. März bis zum 24. April werktags 10-17 Uhr
Veranstalter: Fotoclub A49 & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
26. 03. 2009
Republikanische Vesper
Vollbeschäftigung?
mit Hans Köbrich (IG Metall), Mohssen Massarat (Sozialwissenschaftler) und Eckart Spoo (Redaktion Ossietzky).
Die Krise vernichtet hunderttausende Arbeitsplätze. Doch schon vorher, in Zeiten steigender Gewinne der Konzerne, sank die offizielle Arbeitslosenzahl nie unter 3,5 Millionen. Statistisch ungeschönt sind es längst weit mehr. Ein unabwendbares Schicksal? Oder die Konsequenz einseitiger Aneignung ständig steigender Produktivität? Gibt es dagegen ein anderes Mittel als drastische Senkung der Arbeitszeit?
Wissenschaftliche Studien erklären: Durch die Einführung einer 28- bzw. 25-Stunden-Woche wäre Vollbeschäftigung möglich.
Zur Vesper gibt es Brot und Käse, Wasser und Wein.
Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
23. 03. 2009
Podiumsdiskussion zur Ausstellungseröffnung
Abrüstung von Atomwaffen – gestern. Und heute?
mit Otfried Nassauer (Berliner Institut für transatlantische Sicherheit – bits), Sebastian Pflugbeil (Gesellschaft für Strahlenschutz e. V.) und Hans-Andreas Schönfeldt (Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte).
Im Mauerfall-Gedenkjahr wird vieler Dinge gern gedacht, nur die wirklichen Erfolge und Fortschritte des Jahres 1989 schaffen es selten auf den Fernsehschirm. So eröffnete das Ende des Kalten Krieges viele Möglichkeiten zur weltweiten nuklearen Abrüstung, von denen nicht viele genutzt wurden. Schon bald verschwand die Perspektive einer atomwaffenfreien Welt wieder von der politischen Tagesordnung. Heute liegen die weltweiten Rüstungsausgaben sogar deutlich über dem Niveau des Kalten Krieges.
Damals wurde die Nutzung der Atomenergie und die Förderung entsprechender Mineralien auf dem Gebiet der DDR beendet. Vertraglich wurde vereinbart, dass auf dem Gebiet der ehemaligen DDR keine Atomwaffen stationiert werden dürfen. Grund genug, auf diesen Erfolg, seine Voraussetzungen und Lehren zurückzuschauen.
Inzwischen hat der neue US-Präsident, Barack Obama, neue Bemühungen um die weltweite nukleare Abrüstung an und will die Vision von „Global null“, „Global Zero“ wiederbeleben. Auch Russland signalisiert die Bereitschaft zu weiteren Abrüstungsschritten. Kommen wir der Vision einer Welt ohne Atomwaffen heute näher?
++ Ausstellung ++
++ Wismut: Uranbergbau | Folgen | Alltag ++
Die Wismut AG war ein Kind des nuklearen Wettrüstens: Der größte Teil des Urans in den sowjetischen Atombomben stammte aus der DDR. Wie viele Kumpel in Folge ihrer Tätigkeit erkrankten oder starben, wurde von den zuständigen Behörden schon in der DDR und wird auch heute wieder mit einem Tabu belegt.
Eine Ausstellung von IPPNW und Atomopfer e. V. anslässlich der Bundesgartenschau in Thüringen 2007
bis 24. 4. werktags 10-17:00 & nach Vereinbarung |
Foyer vorm Robert-Havemann-Saal
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe
Keine Revolution ist auch keine Lösung. Diskussionen und Positionen 20 Jahre nach 1989
Veranstalter: Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
09. 03. 2009
Oswald Schneidratus im Gespräch mit Frido Seydewitz
Deutsche Antifaschisten im Gulag
Oswald Schneidratus Vater Werner (1908-2000) verbrachte mit Frido Seydewitz (geboren 1919) mehrere Jahre im Arbeits- und Straflager an der Kolyma im Nordosten der Sowjetunion.
1933 emigrierte Frido Seydewitz nach Prag und von dort 1935 in die UdSSR. 1938 wurde er vom NKWD verhaftet und für 10 Jahre in Stalins Straflager geschickt. Er überlebte nur durch ein Wunder die Zeit hinter dem Polarkreis. Sein Vater, Max Seydewitz, Redakteur und Schriftsteller, gehörte als Reichstagsabgeordneter zum linken Flügel der SPD. Von 1947 bis 1952 war er Ministerpräsident von Sachsen. Am 5. März 1948 kehrte Frido Seydewitz nach Dresden zurück.
Eintritt: 1,50 Euro
Veranstalter: Berliner VVN-BdA in Kooperation mit Helle Panke e.V. & der Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
28. 02. 2009
Ausstellungseröffnung mit Rahmenprogramm
„Holt die Wäscheleine rein...“
Sinti und Roma – Mythos und Realitäten
Veranstalter: Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
26. 02. 2009
Republikanische Vesper
10 Jahre Kosovo-Krieg - Kein Frieden mit der NATO
mit Gabriele Senft (Fotojournalistin), Rolf Becker (Schauspieler), Urs Kleinert (attac Berlin) und Eckart Spoo (Redaktion Ossietzky).
Der 60. Geburtstag der NATO steht bevor – genauso wie der 10. Jahrestag des NATO-Angriffskriegs gegen Jugoslawien. Ein Friede, der mehr wäre als die Abwesenheit von Krieg, hat sich bis heute in diesem Teil des Balkans nicht entwickelt. Zeit also, nicht nur zurückzublicken – sondern höchste Zeit für die Diskussion von Perspektiven einer friedlicheren, freundlicheren Welt.
Zur Vesper gibt es Brot und Käse, Wasser und Wein.
Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
16. 02. 2009
Lesung & Gespräch
Karl Schlögel: Terror und Traum. Moskau 1937
Moskau 1937: Die sowjetische Metropole auf dem Höhepunkt der stalinistischen Diktatur. In einem Orkan der Gewalt geht eine Gesellschaft vollständig zugrunde. Karl Schlögel rekonstruiert Monat für Monat, wie sich der Terror eines Notstandsregimes zum "Großen Terror" steigerte, dem binnen eines Jahres anderthalb Millionen Menschen zum Opfer fielen. Doch damit ist noch nicht die ganze Geschichte erzählt: Im Schatten des Terrors will das Regime um Stalin eine neue Gesellschaft aufbauen. Gestützt auf zahllose Dokumente, vergegenwärtigt Schlögel in seinem historischen Meisterwerk eine Zeit, in der Terror und Traum fließend ineinander übergingen.
Veranstalter: Förderverein für Osteuropäische Kultur e.V. & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
14. 02. 2009
Eine Lesereihe der Stiftung für Migration, Erinnerung und Dialog.
Entfesselte Worte — Literatur über politische Gefangenschaft:
Mansur Rajih
Mansur Rajih, 1958 geboren, war der Präsident der yemenitischen Studenten-Union und setzte sich für Menschenrechte ein. 1983 wurde er verhaftet und fälschlicherweise wegen Mordes verurteilt. Er saß 15 Jahre lang in Haft, bis er aufgrund lang andauernder internationaler Kampagnen freigelassen wurde. Er ging 1998 nach Norwegen. Seine Gedichtsammlungen wurden sowohl in Norwegen als auch im Yemen veröffentlicht. Er schreibt für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften in der arabischen Welt. Bei der Veranstaltung wird er Texte und Gedichte lesen.
Die Stiftung für Migration, Erinnerung und Dialog möchte ein Forum für die Erinnerungen, die Dokumentation und Aufarbeitung von Kriegs-, Regime- und Konflikterfahrungen schaffen. Die Lesereihe „Entfesselte Worte“ vereint politisch denkende und agierende Schriftsteller und Künstler aus dem Nahen und Mittleren Osten, die aufgrund ihrer Äußerungen und Handlungen inhaftiert wurden und ihre Erfahrungen einer politischen Gefangenschaft niedergeschrieben haben. Die Lesungen sind in der jeweiligen Landessprache (hier: arabisch) und werden ins Deutsche übersetzt.
Veranstalter: Stiftung Migration, Erinnerung und Dialog & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
12. 02. 2009
Podiusmdiskussion
Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Russland -
Berichte über die Menschenrechtsarbeit vor Ort
Immer wieder kommt es vor allem in den Großstädten der Russischen Föderation zu rassistisch moti-vierten fremdenfeindlichen Übergriffen. Die „Moscow Times“ zitierte jüngst den Moskauer Polizei-chef Wladimir Pronin, nach dessen Angaben sich die Anzahl rassistischer Übergriffe im Jahr 2008 um 300 Prozent erhöht habe. Allein in Moskau sei es zu 90 tätlichen Angriffen auf Ausländer nicht-slawischen Aussehens gekommen, bei denen 47 Menschen ums Leben gekommen und 46 schwer ver-letzt worden seien. Gewalt gibt es aber auch gegen Menschen, die der antifaschistischen Szene zu-gerechnet werden. Eines der letzten Opfer ist Fjodor Filatow, der am 10. Oktober 2008 in Moskau von mehreren jungen Männern angegriffen und mit Messern tödlich verletzt wurde. Fjodor Filatow soll sich zu antirassistischen Skinheads gezählt haben.
Welche Entwicklungen rechtsextremer und fremdenfeindlicher Gewalt gibt es in der Russischen Föderation? Wie geht der Staat mit dieser Herausforderung um? Welche Gegenstrategien gibt es? Welche Handlungsmöglichkeiten für antirassistische Menschenrechtsarbeit werden genutzt und wie sind die Erfahrungen damit?
Diesen Fragen gehen nach: Ira Aksenova und Alexey Kozlov (Youth Human Rights Movement, Woronesch) sowie Peter Franck (Amnesty International). Moderation: Lisa Gross (Youth Human Rights Movement, Berlin)
Veranstalter: Amnesty International, Youth Human Rights Movement & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
29. 01. 2009
Republikanische Vesper
Nazi-Aufmärsche im rot-roten Berlin?
mit Michael Knape (Direktor beim Polizeipräsidenten von Berlin, Einsatzleiter am 6.12.2008), Evrim Baba (MdA Die Linke. Berlin) und RA Sven Richwin (Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein).
Alle Jahre wieder um die Weihnachtszeit versuchen Nazis in Berlin für ein „nationales Jugendzentrum“ zu demonstrieren. Am 6. 12. 2008 erstmals nicht in Treptow-Köpenick, sondern in Lichtenberg, dafür aber mit massiver Unterstützung der Polizei: Die entschied kurzerhand, die angemeldeten Gegenaktionen in Hörweite nicht zu genehmigen und ging gegen den folgenden zivilen Ungehorsam entsprechend rabiat vor. Können solche Entscheidungen rein polizeitaktische Fragen sein? Oder muss es sich dabei nicht vor allem um eine politische Frage handeln – gerade in einem rot-rot regierten Berlin? Über Einschätzungen, Konsequenzen und Handlungsmöglichkeiten möchten wir an diesem Abend mit Beteiligten, Betroffenen und Verantwortlichen diskutieren.
Zur Vesper gibt es Brot und Käse, Wasser und Wein.
Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
26. 01. 2009
Podiumsdiksussion
Einig und unteilbar? Die Bedeutung der Menschenrechte in der individuellen und kollektiven Emanzipation
Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte postuliert, daß alle Menschen frei und „gleich an Würde und Rechten“ geboren sind.
Wer aber erkämpft das Menschenrecht? Und wie verhalten sich Freiheit und Gleichheit zu der sehr ungleichen Stellung von Menschen in der sozialen Realität? Welche Bedeutung kommt der Verständigung über Menschenrechte in der Bemühung um eine menschenfreundlichere Gesellschaft zu?
Darüber diskutieren Menschen, die sich in Theorie und Praxis mit der Realität und der Realisierung von Menschenrechten befassen:
Thomas Kuczynski (Wirtschaftshistoriker), Roland Klautke (Aktionsbündnis Sozialproteste, attac) und Ingo Stamm (FIAN).
++ Keine Revolution ist auch keine Lösung ++
Die Veranstaltung ist der Auftakt zu einer Reihe von Diskussionen, mit der wir 20 Jahre nach einem ereignisreichen Jahr 1989 zu einem kritischen Rück- und Ausblick einladen.
Veranstalter: Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
19. 01. 2009
Film & Lesung mit Gespräch
Grigori Pasko: HONIGKUCHEN – Anleitung zum Überleben hinter Gittern
Nirgends in der Welt ist die Gefahr, hinter Gitter zu kommen, so groß wie im heutigen Russland. Rund dreieinhalb Millionen Russen wandern jährlich in den Knast. 1997 geriet der Journalist Grigori Pasko in die Fänge des Willkürsystems. Der Vorwurf: Landesverrat. Im Untersuchungsgefängnis von Wladiwostok schrieb Pasko das Essay "Honigkuchen". Das Buch, gestaltet als eine "Anleitung zum Überleben hinter Gittern", zeigt schonungslos die Missstände in Russland auf. Und es rettete ihn vor der geistigen Verwahrlosung im Gefängnis.
Als Marineoffizier und Militärjournalist hatte er mit der Kamera festgehalten, wie russische Marineeinheiten atomaren Müll in den Pazifischen Ozean entsorgten. Dieses brisante Material hatte er japanischen Journalisten übergeben. Trotz internationaler Proteste wurde Pasko schließlich 2001 zu vier Jahren verschärfter Lagerhaft verurteilt. Das bedeutete täglichen Psychoterror, Schlafen in Schichten, Trostlosigkeit, Graubrot, Graupen und immer nur Graupen.
"Selbst wenn sich ein Mensch ganz an die Gesetze hält, obwohl das in unserem Land kaum möglich ist, rettet ihn das nicht vor dem Gefängnis. Denn die Mächtigen in diesem Regime sind unberechenbar. Sie können nicht einmal das Gesetz lesen", sagt Pasko.
"Du bist ein Deklassierter, ein Namenloser, ein Knasti. Bist gesichtsloses Kroppzeug. Vieh. Die Wärter werden dich treten, die Rotklappen werden dich demütigen, die Untersuchungsführer dich schikanieren." (Grigori Pasko: "Honigkuchen")
Veranstalter: Förderverein für Osteuropäische Kultur e. V. & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
17. 01. 2009
Eine Lesereihe der Stiftung für Migration, Erinnerung und Dialog.
Entfesselte Worte — Literatur über
politische Gefangenschaft: Faraj Bayrakdar
Faraj Bayrakdar veröffentlichte fünf Bände seiner Gedichte und sechs Bücher über seine fast 15-jährige Gefangenschaft im syrischen Gefängnis. Er wird Auszüge davon vorstellen.
Die Stiftung für Migration, Erinnerung und Dialog möchte ein Forum für die Erinnerungen, die Dokumentation und Aufarbeitung von Kriegs-, Regime- und Konflikterfahrungen schaffen. Die Lesereihe „Entfesselte Worte“ vereint politisch denkende und agierende Schriftsteller und Künstler aus dem Nahen und Mittleren Osten, die aufgrund ihrer Äußerungen und Handlungen inhaftiert wurden und ihre Erfahrungen einer politischen Gefangenschaft niedergeschrieben haben. Die Lesungen sind in der jeweiligen Landessprache (hier: arabisch) und werden ins Deutsche übersetzt.
Veranstalter: Stiftung Migration, Erinnerung und Dialog & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte
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