Startseite
Veranstaltungsprogramm
Organisationen im Haus
Unsere Ausstellungen
Unsere Hauspost
Die Geschichte
Unser Selbstverständnis
Projekte des Hauses
Publikationen
Mitmachen
Unser Newsletter
Spenden für die Vielfalt
Die Stiftung
- Veranstaltungsrückblick 2009
- Veranstaltungsrückblick 2008
Räume mieten
Impressum
Kontakt und Anfahrt
 
Click to read more about Olkiluoto Blockade
 
Atomkraft: Schluss jetzt!

Die Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte unterstützt Veranstaltungen als Mitveranstalterin oder führt eigene Veranstaltungen durch. Hier finden Sie einen Rückblick auf die Stiftungsveranstaltungen des Jahres 2008



15. 12. 2008

Lesung & Film

Nurejew - die Biografie //
Nurejew - From Russia with Love

(Ersatz für die ausgefallene Veranstaltung vom 28.11)

1.Teil:
++ Nurejew - Die Biografie ++
++ Eine Lesung ++

Sein Talent, sein Lebensstil und sein Schicksal machten Rudolf Nurejew (1938 – 1993) weltberühmt. Er revolutionierte das Ballett und wurde sein erster großer Star. Als Mitglied der legendären Kirow-Truppe zum bekanntesten Tänzer Russlands aufgestiegen, setzte er sich im Juni 1961 bei einem Gastspiel in Paris in den Westen ab – der Beginn einer glänzenden Karriere, die ihn auf die Bühnen der ganzen Welt führte. Er arbeitete für die besten Choreographen und Ensembles seiner Zeit, in Wien, Paris, London und New York. Von schwerer Krankheit gezeichnet, nahm er 1992 Abschied von der Bühne, vom Publikum triumphal gefeiert. Wenige Monate später starb er, erst 54-jährig, an den Folgen von AIDS.


2. Teil:
++ "Nurejew - From Russia with Love" ++
++ Film-Porträt ++

Der Dokumentarfilm zeigt mit vielen noch nie veröffentlichen Ausschnitten die Anfangsjahre der Karriere Nurejews in Russland - wie ein Junge in Baschkirien den Volkstanz für sich entdeckt und dann vom Tanzen nicht mehr lassen kann. Er erinnert an Nurejews preisgekrönten Auftritt 1958 in Moskau in "Le Corsaire". Dank der Recherchen von Julie Kavanagh für ihre gerade erschienene Biografie über Nurejew kann der Film auch Ausschnitte aus frühen Auftritten von Nurejew am Kirow-Theater zeigen, unter anderem aus "Schwanensee", "Sleeping Beauty" und aus "Le Corsaire". Die Amateuraufnahmen sind einem engen Freund Nurejews zu verdanken, einem Ballettstudenten aus der ehemaligen DDR, der die Aufnahmen für Nurejew machte, um ihm dabei zu helfen, seine Tanztechnik zu verbessern. Sie werden in diesem Film zum ersten Mal überhaupt zu sehen sein.

Veranstalter: Förderverein für Osteuropäische Kultur e.V. & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



12. 12. 2008

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte

Gedenk- und Infoveranstaltung über die Lage der Menschenrechte und die ermordeten iranischen Schriftsteller, PolitikerInnen und Journalisten

mit Elke Schäfer (Geschäftsführerin Reporter ohne Grenzen), Parastou Forouhar und Sohrab Mokhtari (Tochter und Sohn zweier der im Iran ermordeten Intellektuellen im Herbst 1998) und Amnesty International (angefragt). Musikalische Begleitung: Eva Weber (Geige)

Vor 10 Jahren, im November und Dezember 1998, hat die Islamische Republik Iran innerhalb von wenigen Wochen die beiden Schriftsteller Mohammad Mokhtari und Mohammad Jafar Pouyande, das Politikerehepaar Parvaneh Eskandari und Daryoush Forouhar sowie den Journalisten Madjid Sharif bestialisch ermordet. Das Schicksal des sechsten verschwundenen Journalisten, Pirouz Dawani, ist noch immer ungeklärt. Diese Morde wurden im Iran als politische Kettenmorde bekannt. Zwei Monate später hatten die Machthaber unter heftigen Protesten im In- und Ausland zugeben müssen, dass Angestellte des iranischen Geheimdienstes in die Mordserie verwickelt sind. Doch die Täter und Auftraggeber dieser Attentate sind nie gestellt worden.
Der von den Angehörigen der politischen Kettenmorde beauftragte Rechtsanwalt, Dr. Nasser Zarafshan, wurde von der Justiz zu fünf Jahre Gefängnisstrafe und 50 Peitschenhieben verurteilt, weil er diesen Fall aufklären wollte.

Wir wollen an diesem Abend über die Vorfälle und Hintergründe informieren - und den Opfern gedenken.

Veranstalter: Komitee zur Unterstützung der pol. Gefangen im Iran – Berlin e.V., Verein iranischer Flüchtlinge – Berlin e.V., Internationale Liga für Menschenrechte & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



27. 11. 2008

Republikanische Vesper

Finanzmarktkrise

Im Juli 2007 begann in den USA eine Finanzmarktkrise, die seither nicht nur die internationalen Finanzmärkte in Turbulenzen versetzt hat. Seit Anfang dieses Jahres gingen allein in den USA über 700 000 Arbeitsplätze verloren. Und auch wenn diese Krise den deutschen Arbeitsmarkt noch nicht erreicht hat, so stehen doch keine guten Zeiten bevor: Denn selbst der Konjunkturaufschwung hat den meisten Beschäftigten hierzulande zwar mehr Arbeit gebracht, aber für weniger Geld.

Über Hintergründe und Handlungsmöglichkeiten diskutieren wir mit Mark Roach (ver.di, Bundesfachgruppe Banken), Wolfgang Pomrehn (freier Journalist), Norbert Reuter (ver.di, Abteilung Wirtschaftspolitik) und Prof. Peter Grottian. Moderation: Sebastian Gerhardt (Stiftung Haus der Demokratie, Lunapark21).

Die Republikanische Vesper findet an jedem letzten Donnerstag im Monat statt. In ungezwungener Atmosphäre soll zu freiem und gleichberechtigtem Austausch über zeitpolitische Fragen und zur Diskussion unter den Beteiligten angeregt werden. Zur Vesper gibt es Brot und Käse, Wasser und Wein.

Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



25. 11. 2008

Seminar im Rahmen des One World BERLIN Filmfestival für Menschenrechte und Medien

Mediale Darstellungen von marginalisierten Quartieren

Anhand von Filmbeispielen und Kurzreferaten werden Medienbilder von Neubauvierteln in Berlin, Dresden, Rom, Paris und Caracas diskutiert.
Eintritt frei, Anmeldung bitte unter 24313039.


++ One World Berlin Fimfestival für Menschenrechte und Medien ++

Zum fünften Mal findet vom 20. bis 26. November 2008 das One World BERLIN Filmfestival für Menschenrechte und Medien statt. One World Berlin ist das Partnerfestival vom One World International Human Rights Documentary Film Festival in Prag, das im März 2008 zum zehnten Mal stattfand. ONE WORLD BERLIN wird von EYZ Media in Kooperation mit zahlreichen Menschenrechtsorganisationen und -initiativen veranstaltet. Insgesamt sind über 35 Filmprogramme während des Festivals zu sehen. Alle Filmvorführungen werden von Gesprächen mit Filmemachern und Experten begleitet.
Thematische Schwerpunkte des diesjährigen Festivals sind 60 Jahre Allgemeine Menschenrechtserklärung – Errungenschaften und Herausforderungen; die Menschenrechtssituation von Lesben, Schwulen und Transidenten im internationalen Vergleich sowie Architektur, Stadt-/Raumplanung und Menschenrechte.
www.oneworld-berlin.de

Veranstalter: One World Berlin, Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



15. 11. 2008

Eine Lesereihe der Stiftung für Migration, Erinnerung und Dialog.

Entfesselte Worte — Literatur über
politische Gefangenschaft: Recep Marasli

Recep Marasli ist 1956 in Kurdistan/Türkei geboren. Bereits als 17-Jähriger war er zum ersten mal wegen politischer Aktivitäten im Gefängnis in Dyarbakir. Wegen Schreiben und Verteilen eines Artikels, das gegen die Hinrichtung von türkischen Revolutionären prostestierte, saß er 16 Monate lang in Haft. Später gründete er den Komal-Verlag, der Schriften zur Geschichte und Situation der Kurden herausbrachte. Viele dieser Schriften wurden verboten, der Verlag von den türkischen Autoritäten immer wieder geschlossen. Recep Marasli saß insgesamt mehr als 15 Jahre in türkischen Gefängnissen. Er wird unter anderem aus einer Verteidigungsrede lesen, die er vor den türkischen Gerichten vorgetragen hatte – eine Analyse der türkischen Repubik und der kurdischen Bewegung. Recep Marasli lebt seit 1999 in Deutschland, er schreibt derzeit an einem Buch über die Geschichte der Armenier, zudem ist er als Künstler und Graphiker tätig.

Die Stiftung für Migration, Erinnerung und Dialog möchte ein Forum für die Erinnerungen, die Dokumentation und Aufarbeitung von Kriegs-, Regime- und Konflikterfahrungen schaffen. Die Lesereihe „Entfesselte Worte“ vereint politisch denkende und agierende Schriftsteller und Künstler aus dem Nahen und Mittleren Osten, die aufgrund ihrer Äußerungen und Handlungen inhaftiert wurden und ihre Erfahrungen einer politischen Gefangenschaft niedergeschrieben haben. Die Lesungen sind in der jeweiligen Landessprache (hier: türkisch) und werden ins Deutsche übersetzt.

Veranstalter: Stiftung für Migration, Erinnerung und Dialog & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



10. 11. 2008

Informations- und Diskussionsveranstaltung über die dramatischen politischen Veränderungen in Italie

Blick in ein EU- und NATO-Partnerland: – Wie die Regierung Berlusconi die Demokratie und den Sozialstaat abbaut – Und wie trotz Berlusconis Medien- und Meinungsmonopols jetzt Millionen Italiener auf die Straße gehen

mit Guido Ambrosiano, Susanna Böhme-Kuby, Albrecht von Lucke und Eckart Spoo

Aktueller Anlaß: die Bedrohung des Restbestands unabhängiger Presse durch Berlusconis Dekret Nr. 144 am Beispiel der linken Tageszeitung il manifesto

Veranstalter: Redaktionen Ossietzky, Blätter für deutsche und internationale Politik, il manifesto & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



02. 11. 2008

Ausstellungseröffnung

The Spirit of Sumud - Schönheit, Würde und Beharrlichkeit. Bilder aus Palästina

"Sumud" heißt im Arabischen Durchhaltevermögen, Standhaftigkeit. Als Grundeinstellung der heutigen PalästinenserInnen bringt das Wort ihren unerschütterlichen Lebensmut zum Ausdruck, der es ihnen ermöglicht, der Bedrängnis der allgegenwärtigen Besatzung zu widerstehen. Die Ausstellung "The Spirit of Sumud" des Berliner Fotografen James Prineas zeigt in beeindruckenden Bildern und Texten die Schönheit des Landes, die Lage und die Lebensart seiner BewohnerInnen.

Ausgestellt im Oktober 2006 im Bethlehem Peace Center, wird "The Spirit of Sumud" nun erstmals auch in Europa zu sehen sein. James Prineas` Bilder ermöglichen einen anderen, neu akzentuierten, aber ebenso wichtigen Blick auf das Land und stehen im Gegensatz zu den vorherrschenden Vorstellungen und Bildern eines heutigen Palästina und seiner BewohnerInnen.

Ausstellung im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie 2008
vom 3. 11. bis 4. 12. 2008 werktags 10-17 Uhr & nach Vereinbarung

Veranstalter: James Prineas & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



30. 10. 2008

Republikanische Vesper

Durchbruch oder Absichtserklärung? Erwartungen an die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland

Am 3. Mai diesen Jahres ist die "UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen" in Kraft getreten. Die unterzeichnenden Staaten, darunter auch Deutschland, verpflichten sich, gesellschaftliche Barrieren abzubauen und allen Menschen eine vollständige und gleichberechtigte Teilhabe am sozialen Leben zu ermöglichen. Zahlreiche Experten sehen in der Behindertenkonvention einen wichtigen Schritt zur Weiterentwicklung menschenrechtlicher Schutzansprüche: Die Konvention greife nicht mehr auf ein medizinisches Verständnis von Behinderungen zurück, sondern betone die besonderen Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung. Mit der Behindertenkonvention verpflichten sich die unterzeichnenden Staaten nicht nur, diese Lebensbedingungen zu respektieren und anzuerkennen. Sie müssen zugleich angemessene Vorkehrungen dafür treffen, dass Menschen mit Behinderungen sich im vollen Umfang am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben beteiligen können. Die Konvention erweitert damit den abwehrrechtlichen Charakter der Menschenrechte um einen Anspruch auf Beteiligung und Inklusion. Die für nächstes Jahr versprochene Ratifizierung und Umsetzung der Konvention in Deutschland verspreche deshalb bessere Lebenschancen für Menschen mit Behinderung.

Die alltäglichen Erfahrungen von Menschen mit Behinderungen – in der Konvention werden mit Menschen mit sogenannten psychischen Krankheiten auch darunter gefasst - sehen weniger hoffnungsvoll aus: In Zeiten leerer Staatskassen werden Angebote der persönlichen Hilfe gekürzt und Unterstützungsleistungen gestrichen. Menschen in psychosozialen Krisenlagen werden bisweilen psychiatrischen Behandlungen unterworfen, die vom Ideal eines selbstbestimmten Lebens weit entfernt sind. Kann die UN-Behindertenkonvention dazu beitragen, Entmündigungen und unwürdige Behandlungen und Zwangseinweisungen abzubauen? Über hochgesteckte Erwartungen an die UN-Behindertenkonvention und die zahlreichen Barrieren im Leben von Menschen mit Behinderung diskutieren wir mit:

Heiner Bielefeldt (Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte und Autor des Essays "Zum Innovationspotenzial der UN-Behindertenrechtskonvention"),

David Wichera (Mitarbeiter des Berliner Weglaufhauses, einer antipsychiatrischen Kriseneinrichtung),

Iris Hölling (Vorstandmitglied des Weltverbandes der Psychiatriebetroffenen und -überlebenden, der sich aktiv an der Ausarbeitung der UN-Behindertenrechtskonvention beteiligt hat),

Sebastian Scharmer (angefr., Rechtsanwalt aus Berlin, Verfasser des 2008 vorgestellten Gutachtens "Ratifikation der UN Disability Convention vom 30.03.2007 und Auswirkung auf die Gesetze für so genannte psychisch Kranke am Beispiel der Zwangsunterbringung und Zwangsbehandlung nach dem PsychKG Berlin").

Moderation: Axel Lüssow (Humanistische Union Berlin-Brandenburg).

Die Republikanischen Vespern finden regelmäßig an jedem letzten Donnerstag im Monat statt. Sie dienen dem freien und gleichberechtigten Austausch über zeitpolitische Fragen und sollen in ungezwungener Atmosphäre zur Diskussion unter den Beteiligten anregen. Zu den Vespern gibt es Brot und Käse, Wasser und Wein.

Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein und der Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



18. 10. 2008

Eine Lesereihe der Stiftung für Migration, Erinnerung und Dialog

Entfesselte Worte — Literatur über politische Gefangenschaft:
Soudabeh Ardavan, iranische Künstlerin

(Sprache: persisch / deutsch)

Soudabeh Ardavan liest aus ihrem Buch “Zeichnen im Verborgenen,
Bilder einer politischen Haft im Iran”. Die Bilder, die sie über viele Jahre in der Haft gezeichnet hat, werden gezeigt.

Soudabeh Ardavan war aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer marxistischen Gruppierung acht Jahre lang im Iran inhaftiert.
Im Gefängnis zeichnete sie. Die inhaftierten Fraue kamen vor ihrer Hindichtung zu ihr und liessen sich von ihr malen, damit man sich an sie erinnert, und um beweisen zu können, dass sie hier inhaftiert waren. Viele der Bilder gingen verloren und wurden vernichtet, einige von ihnen konnten aus dem Gefängnis geschmuggelt werden. Soudabeh Ardavan lebt heut in Schweden.

Die Stiftung für Migration, Erinnerung und Dialog möchte ein Forum
für die Erinnerungen, die Dokumentation und Aufarbeitung von Kriegs-, Regime- und Konflikterfahrungen schaffen. Menschen können sich hier erinnern und als wichtige Zeitzeugen von politischen und sozialen Umbrüchen berichten.

Die Lesereihe „Entfesselte Worte“ vereint politisch denkende und agierende Schriftsteller und Künstler aus dem Nahen und Mittleren Osten, die aufgrund ihrer Äußerungen und Handlungen inhaftiert wurden und ihre Erfahrungen einer politischen Gefangenschaft niedergeschrieben haben.

Zur Einführung werden die AutorInnen in einem aktuellen Filminterview vorgestellt und ein kurzer Überblick über die politische Situation des Landes gegeben, um die persönlichen Berichte zu kontextualisieren.
Die Lesungen sind in der jeweiligen Landessprache und werden ins Deutsche übersetzt.

Veranstalter: Stiftung für Migration, Erinnerung und Dialog & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



07. 10. 2008

Film und Diskussion

Zur Menschenrechtssituation in Atenco, Chiapas & Oaxaca/Mexiko

Mexiko ist ein beliebtes Reiseziel vieler Touristen, doch hinter der netten Fassade der Hotels und Strände leiden die Menschen. Staatlicher Terrorismus, Korruption, Versagen der Justiz sind an der Tagesordnung. Aus diesem Grund reiste im Februar 2008 eine Delegation der "internationalen Zivilen Menschenrechtskommission" CCIODH zum sechsten Mal durch Mexiko. Dabei führten sie Interviews mit Personen, die in ihren Menschenrechten verletzt wurden, in sozialen Bewegungen aktiv sind oder Regierungsinstanzen angehören. Im Anschluss daran verfasste die CCIODH einen Bericht über die aktuelle Situation in den mexikanischen Regionen Atenco, Chiapas und Oaxaca. Sie weist auf mögliche Wege für eine zivile Konfliktbewältigung und Verfehlungen von staatlichen Institutionen.

In dem Film werden Auszüge von einigen Interviews gezeigt. Im Anschluss an den Film steht eine Teilnehmerin der Kommission für Fragen und Diskussion zur Verfügung.

Veranstalter: AtencoResiste & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



03. 10. 2008

Matinee an Carl von Ossietzkys Geburtstag

Unser Faschismus nebenan

mit Rolf Becker, Ulla Jelpke, Kurt Pätzold

In den tonangebenden Medien ist das Wort Faschismus tabu - ebenso wie Imperialismus. Als gäbe es beides nicht mehr und hätte es nie gegeben. Statt dessen sollen wir Nationalsozialismus sagen, also den Tarnnamen benutzen, den die deutschen Faschisten sich selber gegeben haben. Und mit Hitlers Tod soll alles vorbei gewesen sein - ein Spuk. Aber wir haben Gründe, weiterhin vor dem Fasachismus auf der Hut zu sein und ihn beim Namen zu nennen, bei dem Bert Brecht, Thomas Mann und Carl von Ossietzky ihn genannt haben.

Veranstalter: Redaktion der Zweiwochenzeitschrift "Ossietzky", Internationale Liga für Menschenrechte & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



29. 09. 2008

Die Politisierung der Unabhängigen Friedensbewegung in Ost-Berlin während der 80er Jahre

Thomas Klein: Frieden und Gerechtigkeit!

Das hierzulande vorherrschende Geschichtsverständnis unterstellt der oppositionellen Bewegung in der späten DDR das Ziel einer schnellen „Wiedervereinigung“. Thomas Klein – ehemaliger politischer Häftling und Aktivist im politischen Untergrund der DDR – widerspricht dieser Darstellung: in seinem Buch (Köln 2007) und an diesem Abend.

Vortrag und Diskussion zur Ausstellungseröffnung

Der kurze Herbst der Utopie – Berlin 1989

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Vielfältigkeit der DDR-Opposition, ihre politischen Konzepte, Wünsche, Visionen – und die Frage: Wie konnte die Bewegung für demokratische Reformen so schnell zu einer Anschlussbewegung werden? „Der kurze Herbst der Utopie“ ist jährlich im Herbst im Haus der Demokratie und Menschenrechte zu sehen. Die Ausstellung zielt auf ein ebenso unsentimentales wie vorläufiges Resumé der Ereignisse von 1989.

Ausstellung vom 29. 9. bis 29. 10.
werkt. 10- 17 Uhr & nach Vereinb.

Weitere Informationen und Anmeldung für Führungen:
(030) 20 16 55 20 oder kontakt@hausderdemokratie.de

Veranstalter: Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



25. 09. 2008

Republikanische Vesper

Für ein Europa von unten!

Da im Oktober die Regierungschefs der EU beraten wollen, was aus der Verfassung und dem Lissabonner Vertrag werden soll (bzw. was an die Stelle dieser gescheiterten Projekte treten soll), wird die Zeit knapp, vorher von bürgerrechtlicher Seite die Stimme zu erheben: für ein demokratisches, friedliches, soziales Europa. Dem von einigen älteren Herren um Giscard d'Estaing formulierten Text, den drei Völker abgelehnt haben (alle drei, die Gelegenheit erhielten, sich zu äußern), müssen die Giftzähne gezogen werden: Militarisierung, Privatisierung, Sozialabbau. Attac hat mit einem Zehn-Punkte-Papier dafür bereits eine wichtige Grundlage geschaffen. Gefragt sind wir alle: Bürgerrechts-, Friedens-, Sozial-, Umwelt-Verbände. Prof. Martin Kutscha (VDJ und HU) ist einer von denen, die sich an einer entsprechenden europäischen Initiative beteiligen wollen. Mit ihm, Stefan Lindner (Attac), Dr. Michael Efler (Mehr Demokratie e.V.) und allen Interessierten wollen wir auf der nächsten Vesper über Möglichkeiten einer demokratischen Verfassungsgebung diskutieren.

Zur Vesper gibt es Brot und Käse, Wasser und Wein.

Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



19. 09. 2008

Diskussion über die Zukunft der Krankenhäuser

Wettbewerb um jeden Preis?
Wo bleibt die Qualität?

mit Wolfgang Albers (FrAktion Gesundheit Berlin, Oberarzt und Betriebsrat im Humboldt Klinikum, Vivantes), Detlev Heins (Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V., Leiter Bereich Politik), Jürgen Malzahn (AOK Bundesverband, Leiter der Abteilung „Stationäre Leistungen, Rehabilitation“) und Eva Müller-Dannecker (Vivantes-Kliniken Berlin, Qualitäts- und Prozessentwicklung). Moderation: Gerhard Schwarzkopf-Steinhauser (stellvertr. Vorsitzender des vdää)

Während viele Krankenhäuser um ihr Überleben kämpfen, bedrohen neue Pläne des Bundesgesundheitsministeriums zusätzlich die stationäre Versorgung. Die Qualität der Versorgung scheint dabei eine immer geringere Rolle zu spielen. Ein einheitlicher Bundesbasisfallwert, Höchstpreisregelungen für elektive Eingriffe, Budgetdeckelungen ohne Rücksicht auf die Preis- und Lohnsteigerungen – das sind einige der kritischen Punkte, mit denen die Krankenhäuser heute zu kämpfen haben. Eine gute Versorgung bleibt dabei auf der Strecke.

Der Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte – vdää mischt sich in die Diskussion ein: Wir wollen eine Versorgung, die die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten wie auch der Beschäftigten im Gesundheitswesen berücksichtigt.

Veranstalter: vdää, FrAktion Gesundheit Berlin & Stiftung Haus der Demokratie und Menscherechte



15. 09. 2008

Stabilisierung durch zivilgesellschaftliche Kooperation im Nordkaukasus?

Podiumsdiskussion zur Fotoausstellung des Deutsch-Russischen Austausch „Zwischen Wiederaufbau und Kriegserbe – ein aktueller Einblick in den Nordkaukasus“ mit Aufnahmen von Günter Nooke, dem Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, und Reinhard Weißhuhn, die auf getrennten Reisen 2007 entstanden und die noch bis zum 19.9. im Haus der Demokratie zu sehen sind

mit Peter Franck (Amnesty International), Reinhard Weißhuhn (Referent der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Grüne für Außenpolitik und Ostmitteleuropa) und Ekaterina Sokiryanskaya (Menschenrechtszentrum Memorial), die lange in den Büros der Organisation in Nasran (Inguschetien) und Grosny (Tschetschenien) gearbeitet hat. Moderation: Stefan Melle (Deutsch-Russischer Austausch)

Der Krieg um Südossetien hat der Welt erneut vor Augen geführt, wie labil die Kaukasusregion mit ihren vielen Völkerschaften, Teilrepubliken und historischen, kulturellen und politischen Konflikten ist. Dies gilt nicht allein für die zwischenstaatliche Ebene: Auch die nordkaukasischen Republiken innerhalb Russlands sind von einer friedlichen und demokratischen Entwicklung noch weit entfernt. Wie brisant ist derzeit die innere politische und soziale Situation in Republiken wie Tschetschenien, Nordossetien, Inguschetien? Ist die äußerliche Ruhe in Tschetschenien eher ein Zeichen für den Erfolg von Wladimir Putins Strategie der Nationalisierung des Konflikts oder eher eines für die Härte des autoritären Regimes von Präsident Ramsan Kadyrow? Wie wirken sich die alten und neuen Flüchtlingsströme auf die Region aus? Welche Rolle kann menschenrechtliche und Bildungsarbeit für deren Stabilisierung und Entwicklung spielen? Welche Partner stehen für eine zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit bereit, welche Widerstände sind zu erwarten? Welche Unterstützung ist von der deutschen und internationalen Politik erforderlich?

Veranstalter: Deutsch-Russischer Austausch, Amnesty International, Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



11. 09. 2008

Vortrag und Diskussion

Wem gehört die Information? Menschenrecht auf Informationsfreiheit!

mit Sabine Kleczewski (ID Medienpraxis)

Das Menschenrecht auf Informationsfreiheit - bereits garantiert in Artikel 21 der UN Charta der Menschenrechte aus dem Jahre 1949 - ist, umfassend gedeutet, vielschichtig, betrifft unterschiedliche Rechtsansprüche, ist leicht als Anspruch erklärt, aber schwierig universell durchzusetzen, weil Verbreitung und Zugänglichkeit von Information, Kommunikation und Wissen nicht nur abhängig sind von der Verfügungsgewalt über die notwendigen geeigneten Kommunikationsmittel und -quellen, sondern ebenso vom Wissen darüber, dass es etwas zu wissen gibt, und damit auch verbunden mit der Eigeninitiative der Menschen, ihr verbrieftes Recht einzufordern. Beschränkungen der Informationsfreiheit gibt es dennoch weltweit trotz der scheinbar grenzenlosen technischen Möglichkeiten - des World Wide Web zum Beispiel. Bekommen wir nicht täglich mehr "Fakten" vor Augen und Ohren geführt, als wir überhaupt verarbeiten können?! Nie war so viel Information so frei verfügbar wie heute und nie war es so schwierig, ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

Der Informationsdienst: für kritische Medienpraxis arbeitet seit 35 Jahren dafür, vernachlässigte Informationen an die Frau und den Mann zu bringen und andererseits Einzelpersonen und Gruppen, die keine Lobby haben, zur Verbreitung ihrer Nachrichten in die Medien zu bringen. Wir nennen das Mediendemokratie. Und wie das so ist, mit der Demokratie: Man bekommt sie nicht geschenkt, und man kann sich auf seinem Rechtsanspruch nicht ausruhen, sondern muß jederzeit bereit sein, ihn aktiv in Anspruch zu nehmen.

Veranstalter: Informationsdienst: für kritische Medienpraxis & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



28. 08. 2008

Republikanische Vesper

„Zwei totalitäre Regime“

Das neue deutsche Gedenkstättenkonzept, von der Bundesregierung schon beschlossen, ist weiter in der Diskussion. Hauptstreitpunkt: Sollen der Nazi-Staat und die DDR gleichbehandelt werden? Viele Linke, auch Grüne und Sozialdemokraten warnen: Das würde auf Gleichsetzung von Tätern und Opfern, auf Verharmlosung solcher Nazi-Verbrechen wie des fabrikmäßigen Menschenmordes in den KZs und des Angriffskrieges hinauslaufen. Das Konzept sieht u.a. eine Gedenkstätte in Potsdam vor, in der „die beiden totalitären Regime zusammengedacht“ werden sollen. Verschoben wurde in-zwischen die für den 1.9.2008 vorgesehene Eröffnung der Gedenkstätte Torgau, dem Sitz der Nazi-Militärjustiz, die mehr als 30.000 Todesurteile verhängte. Die überlebenden Opfer der Militärjustiz wehren sich dagegen, in ähnlicher Weise „geehrt“ zu werden wie diejenigen, die dort nach 1945 in sowjetischen Speziallagern inhaftiert waren. „Unter denen“, sagt Ludwig Baumann, einer der letzten überlebenden Opfer der Nazi-Militärjustiz, „waren auch solche, die uns verurteilt und verfolgt haben.“ Mit Ludwig Baumann und anderen Vertretern der Nazi-Verfolgten wollen wir in der nächsten Republikanischen Vesper diskutieren. Wer mitdiskutieren will, ist herzlich eingeladen.

Zur Vesper gibt es Brot und Käse, Wasser und Wein.

Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



15. 08. 2008

Das [Soviet] Imperium kehrt zurück - Teil 3

KARAGANDA – CASSANDRA

Filmerzählung / Es lesen:
Rosa Malsagova [Ingushetien - Muslime]
Olga Dobrozei [Ukraine – Griechisch/Orthodox]
Alexander Levit [Ukraine – Jüdischer Herkunft]

Eine Gruppe von acht internationalen Akteuren [eine Inguschin, eine Tschetschenin, zwei Ukrainer, ein Pole und drei Deutsche], suchen und finden in Kasachstan Spuren der Deportationen.
Sie sammeln Berichte, Filmmaterial, Dokumente, Fotografien, Musik
und Lieder aus den Jahren der Verfolgung. Sie finden namenlose
Massengräber und Kalkgruben mit Ermordeten.
Sie entdecken, dass die Nachkommen von Mördern in der Gegenwart
verantwortungsvolle Regierungsposten haben und geraten durch sie in eine Verfolgungsjagd. Die heute Maechtigen wollen verhindern,
dass die Gruppe mit den Dokumente in der internationalen Öffentlichkeit auftreten.
Die Flucht führt sie von Kasachstan über Usbekistan in den Norden
Afghanistans nach Masa e Sharif und von dort mit einem Militärflugzeug
zurueck nach Koeln in Deutschland.

Veranstalter: Förderverein für Osteuropäische Kultur e.V., Internationales Theaterinstitut (iti - germany) & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



19. 07. 2008

Sommerkino im Haus der Demokratie und Menschenrechte

LE BAL [Tanzpalast]

In den wie ein Ballett choreografierten und von einer entfesselten Kamera gefilmten Szenen spiegelt sich der Zeitgeist. Obwohl kein gesprochenes Wort zu hören ist, besteht "Le Bal" aus einem Kaleidoskop von kleinen Geschichten. Sie handeln von Liebe und Hass, von Ängsten und unerfüllten Sehnsüchten vorwiegend unglücklicher, einsamer, skurriler Menschen. Tausend originelle Ideen lassen aus den Bewegungen der Figuren und den – wie in Jacques Tatis Hulot-Filmen überdeutlich zu hörenden Geräuschen urkomische Szenen entstehen, feine melancholische Slapstick-Szenen. – Es ist unglaublich, wie amüsant und faszinierend ein abendfüllender Film ohne Worte sein kann.
Für "Le Bal" wurde Ettore Scola bei der Berlinale 1984 mit einem "Silbernen Bären" ausgezeichnet.

Ettore Scola schuf diesen poetisch-musikalischen, in der Konzeption ebenso wie in jeder Szene außergewöhnlichen Film nach einem Stück des Théâtre du Campagnol, das wiederum auf einer Idee von Jean-Claude Penchenat basiert. In einem einzigen Raum, einem Ballsaal irgendwo in Frankreich, begegnen sich 1936, 1940, 1944, 1946, 1956, 1968 und 1983 zwanzig grundverschiedene Menschen.

Veranstalter: Förderverein für Osteuropäische Kultur e.V. & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



08. 07. 2008

Buchvorstellung: Lesung mit Filmen und Puppentheater

Lasst Puppen sprechen! Friedensarbeit mit den Mitteln der Theaterpädagogik – Mexikanische Puppen reisen um die Welt

mit der Autorin Heike Kammer (Menschenrechtspreisträgerin der Stadt Weimar 1999, arbeitet seit 1987 als Freiwillige und Friedensfachkraft in den internationalen Friedensteams der pbi/peace brigades international in Lateinamerika, engagiert sich seit 2005 bei pbi in der Friedenserziehung mit Theatermethoden).

Die Faszination des Puppentheaters zu nutzen, um Konfliktverhalten zu reflektieren – in Konfliktgebieten in Chiapas, Mexiko, wurde diese intensive theaterpädagogische Methode vom Internationalen Friedensdienst entwickelt. Seit 2005 ist mit Heike Kammer auch eine mexikanische Puppenbühne in Deutschland unterwegs: In der Woche vom 7. bis zum 11. 7. 2008 in Berliner Grundschulen und Kindergärten (eventuell freie Termine zu erfragen unter 20165520 oder kontakt[at]hausderdemokratie.de) und am 12. 7. beim FEST für die MENSCHENRECHTE.

In ihrem Buch beschreibt Heike Kammer ihre Erfahrungen mit gewaltfreier Konfliktbearbeitung und internationaler Beobachtung in Mexiko und mit Theaterpädagogik als Methode in der Friedensarbeit in Mexiko und in Europa. An diesem Abend wird sie ein Puppenspiel vorführen, kurze Filme zeigen, Ausschnitte aus ihrem Buch lesen und freut sich auf interessierte Fragen und eine angeregte Diskussion.

Veranstalter: Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



04. 07. 2008

Film (Deutschland, 2005, 28 min) und Diskussion

Ein Berliner Haus – Der letzte macht das Licht aus

mit Alessandro Busá (Buch und Regie)

Berlin Mitte, 2005. Ein Viertel, dessen Gesicht sich in den letzten Jahren rasant verändert hat. Im Zuge der Boomphase des Immobilienmarkts zur Gestaltung einer neuen Downtown sind hier exklusive Wohnungen und Bürohäuser überall aus dem Boden geschossen. Doch im Rausch dieser Euphorie ging etwas verloren. Ein altes Berliner Mietshaus zum Beispiel, in einer kleinen ruhigen Straße des Scheunenviertels. Und mit dem Haus: seine Einwohner, deren Träume, Erinnerungen und kleine Stücke ihres Berlins...

Wie sieht es aus mit den Erinnerungen und den Aussichten zu selbstbestimmten Freiräumen und alternativen Lebenskonzepten?

Veranstalter: Alessandro Busá & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



03. 07. 2008

Vortrag, Diskussion und Filmvorführung

"Ich bin ein Elefant, Madame"
SchülerInnenrechte heute und in den 60er Jahren in Deutschland

von und mit Carolina Burandt und Vera Mann, die zur Zeit ein zweiwöchiges Schulpraktikum beim Informationsdienst für kritische Medienpraxis im Haus der Demokratie und Menschenrechte absolvieren.
Nach einem kleinen Vortrag mit offener Diskussionsrunde zeigen wir den Spielfilm "Ich bin ein Elefant, Madame" von dem bekannten Theaterregisseur Peter Zadek. Dieser Film beruht auf einer wahren Begebenheit, nach der sich SchülerInnen im Jahre 1968/69 gegen die autoritäre Führung ihrer Schule auflehnten und versuchten, diese zu demokratisieren.

Veranstalter: Informationsdienst für kritische Medienpraxis & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



30. 06. 2008

Solidarität mit Prag? – Der Prager Frühling und die 68er Bewegung im Westen

In den Rückschauen auf das Jahr 1968 stehen zumeist die Erinnerungen an die Bewegung der Studierenden von Westberlin bis Paris im Mittelpunkt. Doch der Prager Frühling war ein ebenso zentrales Ereignis und hatte nicht nur für die osteuropäischen Länder eine fundamentale Bedeutung, sondern auch für die gesamte europäische Linke. Waren die Auseinandersetzungen über die „Natur der Sowjetunion“ zuvor rein theoretisch, so machte spätestens die Unterdrückung des Demokratisierungsprozesses in der Tschechoslowakei für eine junge, sich politisierende Generation daraus eine unmittelbar politische Frage.

Wir wollen mit den Referenten darüber diskutieren, wie sie und andere die Ereignisse in Prag 68 gesehen haben, was sie begeisterte und welche Gründe es dafür gab, sich kritisch zu distanzieren? Welchen Einfluss hatte Prag auf das politische Denken und die Entwicklung der 68er Akteure? Die Frage nach den Schwierigkeiten, soziale Bewegungen historisch genau zu begreifen, ist damals wie heute aktuell und die Antworten sind nicht einfacher geworden. Die Diskussion über „Solidarität mit Prag?“ ist so gesehen auch eine Diskussion über das Verhältnis der Linken zu den unterschiedlichsten Emanzipationsbewegungen heute.

Es diskutieren:
Christian Semmler (angefragt, 1968 Mitglied im SDS), Willi Hajek (1968 in Paris aktiv), Jürgen Holtfreter (angefragt, 1968 Mitglied im SDS). Moderation: Bernd Gehrke

Veranstalter: Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen, Bildungswerk Berlin der Heinrich Böll Stiftung & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



26. 06. 2008

Republikanische Vesper

Grundrecht auf Asyl?

mit Stefan Keßler (Jesuiten-Flüchtlingsdienst), der Initiative gegen das Chipkartensystem und Jugendlichen ohne Grenzen (angefragt).

Im Juli 1993 wurde nach einer beispiellosen nationalistischen Kampagne das Grundrecht auf Asyl vom Bundestag faktisch abgeschafft. Die Demontage des Asylrechts zielte auf eine neue Kontrolle von Zuwanderung insgesamt. Parallel zur Grundgesetzänderung erfolgte die Verabschiedung des Asylbewerberleistungsgesetzes, das bis heute die zentralen Instrumente zur Entrechtung hierher geflohener Menschen gesetzlich verankert: einen gekürzten Sozialhilfesatz, Lagerunterbringung, verminderte Gesundheitsversorgung.

Vor diesem Hintergrund wird am 5. Juli 2008 in Berlin eine Demonstration für ein globales Recht auf Migration und gegen Rassismus, soziale Ausgrenzung und Überwachungsstaat eintreten.

Wie sieht heute das Leben von Flüchtlingen in Deutschland aus, wie die
Arbeit derjenigen, die Solidarität organisieren? Und welche Perspektiven gibt es für ein globales Recht auf Migration?

Zur Vesper gibt es Brot und Käse, Wasser und Wein.

Veranstalter: Humanistische Union, Initiative gegen das Chipkartensystem, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, RepublikanischerAnwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



24. 06. 2008

Ausstellungseröffnung

Grenzenlos – Rechtlos

Menschenunwürdige Unterbringung in so genannten Asylbewerberheimen, Alltagsrassismus, rassistische Übergriffe bis hin zum Mord: Die Ausstellung des Antidiskriminierungsbüros dokumentiert die alltägliche, institutionelle und sprachliche Diskriminierung von MitbürgerInnen nichtdeutscher Herkunft. Im jahr 2000 entstanden und erstmals gezeigt, hat die Dokumentation nichts an Aktualität verloren. Bis heute hat sich die Situation von Flüchtlingen und MigrantInnen nicht verbessert. Grund genug, im Jahr der Menschenrechte und kurz vor dem Höhepunkt der Kampagne de*fence ein weiteres Zeichen zu setzen – gegen alltägliche Diskriminierung und für mehr Zivilcourage.

Ausstellung bis 4. 7. werktags 10-17 Uhr & nach Vereinbarung | Robert-Havemann-Saal & Foyer

Veranstalter: Antidiskriminierungsbüro Berlin & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



19. 06. 2008

LILO HERRMANN (1909-1938)
vor 70 Jahren wegen "Landes- und Hochverrat" ermordet

mit Lothar Letsche (Tübingen), Siegfried Grundmann und Hans Coppi

Liselotte Herrmann studierte Chemie in Stuttgart und ab 1931 Biologie in Berlin. 1928 trat sie dem KJVD, 1931 der KPD und dem "Roten Studentenbund“ bei. Da sie im Frühjahr 1933 den „Aufruf zur Verteidigung demokratischer Rechte und Freiheiten an der Berliner Universität“ unterschrieben hatte, wurde sie mit über 100 Studenten im Juli 1933 der Universität verwiesen. Nach der Geburt ihres Sohnes Walter arbeitete sie seit September 1934 im Ingenieurbüro ihres Vaters in Stuttgart als Stenotypistin. Ende 1934 wurde sie Mitarbeiterin für den Leiter der illegalen KPD Württemberg und übernahm Schreib- und Kurierarbeiten für den KPD- Nachrichtendienst. Informationen über geheime Rüstungsprojekte in Friedrichshafen und den Bau einer unterirdischen Munitionsfabrik bei Celle leitete sie an die KPD-Auslandsleitung in der Schweiz. Liselotte Herrmann wurde im Dezember 1935 verhaftet, im Juni 1937 in Stuttgart zum Tode verurteilt, anschließend in das Berliner Frauengefängnis in der Barnimstraße verbracht und am 20. Juni 1938 trotz internationaler Proteste als eine der ersten Frauen in Plötzensee ermordet.

Veranstalter: Berliner VVN-BdA & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



16. 06. 2008

Veranstaltungsreihe Generalstreik das Leben lang

ad acta

Doku-Film (85 min) von und mit Antje Hubert und Olga Schell über das „Verwalten des Verdrängens“ im Umgang mit den Akten zur Zwangssterilisation und den Patientenmorden im Nationalsozialismus. Geschichte, Brüche und Kontinuitäten werden an Lebensgeschichten aus den „verwalteten Krankenakten“ rekonstruierbar und in den Gegenwartsbezug im „Dienste der bundesrepublikanischen Gesundheitspolitik“ reflektiert.

++ Die Stadt gehört allen!
Generalstreik das Leben lang – Von der Bewegung sozialer Rebellen über die „Asozialenverfolgung“ bis zu Hartz IV

Die Veranstaltungsreihe spannt den Bogen von der Vagabundenbewegung in den 20-iger Jahren und deren Kampf für ein selbstbestimmtes Leben bis hin zur „ordnungs- und polizeilichen Fürsorge“ des Bettelwesens (Asyl – Herberge zur Heimat – Arbeitshäuser) und der in der NS-Zeit wissenschaftlich begründeten Aussonderung der „Gemeinschaftsfremden aus dem Volkskörper“. Das Gedenken an die „Asozialen“, die 1938 nach der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ die größte „Opfergruppe“ in den KZs stellten, steht im Fokus. Wir wollen mit dieser Veranstaltungsreihe zum Nachdenken über die Stigmatisierung von sozialen Außenseitern anregen.

Veranstalter: AK Marginalisierte - gestern und heute & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



13. 06. 2008

Veranstatlungsreihe Generalstreik das Leben lang

Arbeitszwang und Ausgrenzung in Hartz IV
heute

Erfahrungsaustausch mit Anne Allex. Moderation: Hinrich Garms

In den Diskussionen um Hartz IV taucht immer wieder die bange Frage nach den Kontinuitäten des Umgangs von Verwaltungen in der NS-Zeit mit bedürftigen Menschen im Bezug zum heutigen Geschehen auf. Wie lassen sich Datenstriptease, Verfolgungsbetreuung, Gängelung, Maßreglungsterror, Mitwirkungszwänge und Wohnungsbedrohung in Hartz IV heutzutage gesellschaftspolitisch einordnen? Sind sie Inhalt
einer "postfordistischen Transformationsoffensive", wie sie Detlef Hartmann und Gerald Geppert in ihrem Buch "Cluster" beschreiben? Wir wollen Erfahrungen zum Geschehen zu Hartz IV austauschen und die heutige politisch-ökonomische Entwicklung aus unserer Sicht mit Hilfe des o.g. Buches genauer bestimmen.

Veranstalter: AK Marginalisierte - gestern und heute & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



10. 06. 2008

Veranstaltungsreihe Generalstreik das Leben lang

Generalstreik das Leben lang
und
Könner in Lumpen

Filmvorführung
Einführung: Klaus Trappmann, Kurator der Ausstellung: Wohnsitz: nirgendwo - Vom Leben und Überleben auf der Strasse (1982 Bethanien, Berlin-Kreuzberg)

++ Die Stadt gehört allen!
Generalstreik das Leben lang – Von der Bewegung sozialer Rebellen über die „Asozialenverfolgung“ bis zu Hartz IV

Die Veranstaltungsreihe spannt den Bogen von der Vagabundenbewegung in den 20-iger Jahren und deren Kampf für ein selbstbestimmtes Leben bis hin zur „ordnungs- und polizeilichen Fürsorge“ des Bettelwesens (Asyl – Herberge zur Heimat – Arbeitshäuser) und der in der NS-Zeit wissenschaftlich begründeten Aussonderung der „Gemeinschaftsfremden aus dem Volkskörper“. Das Gedenken an die „Asozialen“, die 1938 nach der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ die größte „Opfergruppe“ in den KZs stellten, steht im Fokus. Wir wollen mit dieser Veranstaltungsreihe zum Nachdenken über die Stigmatisierung von sozialen Außenseitern anregen.

Veranstalter: AK Marginalisierte - gestern und heute & Stiftung Haus der Demokartie und Menschenrechte



09. 06. 2008

Das [Soviet] Imperium kehrt zurück – 2. Teil

KARAGANDA – KARAGANDA
Erstmalige Lesung aus dem Drehbuch

Erstmalige Lesung aus einem Drehbuch

Nach sporadischen Film- und Theaterarbeiten gründen osteuropäische und deutsche Akteure in Berlin ein Theaterensemble. Ihre erste Arbeit: „Die Troerinnen“ des Euripides, einer Tragödie über den Sieg der Griechen gegen Troja, mit seinen grausamen Folgen. Die Proben sind schwierig. Die Kaukasier Rosa und Sura erzählen vom 23. Februar 1944, als die Geheimpolizei Stalins 387.229 Tschetschenen und 91.250 Inguschen nach Kasachstan deportieren ließ. Der Vorwurf: Kollaboration mit Nazideutschland. Bei der Ankunft waren etwa 80.000 gestorben. Viele Männer wurden zur Sklavenarbeit in die Kohlengruben bei Karaganda gebracht, die Frauen und Kinder in das Speziallager Alzhir.

Die deutschen, polnischen und ukrainischen Ensemblemitglieder entdecken, dass auch viele ihrer Landsleute ab 1939 nach Kasachstan deportiert wurden. Tragische Gemeinsamkeiten. Daraus entsteht die Idee, gemeinsam nach Kasachstan zu reisen: Olga, Rosa, Sura, Ursula, Alexander, Jerzy, Peter und Martin erleben unglaubliche Abenteuer. Ungeahnte Tragödien. Brutale Erkenntnisse über die Stalin-Herrschaft.

Veranstalter: Förderverein für Osteuropäische Kultur e. V. & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



08. 06. 2008

Veranstaltungsreihe Generalstreik das Leben lang

Vagabund

Stummfilm von Fritz Weiss, 1930
Einführung: Klaus Trappmann, Musikbegleitung: Georg v. Weiersberg

++ Die Stadt gehört allen!
Generalstreik das Leben lang – Von der Bewegung sozialer Rebellen über die „Asozialenverfolgung“ bis zu Hartz IV

Die Veranstaltungsreihe spannt den Bogen von der Vagabundenbewegung in den 20-iger Jahren und deren Kampf für ein selbstbestimmtes Leben bis hin zur „ordnungs- und polizeilichen Fürsorge“ des Bettelwesens (Asyl – Herberge zur Heimat – Arbeitshäuser) und der in der NS-Zeit wissenschaftlich begründeten Aussonderung der „Gemeinschaftsfremden aus dem Volkskörper“. Das Gedenken an die „Asozialen“, die 1938 nach der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ die größte „Opfergruppe“ in den KZs stellten, steht im Fokus. Wir wollen mit dieser Veranstaltungsreihe zum Nachdenken über die Stigmatisierung von sozialen Außenseitern anregen.

Veranstalter: AK Marginalisierte - gestern und heute & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



05. 06. 2008

Veranstaltungsreihe Generalstreik das Leben lang

Die Verrufenen

Stummfilm: v. Gerhard Lamprecht unter Mitwirkung v. H. Zille/K. Kollwitz, 1925
Einführung: Klaus Trappmann, Musikbegleitung: Georg von Weiersberg

++ Die Stadt gehört allen!
Generalstreik das Leben lang – Von der Bewegung sozialer Rebellen über die „Asozialenverfolgung“ bis zu Hartz IV

Die Veranstaltungsreihe spannt den Bogen von der Vagabundenbewegung in den 20-iger Jahren und deren Kampf für ein selbstbestimmtes Leben bis hin zur „ordnungs- und polizeilichen Fürsorge“ des Bettelwesens (Asyl – Herberge zur Heimat – Arbeitshäuser) und der in der NS-Zeit wissenschaftlich begründeten Aussonderung der „Gemeinschaftsfremden aus dem Volkskörper“. Das Gedenken an die „Asozialen“, die 1938 nach der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ die größte „Opfergruppe“ in den KZs stellten, steht im Fokus. Wir wollen mit dieser Veranstaltungsreihe zum Nachdenken über die Stigmatisierung von sozialen Außenseitern anregen.

Veranstalter: AK Marginalisierte - gestern und heute & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



02. 06. 2008

Vernissage der SODI-Fotoausstellung

Menschenwürdig leben - Ökologischer Lehmbau in Namibia

Lehmhausbau in Namibia - Alle packen mit an! Die Ausstellung zeigt, wie sich Hunderte Slum-Bewohner im zentralnamibischen Otjiwarongo durch eigene Anstrengungen und mit solidarischer Hilfe von SODI ein eigenes, stabiles Dach über dem Kopf schaffen. Zwei kurze Filme über das Lehmhaus- und Trockentoilettenprojekt in Namibia sollen zur Diskussion und zum Mitmachen anregen. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Veranstalter:

Veranstalter: Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI) & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



29. 05. 2008

Republikanische Vesper

Ethnische Minderheiten
Autonomie oder Integration?

Autonomie für alle ethnischen Minderheiten? Oder sollen sie sich integrieren? Sich einer Leitkultur unterordnen? Mit welchen Minderheiten und deren Forderungen solidarisieren wir uns, mit welchen nicht? Mit den Tibetern in China? Den Tschetschenen in Rußland? Den Russen in Estland? Den Kurden in der Türkei? Den Serben in Kosovo? Den Albanern in Serbien? Den Basken in Spanien? Den Indios in Süd-, den Indianern in Nordamerika? Den Aborigines in Australien? Nach welchen Kriterien entscheiden wir? Gibt es allgemeingültige Standards? Welche Minderheitsrechte garantiert das Völkerrecht?

Darüber diskutieren wir mit Dr. Theo Rathgeber, der für das Forum Menschenrechte als Beobachter beim UN-Menschenrechtsrat in Genf tätig ist.

Wie immer bei der Republikanischen Vesper (jeweils am letzen Donnerstag des Monats) gibt es Brot und Käse, Wasser und Wein.

Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Forum Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



10. 05. 2008

Lesung und Filmvorführung

Das [Soviet] Imperium kehrt zurück - I.Teil

1.Lesung aus Wladimir Makanins Roman:
„Underground - oder Ein Held unserer Zeit“ [1998].

Wladimir Makanin [geb. 1937] erzählt die Geschichte des einstmals erfolgreichen Schriftstellers Petrowitsch. Er schreibt nicht mehr. Er will seine Ideale nicht an die „neue Elite“ der Oligarchen verkaufen. Petrowitsch lebt illegal in einem riesigen Moskauer Wohnsilo und verdient sich mit der Kontrolle von Wohnungen abwesender Hausbewohner ein paar Rubel und Nachtquartiere... In den „neuen Zeiten“ fliegt er schnell raus. Ein grauenhafter Abstieg ist vorgezeichnet. Die erschütternde Odyssée Wohnheim, Obdachlosenasyl, Irrenhaus. Dantes INFERNO nachgestaltet.
Wir erleben in der Lesung das Kapitel „Krankenstation Nr.1“ im Irrenhaus. Zu Stalins Zeiten wurden Aufmüpfige in die Verließe des Geheimdienstes geschmissen. Die modernen „Folterinstrumente“ sind Psychopharmaka und ein geschultes versteinertes Pflegepersonal. Jede oppositionelle Regung mit stark wirkenden Injektionen abgeblockt. Andere Spritzen sollen Schuldgefühle und dementsprechende Geständnisse bewirken.
Seit nunmehr 30 Jahren vegetiert in dem Irrenhaus auch Petrowitschs Bruder Wenja, einst ein genialer Maler, der sich nicht unterordnen wollte.
Der Titel des Romans von Wladimir Makanin basiert auf Fjodor Dostojewskis „Aufzeichnungen aus dem Untergrund“ und Lermontows Roman: „Ein Held unserer Zeit“.

2. DOM DURAKOW [Das Irrenhaus]
ein russischer Spielfilm von Andrej Kontschalowskij [2003]

Während des Krieges in Tschetschenien. Auf der Frontlinie steht eine Irrenanstalt. Russische Spezialkämpfer und tschetschenische Rebellen treffen in dem Heim für geistig Behinderte aufeinander. Momente der Ruhe. Ein Russe und ein Tschetschene erinnern sich an den gemeinsamen Krieg in Afghanistan zu Sowjetzeiten. Eine junge russische Patientin verliebt sich in einen tschetschenischen Kämpfer…
Andrej Kontschalowskij zeigt uns, im Irrenhaus leben die „Normalen“, der grausame Krieg ist der absolute Irrsinn.

Veranstalter: Förderverein für Osteuropäische Kultur e.V. & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



26. 04. 2008

Filmvorführung

Kahlschlag.
Die Auswirkungen der Gesundheitsreform 2004 auf Dialysepatienten und Dialysebehandlung

Zu Jahresbeginn 2004 trat die Gesundheitsreform in Kraft. Wie sich diese auf Dialysepatienten und deren Behandlung auswirkt, wird anhand von Hintergrundinformationen sowie in Interviews mit Dialysepatienten und Pflegepersonal einer Berliner Dialysepraxis dokumentiert. Der Rückblick auf die Reform und die Vorschau auf einige weitere Entwicklungen des Gesundheitswesens fordern recht unangenehme Wahrheiten zu Tage...

Veranstalter: Get Up Stand Up TV, Flora Medienwerkstatt, Werner Rink & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



24. 04. 2008

Republikanische Vesper

Wahlfreiheit oder Wahlzwang? Ein Streitgespräch zum Ethik- und Religionsunterricht in Berlin

„Wir wollen Wahlfreiheit!“ – unter diesem Motto will die Initiative „Pro Reli“ den gemeinsamen Ethikunterricht abschaffen, der seit 2006 in Berlin als allgemeinbildendes Pflichtfach für die Jahrgangsstufen 7 bis 10 besteht. Durch ein Volksbegehren – dessen erste Hürde die kirchennahe Initiative bereits erfolgreich genommen hat – soll der bekenntnisgebundene Religions- und Weltanschauungsunterricht im Rahmen eines Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion als ordentliches Lehrfach ab der 1. Klasse etabliert werden.

Doch führt das von „Pro Reli“ geforderte Wahlpflichtmodell tatsächlich zu mehr Wahlfreiheit oder zur Einführung eines Wahlzwangs? Zur Zeit ist Religionsunterricht an öffentlichen Berliner Schulen völlig freiwillig. Zusätzlich zum gemeinsamen Fach Ethik können die Schülerinnen und Schüler ein Angebot unterschiedlicher Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften wahrnehmen – oder es lassen. Bei einem Wahlpflichtbereich Ethik/Religion müssten sie sich zwischen konfessionellem Religions- und allgemeinbildendem Ethikunterricht entscheiden – eine unzulässige Vermengung von bekenntnisgebundenem und religiös-weltanschaulich neutralem Unterricht?

Und welches Modell wird der Vielfalt in Berlin besser gerecht? Was trägt eher zu einem friedlichen und toleranten Miteinander in einer multikulturellen Stadt bei – die Festigung religiöser oder weltanschaulicher Grundüberzeugungen im nach Bekenntnissen getrennten Unterricht oder die gemeinsame Auseinandersetzung mit ethischen Grundlagen des Zusammenlebens?

Wir laden Sie herzlich ein, diese und weitere Fragen zu diskutieren mit
Dr. Christoph Lehmann, Vorsitzender von Pro Reli e.V. - Initiative für Religiöse und Politische Bildung und
Peter Kriesel, Bundesvorsitzender des Fachverbandes Ethik e.V.
Moderation: Kirsten Wiese, Humanistische Union

Veranstalter: Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie



10. 04. 2008

Ausstellungseröffnung

„Frauen haben viele Fähigkeiten“
Eine Fotoausstellung über die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Heimarbeiterinnen in Lima / Peru

mit Steffi Holz (Projektleiterin, Ethnologin und Frauenforscherin)

Kleine Perlen- und Paillettenstickereien an Kleidungsstücken gelten zur Zeit als modisch. Sie lassen sich allerdings nur in mühsamer Handarbeit herstellen. Um Kosten zu sparen und arbeitsrechtliche Bestimmungen zu umgehen, lagern die Textilunternehmen diese Arbeitsschritte in den informellen Bereich aus.
Heimarbeiterinnen in Lima sitzen oft nächtelang über aufwändigen Applikationen, sie stellen Armbänder und Schmuck her, nähen Kleidungsstücke zusammen, verzieren Oberteile. Für diese Handarbeiten werden sie extrem schlecht entlohnt.
Warum ihre Arbeit nicht anerkannt wird, wie die Frauen selbst ihre Arbeitssituation beschreiben und welche Träume und Wünsche sie haben, wird in dieser Ausstellung durch ihre eigenen Worte und selbst aufgenommene Fotos deutlich.

Die Fotoausstellung ist Teil eines sechsmonatigen Forschungsprojektes von Steffi Holz, Sandra Dietzel und Ursina Roder aus dem Jahr 2006. Im Rahmen eines ASA-Projektes (Arbeits- und Studienaufenthalte im Ausland, www.asa-programm.de) führten sie Interviews mit Heimarbeiterinnen und erstellten eine Studie für eine lokale Entwicklungsorganisation in Lima.

Ausstellung vom 10. 4. - 16. 5. 2008 werktags 10-17 Uhr |
Robert-Havemann-Saal & Foyer

Veranstalter: Steffi Holz & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



08. 04. 2008

Vortrag

"Berlin bleibt rot!"
Probleme des Arbeiterwiderstandes während der faschistischen Diktatur

mit Günter Wehner (Berlin)

Veranstalter: Berliner Gesellschaft für Faschismus- und Weltkriegsforschung & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



27. 03. 2008

Republikanische Vesper

Sensible Daten zentral gespeichert? -
Die Elektronische Gesundheitskarte soll kommen

Die elektronische Gesundheitskarte soll nun - nach vielen Verzögerungen - dieses Jahr eingeführt werden. Sie wird einen weiteren Baustein im Übergang vom Sozialstaat zum Kontrollstaat bilden und nicht nur die Ärzte, sondern auch die Patienten und Patientinnen kontrollierbar machen. Die Gesundheitsdaten, höchst sensible Daten, die eine Menge über Lebensgewohnheiten und Lebensperspektiven aussagen, sollen zentral gespeichert werden. Schritt für Schritt soll dies geschehen, so dass die Absichten besser verschleiert werden können. Zunächst "kann" die Karte noch fast nichts, aber sie legt den Grundstein für die Vernetzung und zentrale Patientenakten. Der Datenspeicherung müssen die Patienten "freiwillig" zustimmen. Die Möglichkeiten, Druck auf sie auszuüben, sind schon erkennbar und später lässt sich immer noch das Gesetz ändern. Auch dafür gibt es Beispiele. Die Patienten werden in Risikogruppen eingeteilt - zunächst "nur" zum Ausgleich zwischen den Krankenkassen. Die Folgen sind ausmalbar, die Daten wären für viele andere Zwecke nützlich. Das Gesundheitssystem wird auf optimale kostengünstige Verwertung ausgerichtet, der Patient wird zur Verfügungsmasse.

Über die Entwicklung informieren und diskutieren:

Silke Lüder (Ärztin, Hamburg, IPPNW und Grundrechtekomitee): Die aktuellen Planungen zur eGK, der Umbau des Gesundheitssystems, die Folgen für das Arzt-Patientenverhältnis (alternativ: Swante Gehring, ebenfalls Arzt, Hamburg, "underdocs" und Grundrechtekomitee)

RA Johannes Patett (Hamburg, angefragt): die eGK verstößt gegen das
informationelle Selbstbestimmungsrecht; Möglichkeiten gegen die Einführung zu klagen und das roll-out der eGK zu behindern.

Zur Vesper gibt es Brot und Käse, Wasser und Wein.

Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte



22. 03. 2008

Resümeveranstaltung zur Hilfsaktion

Hilfe für Kinder aus Tschernobyl

Am 26. April 1986 ereignete sich im Atomkraftwerk Tschernobyl ein Unfall. Dabei kam es im Reaktorblock vier zur Kernschmelze und Explosion mit schrecklichen Folgen für Mensch und Natur. Bis in die heutige Zeit beschäftigt das Thema die Menschen, es wird in verschiedenen Medien verarbeitet.

In dieser Veranstaltung wird über eine Hilfsaktion berichtet, die auch nach dem zwanzigsten Jahrestag der Katastrophe bis in die heutige Zeit existiert. Über die sich mit der Zeit veränderte Form der Hilfeleistung und die teilweise geänderten Gruppenstrukturen der freiwilligen Helfer wird ebenfalls informiert.

Es werden Helfer referieren, die von Anfang an dabei waren, sowie sich im letzten Jahr zu Hilfszwecken in die verstrahlten Zone begaben um sich ein Bild von der Lage der Menschen vor Ort zu machen.

Neben den Ausführungen und Bildern der Referenten wird eine
unveröffentlichte Dokumentation der WHO-Konferenz aus dem Jahr 2004 das Gesprochene Wort unterstützen und den Blick für weitere Aspekte öffnen. Für Diskussionen rund um das Thema ist zwischen den Beiträgen, sowie im Anschluss an die Veranstaltung Zeit vorgesehen.

Veranstalter: Hilfe für Kinder aus Tschernobyl e. V., Gruppe Berlin & Stiftung Haus der Demokratie



17. 03. 2008

Erinnern – Gedenken – Handeln
Stolpersteine für die Widerstandsorganisation Saefkow-Jacob-Bästlein

In den Jahren 1943/44 bauten Anton Saefkow, Franz Jacob und Bernhard Bästlein eine weitverzweigte Widerstandsgruppierung auf. Dieser größten Berliner Widerstandsorganisation gehörten mehr als 400 Hitler-Gegner an. Im Juli 1944 gelang es der Gestapo, die Organisation aufzudecken und 284 Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu verhaften. 104 Männer und Frauen sind vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und hingerichtet worden oder starben in der Haft.
Gemeinsam mit überlebenden Mitstreitern und Angehörigen wollen wir an diese Gruppierung der Berliner Widerstands erinnern.

Programm

- Begrüßung: Dr. Hans Coppi, Vorsitzender der Berliner VVN-BdA

- Einführung: „Nieder mit Hitler – Schluss mit dem Krieg“. Zur Geschichte der Widerstandsorganisation. Dr. Bärbel Schindler-Saefkow / Dr. Annette Neumann

- Einen Stolperstein
o für meinen Vater Paul Hirsch – Dr. Helmut Hirsch
o für meine Großmutter Hildegard Margis - Prof. Christina von Braun
o für meinen Vater Dr. med. Johannes Kreiselmaier - Dr. Susanne Riveles

- Wir kümmern uns! Zur Projektarbeit mit Stolpersteinen an Berliner Schulen
- Musikalische Begleitung: Constanze Jaiser, Gesang, und Jascha Pampuch, Konzertgitarre

Anschließend: Begegnungen und Gespräche bei Wein und Gebäck


Ende März werden die ersten 13 von 50 Stolpersteinen für die Widerstandsorganisation Saefkow-Jacob-Bästlein verlegt:
Helmut Wagner, Hildegard Margis, Wilhelm Moll (Charlottenburg-Wilmersdorf ), Friedrich Klemmstein, Heinrich Werner (Mitte), Dr. med. Johannes Kreiselmaier, Julius Wordelmann (Steglitz-Zehlendorf), Paul Hinze, Hans Lippmann, Oskar Olschewski, Kurt Rühlmann, Paul Hirsch, Franz Streit (Schöneberg-Tempelhof)

Veranstalter: Berliner VVN-BdA & Stiftung Haus der Demokratie



28. 02. 2008

Republikanische Vesper

Mehr Macht für die Bürger am Wahltag?

mit Michael Efler (Mehr Demokratie)

Am Wahltag stimmen die WählerInnen über die Zusammensetzung des Parlamentes ab. In Berlin ist diese Wahl mit zwei Kreuzen erledigt. In fast allen anderen Bundesländern können die WählerInnen die Zusammensetzung der Parlamente viel stärker beeinflussen.
Auch für Berlin hat jetzt der Verein Mehr Demokratie eine Initiative gestartet, die die Macht der WählerInnen gegenüber den Parteien stärken soll. So sollen sie auch in Berlin die Parteilisten verändern und KandidatInnen verschiedener Parteien wählen dürfen.
Sollen WählerInnen die Listen für die Wahl des Abgeordnetenhauses verändern dürfen? Sollen Sechzehnjährige wählen dürfen? Sollen MigrantInnnen wählen dürfen? Soll es eine Ersatzstimme geben? Auf der Republikanischen Vesper diskutieren wir bei Brot und Käse, Wasser und Wein über die Vorschläge von Mehr Demokratie für ein demokratischeres Wahlrecht in Berlin und analysieren die Hamburger Wahl. Denn dort wird vier Tage zuvor, am 24. Februar, die Bürgerschaft nach einem Wahlrecht gewählt, das in vielen Punkten diesen Vorschlägen entspricht.

Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie



28. 02. 2008

Ausstellungseröffnung

Vielfalt und Dialog. Die Geschichte des Hauses der Demokratie und Menschenrechte

Ausstellung vom 28. 2. bis 7. 4. werktags 10:00 - 17:00 & nach Vereinbarung | Robert-Havemann-Saal & Foyer

Im Januar 1990 nahmen die DDR-Oppositionsgruppen die Friedrichstraße 165 als Haus der Demokratie in Besitz. Aus der DDR-Oppositionsbewegung des Herbstes 1989 entstanden, ist das Haus, das seit 1999 als Haus der Demokratie und Menschenrechte im Prenzlauer Berg existiert, bis heute ein Bezugspunkt zivilgesellschaftlicher Bestrebungen geblieben.
Die Ausstellung zeigt die Geschichte dieses derzeit größten NGO-Hauses in Deutschland und gibt einen Einblick in den Alltag demokratischer Basisarbeit. Sie bietet Anstöße für eine Diskussion über den Platz alternativer Gruppen in der Gesellschaft – in der DDR, der Wendezeit und in der vergrößerten Bundesrepublik. Diese Gruppen sind darauf angewiesen, gesellschaftliche Unterstützung zu finden. Anders als die Inhaber staatlicher und privater Macht brauchen sie die öffentliche Diskussion für ihre Arbeit. So sind sie nicht nur Kritiker, sondern auch Kritisierte.

Veranstalter: Stiftung Haus der Demokratie



24. 02. 2008

Matinee

„... das nannte man asozial...“

70 Jahre Aktion Arbeitsscheu Reich - Kontinuitäten und Brüche - Wer ist nützlich, wer ist "minderwertig?"
Finnesage und Abschluss der Veranstaltungsreihe
mit Andrea Behrendt (Filmemacherin) und Aktivistinnen der Initiative für einen Gedenkort Uckermark

Das Mädchenkonzentrations- und spätere Vernichtungslager Uckermark, das in unmittelbarer Nähe zum Frauenkonzentrations-lager Ravensbrück liegt, ist bis heute ein weitgehend unbekannter Ort des nationalsozialistischen Terrors. Erst 1970 wurde es als Konzentrationslager anerkannt. Während des Nationalsozialismus wurde es verharmlosend als „Jugendschutzlager“ bezeichnet. Wir zeigen zwei Filme über das vergessene Lager, das eigens für Mädchen und junge Frauen errichtet wurde. Ein Haftgrund war die Stigma-tisierung als „Asoziale“, die auch nach Ende des Nationalsozialismus weiter wirkte.

„... das nannte man asozial...“ – Das Mädchenkonzentrations-lager Uckermark (17 min, 2006) gibt mit Zeitzeugeninterviews und Aufnahmen des heutigen Geländes eine Einführung darüber, was das Konzentrationslager Uckermark war.

Zwei Portraits von Zeitzeuginnen, die als sogenannte "Asoziale" vehaftet wurden (von Anita Köcke, 16 min).

Eintritt frei, Spenden erbeten – für die Errichtung eines Gedenkortes Uckermark.

Veranstalter: AK Marginalisierte – gestern und heute & Stiftung Haus der Demokratie



20. 02. 2008

„Was hat Hamburg nur mit euch Frauen gemacht?“

Filmvorführung und Diskussion im Rahmen der Veranstaltungsreihe
70 Jahre Aktion Arbeitsscheu Reich - Kontinuitäten und Brüche - Wer ist nützlich, wer ist "minderwertig"?

Der Titel des Films von Christine Kubielka, Dr. Christiane Rothmaler und Stefan Corinth ist das Zitat einer Fürsorgerin, die nach 1945 mit den Anträgen zur Aufhebung der Entmündigung befasst war. In Interviews beschreiben Zeitzeuginnen, wie die im „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ vom 14. Juli 1933 angegebenen Indikationen zur Zwangssterilisation ausgeweitet, wie willkürlich die Diagnosen vergeben wurden und wie unmöglich es für die Betroffenen war, dem Zugriff durch Medizin und Fürsorge zu entkommen. Selbst nach 1945 war es ihnen lange Zeit kaum möglich, sich von dem erlittenen Stigma zu befreien und in eine normale Existenz zurückzukehren.

Im Anschluss an den Film ist Gelegenheit zum Gespräch.

Veranstalter: AK Marginalisierte & Stiftung Haus der Demokratie



15. 02. 2008

Ein Reisebericht durch die ostdeutsche Transformationslandschaft

Neuland

Im September 2004 sorgte die Infragestellung der „Notwendigkeit gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen Regionen Deutschlands“ durch den Bundespräsidenten Horst Köhler für einen kurzen Aufruhr in den Medien des Landes. Nachhaltig jedoch sind die Probleme, mit denen sich heute zahlreiche Regionen konfrontiert sehen. Weiten Teilen Ostdeutschlands laufen die Menschen davon. Wenn aber „Gleichwertigkeit“ nicht mehr garantiert wird, könnte dann aus dem „Schattenreich der Globalisierung“ nicht auch ein „Neuland“ für Experimente, Lebens- und Arbeitsweisen jenseits bzw. parallel der aktuellen Vergesellschaftung entstehen? Oder ist der Verzicht darauf, „Westniveau“ zu erreichen, Zeichen der Resignation, der Anpassung an die Verhältnisse?

Daniel Kunle und Holger Lauinger haben mit dem Film „Neuland“ (D 2007) ein Diskussionsangebot vorgelegt. Seit über einem Jahr ziehen sie damit durch die Lande und diskutieren mit Betroffenen und Interessierten in Ost und West. An diesem Abend wollen auch wir uns an der Debatte beteiligen.

Veranstalter: Stiftung Haus der Demokratie



14. 02. 2008

Claudia von Gélieu im Gespräch mit Anita Prestes und Hans Coppi.

Geburtstag: 27. November, Geburtsort: Frauengefängnis Barnimstraße.

Das Berliner Frauengefängnis in der Barnimstraße verfügte über eine Geburtsstation. Während der NS-Zeit wurden dort mehrere hundert Kinder geboren.
Am 27.11.1936 brachte Olga Benario ihre Tochter Anita zur Welt, am 27.11.1942 Hilde Coppi ihren Sohn Hans.
Durch eine internationale Kampagne erreichte Anitas brasilianische Großmutter, Leocadia Prestes, dass ihre Enkelin an sie herausgegeben wurde und diese bei ihr und ihrer Tante Lydia im französischen bzw. mexikanischen Exil aufwachsen konnte. Olga Benario wurde 1942 in der Euthanasiemordanstalt Bernburg als Jüdin und Kommunistin vergast. Ihren Vater Luiz Carlos Prestes sah Anita erst 1945 zum ersten Mal. Anita Prestes ist anlässlich des 100. Geburtstages ihrer Mutter in Berlin.
Hans Coppi wuchs bei seinen Großeltern in Berlin auf. Sein Vater Hans Coppi wurde wenige Wochen nach der Geburt des Sohnes am 22.12.1942, die Mutter Hilde Coppi am 5.8.1943 in Plötzensee hingerichtet.
In dem Gespräch wird der Frage nachgegangen, wie das Schicksal ihrer Eltern und deren Ermordung das Leben von Anita Prestes und Hans Coppi prägten.


Eine Veranstaltung im Rahmen der Aktion
Ein Stolperstein für Olga Benario zum 100. Geburtstag

In der Galerie Olga Benario gab es schon lange die Idee, mit einem Stolperstein an ihre Namensgeberin zu erinnern. Zunächst gab es das Problem, dass es im Bezirk Neukölln noch keine Regelung für die Verlegung von Stolpersteinen gab. Nun konnte das Vorhaben gerade noch rechtzeitig zum 100. Geburtstag von Olga Benario am 12.2.2008 realisiert werden.
Am 10. Dezember 2007 hat Gunter Demnig in der Innstraße 24 in Neukölln den Stolperstein für Olga Benario verlegt.
In der Innstraße 24 war Olga Benario bereits am 30. September 1926 verhaftet worden. Anfang 1925 war sie als 16-Jährige aus ihrer Geburtsstadt München ins rote Neukölln gekommen, um hier im Kommunistischen Jugendverband mitzuarbeiten. In der Innstraße lebte sie mit ihrem Freund Otto Braun zusammen, der für den Sicherheitsapparat der KPD tätig war.
Am 11. April 1928 gelang es Olga Benario, die nach zwei Monaten auf Kaution aus der Untersuchungshaft freigelassen wurde, mit Unterstützung weiterer Genossen Otto Braun aus der U-Haftanstalt Moabit zu befreien. Mit dieser aufsehenserregenden Befreiungsaktion verhinderte sie den Hochverratsprozess, der im Mai 1928 gegen Braun und sie eröffnet werden und der zu einem erneuten KPD-Verbot führen sollte. Den beiden gelang die Flucht in die Sowjetunion. Von dort begleitete sie 1934 Luis Carlos Prestes nach Brasilien. Doch die Hoffnungen auf eine Revolution erfüllten sich nicht.
Olga Benario wurde 1936 an Nazi-Deutschland ausgeliefert. Ihre Tochter Anita Prestes musste sie im 27. November 1936 im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße zur Welt bringen. Dann wurde sie ins KZ-Lichtenburg verschleppt, 1939 ins KZ Ravensbrück. Im April 1942 wurde sie wegen ihrer jüdischen Abstammung zusammen mit anderen Frauen in der Gaskammer der Euthanasie-Mordanstalt Bernburg umgebracht. Seit 1984 erinnert die Galerie Olga Benario an die engagierte Kommunistin und Antifaschistin.

Die Inschrift des Stolpersteins für Olga Benario in der Innstraße 24 lautet:

HIER WOHNTE
OLGA BENARIO
JG. 1908
IN HAFT SEIT 1936
KZ RAVENSBRÜCK 1939
ERMORDET IN
’HEILANSTALT’ BERNBURG
APRIL 1942

8. Februar 2008 17 Uhr "Ein Leben für die Revolution", Dok.-Film von Galip Iytanir / 19 Uhr Gespräch mit Claudia v. Gélieu (Galerie Olga Benario), Museum Neukölln, Ganghoferstr. 3, Anmeldung Tel. 68 09 25 35

12. Februar 2008 17:00 Uhr Offizielle Einweihung des Stolpersteins: Kundgebung für Olga Benario. Eine gemeinsame Veranstaltung der VVN/VdA-Berlin und der Galerie Olga Benario, Innstr. 24 / Ecke: Donaustraße, anschl. Gespräch mit Anita Prestes in der Galerie Olga Benario, Richardstr. 104 (5 Min. von der Innstraße).

17. Januar 2008 19:30 Uhr Eröffnung der Ausstellung zum Leben und Wirken von Olga Benario in der Galerie Olga Benario, Richardstr. 104, Berlin-Neukölln, Nähe: U-Bahnhof Karl-Marx-Str.. Infos über weitere Veranstaltungen ab Januar unter www.Galerie-Olga-Benario.de oder telefonisch: 680 59 387 / 626 16 51

Veranstalter: Berliner VVN-BdA, Galerie Olga Benario & Stiftung Haus der Demokratie



31. 01. 2008

Republikanische Vesper

Hartz IV: Eine Zwischenbilanz

mit Solveig Koitz (Berliner Kampagne gegen Hartz IV), Simone Krauskopf (RAin, u.a. Beratung bei Mob e.V.) und Peter Grottian (Politikwissenschaftler). Moderation: Eckart Spoo (Redaktion Ossietzky).

Drei Jahre nach Inkrafttreten von Hartz IV: Betroffene berichten. Was dürfen sie, was ist ihnen verboten, welche Rechte haben sie noch? Wie kann man von und mit Hartz IV leben – oder auch nicht? Wie werden sie von den Behörden behandelt, was hat sich verändert in ihrem Leben und ihrer Umwelt? Gibt es spürbare Solidarität, gibt es Handlungsmöglichkeiten?

Zur Vesper gibt es Brot und Käse, Wasser und Wein.

Veranstalter: Humanistische Union, Internationale Liga für Menschenrechte, Redaktion Ossietzky, Republikanischer Anwältinnen- und Anwälteverein & Stiftung Haus der Demokratie



29. 01. 2008

Buchpräsentation

„Asoziale“ und „Parasiten“ in der DDR – Randgruppen im Sozialismus zwischen Repression und Ausgrenzung

70 Jahre Aktion Arbeitsscheu Reich - Kontinuitäten und Brüche – Wer ist nützlich, wer ist "minderwertig"?

mit Dr. Sven Korzilius. Moderation: Anne Seeck

Formen von Kleindelinquenz wie Bettelei, Prostitution, Verletzungen der Arbeitsdisziplin galten in der DDR als „asoziales“ Verhalten. Definition und Strafbewehrung des „Asozialen“ im DDR-Recht fußen in der protestantischen Arbeitsethik. Der enorme Anstieg der Anzahl von Verurteilten unter Honecker ist durch den zunehmenden Spaltungsprozess einer Gesellschaft zu erklären, in der das Strafrecht Mittel der Distinktion und Ausgrenzung wurde. Deshalb entwickelte sich eine Randgruppe von „Asozialen“.

Veranstalter: AK Marginalisierte - gestern und heute & Stiftung Haus der Demokratie



27. 01. 2008

Veranstaltungsreihe

70 Jahre Aktion Arbeitsscheu Reich - Kontinuitäten und Brüche – Wer ist nützlich, wer ist "minderwertig"?

++ 12:00 Uhr Ideologische Wurzeln der Vernichtung
Vortrag: René Talbot, Moderation: Sarah Heselhaus

Beschrieben wird die Rationalisierung der Aufklärung als eine wesentliche Quelle der Vernichtungsideologie der Ärzte-Nazis.


++ 14:15 Uhr Die Hempelsche
Erfahrungsbericht: Elvira Manthey, Moderation: René Talbot

Die Geschichte von Elvira Hempel wird erzählt. Als Tochter einer „asozialen“ Großfamilie wurde sie mit ihrer Schwester wegen „Schwachsinns“ in ein Heim gesperrt. Schon für das Gas selektiert, wurde sie wieder zurück-geschickt. Heute lebt sie als Elvira Manthey verheiratet in Lübeck. Als Zeitzeugin erzählt sie ihren Lebensweg und berichtet über ihren Kampf um Rehabilitierung und Entschädigung.


++ 16:00 Uhr „Herumtreiberei“ und „liederlicher Lebenswandel“ – Frauen im Zugriff von Fürsorge und Polizei im NS-Staat
Vortrag: Dr. Christa Schikorra, Moderation: Katja Limbächer

Die Rolle der Fürsorge zur „Verhinderung erbkranken Nachwuchses“, das Zusammenspiel von Kripo und Fürsorge bei der Verfolgung sogenannter Asozialer werden ebenso erörtert wie die Situation dieser Häftlinge in den Konzentrationslagern.

Film: Was hat Hamburg nur mit euch Frauen gemacht?
Der Film thematisiert die staatliche Fürsorge und ihre Folgen von der Weimarer Republik bis in die Gegenwart.


++ 19:00 Uhr Zur Rehabilitierung von „Asozialen“ und „Gemeinschaftsfremden“: Integration von sozial Ausgegrenzten - Was sind offene Fragen?

Podiumsdiskussion mit Elvira Manthey (Erfahrungen mit Entschädigungsansprüchen), Dr. Christa Schikorra (Tabu gebrochen - Stigma und Ausgrenzung. Ravensbrückerinnen erzählen.) Karl Stenzel, MdB Ulla Jelpke, Werena Rosenke. Moderation: Günter Saathoff

Veranstalter: AK Marginalisierte - gestern und heute & Stiftung Haus der Demokratie



26. 01. 2008

Veranstaltungsreihe

70 Jahre Aktion Arbeitsscheu Reich - Kontinuitäten und Brüche – Wer ist nützlich, wer ist "minderwertig"?

++ 10:30 Uhr, S-Bhf. Rummelsburg: Gedenken an "Asoziale" in den Rummelsburger Arbeitshäusern
Spaziergang mit Katrin Framke, Thomas Irmer, Lothar Eberhardt

Die Geschichte der Industrialisierung in Berlin begann im Stadt-gebiet Rummelsburg (Lichtenberg). Zwischen 1854 und 1859 entstanden dort Knabenwaisenhäuser, und ab 1874 wurden neunzehn bewachte Arbeitshäuser für 500 "asoziale" Menschen ohne Obdach gebaut. Das Gelände war und ist einseitig begrenzt von Industrieanlagen der IG Farben. Heute steht dort eine Werbetafel mit der Aufschrift „Arbeiten und Leben in der Rummelsburger Bucht“.


++ 14:00 Uhr Bettler und soziale Außenseiter im Nationalsozialismus
Vortrag: Dr. Wolfgang Ayaß, Moderation: Nicole Warmbold

Im Sommer 1938 verdoppelten sich in den Konzentrationslagern die Häftlingszahlen durch die Einlieferung von mehr als zehn-tausend als „asozial“ bezeichneten Männern. Hauptsächlich waren es Bettler, Landstreicher und mittellose Alkoholkranke, die durch die Kriminalpolizei verhaftet worden waren. Wolfgang Ayaß, zeigt im Buch:„‚Asoziale‘ im Nationalsozialismus“ Stationen der Ausgrenzung und Verfolgung dieser Menschen auf, die lange vor 1938 begann.


++ 16:00 Uhr Verfolgung wegen der Gesinnung
Vortrag: Frank-Uwe Betz

„Entschädigung ersetzt Aufklärung nicht. Erzwungene Rückkehr des Themas Zwangsarbeit“ titelte der express Nr. 11 1999. Neben Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschaftern werden auch andere, "auffällige" Personen wegen ihrer nicht zuzuordnenden Gesinnung vom Nazi-Staat verfolgt, darunter viele wegen „Asozialität“. Der junge Heinrich Pieper zum Beispiel fällt wegen groben Unfugs und Trunksucht den Ämtern und der Polizei auf. Am Ende kommt er zur Arbeitserziehung ins Konzentrationslager Dachau, wenig später war er tot.


++ 18:00 Uhr Anfänge und Brüche der Arbeitsverwaltung bis 1952. Ein kaum bekanntes Kapitel deutsch-jüdischer Geschichte
Buchpräsentation mit Dieter G. Maier. Moderation: Carsten Dannel

Die Arbeitsverwaltung beim Arbeitseinsatz von 1927 entwickelte sich durch ihren Umbau ab 1933 zu einer Lenkungs- und Repressionseinrichtung bis 1945.


++ 20:00 Uhr Ist das schon alles vergessen?
Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem das alles kroch.
Literarisch-musikalisches Programm mit Erika und Manfred Schulz

Veranstalter: AK Marginalisierte - gerstern und heute & Stiftung Haus der Demokratie



25. 01. 2008

Buchvorstellung* und Diskussion

Weltlicher Humanismus und Gewaltfreiheit
Kriegsdienste verweigern – Pazifismus aktuell. Libertäre und humanistische Positonen

Die Buchautoren Helga Weber und Wolfgang Zucht (Kassel), Harry Hoffmann und Wolfram Beyer werden anwesend sein. Sie sind aktiv u.a. im HerausgeberInnen-Kreis der Zeitschrift Graswurzelrevolution und der Internationale der Kriegsdienstgegner/innen (IDK).
Der Humanismus formuliert Positionen in freidenkerischer Form. Er stellt den Menschen als Natur- und Sozialwesen in den Mittelpunkt. Die Würde des Menschen ist Ausgangs- und Endpunkt des Denkens und Handelns, sowie seiner Einmaligkeit und Individualität. Dieser Humanismus ist nichtreligiös und beinhaltet sowohl atheistische wie auch agnostische Auffassungen.
Im Pazifismus ist der Leitgedanke die Ablehnung von Krieg und Gewalt und die Suche nach gewaltlosen Lösungen von zwischenstaatlichen Konflikten sowie die Überwindung von kriegerischen Ursachen in der Gesellschaft.
Das Buch (Textsammlung) „Kriegsdienste verweigern - Pazifismus aktuell“ will zum Handeln gegen Kriegsursachen ermutigen. In der Kritik stehen Staat und Militär, die christlichen Kirchen und andere religiöse Formen. (Eintritt frei)

* Kriegsdienste verweigern – Pazifismus aktuell. Libertäre und humanistische Positionen. (Textsammlung) Herausgegeben von Wolfram Beyer im Oppo Verlag Berlin 2007 – www.oppo-verlag.de

Veranstalter: Bibliothek der Freien, Internationale der Kriegsdienstgegner/innen e.V. (IDK) & Stiftung Haus der Demokratie



25. 01. 2008

Veranstaltungsreihe

Die Rolle der Verwaltung bei der Vernichtung „asozialen“ Lebens

70 Jahre Aktion Arbeitsscheu Reich - Kontinuitäten und Brüche – Wer ist nützlich, wer ist "minderwertig"?

Vortrag: Wolfgang Ratzel, Moderation: Anne Seeck

Der ärztliche Massenmord von 1938 bis 1945 nahm die Eliminierung „lebensunwerten Lebens“ zum Vorwand. Darunter fielen auch sogenannte Asoziale. Arbeitszwang wurde als Mordmethode eingesetzt. Quellendokumente wie Verfügungen, Einweisungen und Erlasse belegen, wie die Verwaltungen (Gemeindetage, Sozial- und Arbeitsämter), die NSPAP und die SS die Verfolgungs- und Vernichtungsaktionen „Asozialer“ vorbereitet haben.

Veranstalter: AK Marginalisierte - gestern und heute & Stiftung Haus der Demokratie



23. 01. 2008

Eröffnung der Veranstaltungsreihe

70 Jahre Aktion Arbeitsscheu Reich - Kontinuitäten und Brüche – Wer ist nützlich, wer ist "minderwertig"?

++ Gestern, heute, morgen

Am 26.01.2008 erinnern wir an die Opfer der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ im NS-Staat. Die Aktion „Arbeitsscheu Reich“ markiert den Höhepunkt der „Asozialenverfolgung“ im Nationalsozialismus. Seit 1938 drängten die Wohlfahrtsämter die Polizeibehörden geradezu zur Verhaftung von „Asozialen“. An die Stelle der Schikanen und der Vertreibung von Bedürftigen traten ihre Erfassung und Vernichtung. Die Sozialutopie von der endgültigen Beseitigung abweichenden Verhaltens wurde in die Tat umgesetzt. Die Aktion „Arbeitsscheu Reich“ war dabei das bedeutendste Einzelereignis der NS-Politik gegen „Asoziale“. Nach dem Erlaß vom 26.01.1938 folgten eine Gestapoaktion am 21.04.1938 und eine Kriminalpolizeiaktion am 13.06.1938. Zirka 20.000 „Asoziale“ wurden in die Konzentrationslager eingeliefert. Straftäter, Trinker, Prostituierte und Heimzöglinge galten als „asozial“. Sie trugen den schwarzen Winkel. Als „Asoziale“ standen sie ganz unten in der Hierarchie. Nach dem Krieg wurden sie vom Bundesentschädigungsgesetz ausgeschlossen: Erst 1987 richteten Bund und Länder für die vergessenen Opfer wie für Roma und Sinti, Homosexuelle und Wehrmachtsdeserteure einen Härtefonds ein. Der Gruppe der als „asozial“ verfolgten Menschen fehlt jedoch bis heute eine Lobby.


++ 19:00 Wohnungslose im Nationalsozialismus
Ausstellungseröffnung

Moderation: Lothar Eberhardt
Musik: mit Bruno S. (Straßenmusiker)

Wieviele Bettler und Landstreicher, ab 1938 auch als "Nichtseßhafte" bezeichnet, in Konzentrationslager eingeliefert wurden, lässt sich nicht genau feststellen. Experten schätzen die Zahl auf über 10.000. Häftlinge aus der Kategorie der sog. "Asozialen" blieben in Ost- und Westdeutschland von Entschädigungszahlungen ausgeschlossen. Erst in den letzten Jahren sind Entschädigungszahlungen in einigen Bundesländern über Härterfallregelungen möglich. Für die Überlebenden dürfte dies in der Regel zu spät gewesen sein: Das durchschnittliche Geburtsjahr der 1938 bei der "Aktion Arbeitsscheu Reich" Verhafteten war 1900.
Zum Gedenken an die wohnungslosen Männer und Frauen, die in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur als sogenannte "Asoziale" verfolgt worden sind, hat die BAG Wohnungslosenhilfe e.V. eine Ausstellung erstellt.

++ Ausstellung vom 23.01. - 24.02.2008 werktags 10-17 Uhr und nach Vereinbarung | Robert-Havemann-Saal & Foyer

++ 20:00 Uhr Arbeitszwang in der Geschichte – Arbeitshaus, Bettelvoigt und Tretmühle
Vortrag: Claudia von Gélieu, Moderation: Anne Allex
Der Arbeitszwang hat Geschichte. Bereits seit dem Mittelalter gibt es viele Beispiele. Arbeitszwang erfährt in der NS-Zeit seine grausame Zuspitzung.

Veranstalter: BAG Wohnugslosenhilfe, Aktives Museum, „AK Marginalisierte - gestern und heute“ & Stiftung Haus der Demokratie



18. 01. 2008

Abschlussveranstaltung zur Ausstellung im Rahmen der Kampagne de-fence

Kein Mensch ist illegal: Perspektiven in Berlin

mit Canan Bayram (Rechtsanwältin und frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion in Berlin, Mitglied im Fachausschuss Inneres und Recht), Katrin Lompscherm (Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz des Berliner Senats, DIE LINKE.), Benedikt Lux (flüchtlingspolitischer Sprecher BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Berlin), Günter Piening (Integrationsbeauftragter des Berliner Senats), Burkhard Bartholome, Büro für medizinische Flüchtlingshilfe Berlin. Moderation: Ysabel Vornhecke (Büro für medizinische Flüchtlingshilfe Berlin)

Im Integrationskonzepts des Berliner Senats wird angekündigt, bis zum
Jahresende 2007 die Einrichtung eines Fonds zur medizinischen Versorgung Illegalisierter politisch zu unterstützen.
Ein Fonds ist ein mögliches Modell zur strukturellen Verbesserung der
medizinischen Versorgung. Wie weit sind hier die Pläne? Welche Modelle der Finanzierung sind im Gespräch? Orientiert sich Berlin am Münchener Modell, wo der Fonds ausschließlich aus privaten Spenden gespeist wird? Was spricht für, was gegen die Einrichtung eines solchen Fonds? Welche Alternativen gibt es? Welche Handlungsspielräume haben Senat und kommunale Verwaltung?

Veranstalter: Bündnis 90 / Die Grünen Berlin, Büro für mdizinische Flüchtlingshilfe & Stiftung Haus der Demokratie



17. 01. 2008

Kein Mensch ist illegal - Programm zur Ausstellung im Rahmen der Kampagne de-fence

Migrantinnen in der Haushaltsarbeit:
Arbeitsrechte und politische Strategien zu ihrer Durchsetzung

Viele Frauen, die als Migrantinnen in der Bundesrepublik leben, sind in Privathaushalten beschäftigt. Sie pflegen und betreuen Kinder,
ältere und andere pflegebedürftige Menschen. Sie sind mit Putzen und anderen Aufgaben im Haushalt betraut. Unabhängig davon, ob sie einen Aufenthaltstitel haben, finden viele Frauen mit Migrationshintergrund vor allem in diesen Beschäftigungen einen Zugang zum Arbeitsmarkt.

Ein Ziel von Respect ist es, die Arbeit von Migrantinnen und anderen Frauen im Haushalt in die öffentliche Debatte einzubringen und die fehlende gesellschaftliche Anerkennung dieser Arbeiten zu problematisieren. Respect engagiert sich für die Durchsetzung von Arbeitsrechten und anderen sozialen Rechten, die unabhängig vom Aufenthaltsstatus bestehen, und fordert darüber hinaus eine allgemeine Legalisierung von Migrantinnen und Migranten in Deutschland.

In der Veranstaltung werden Vertreterinnen und Vertreter von Ver.di und anderen Gruppen und Organisationen, die illegalisierte Migrantinnen und Migrantinnen in prekären Beschäftigungsverhältnissen aufsuchen oder in denen sie engagiert sind, über ihre Arbeit berichten. Sie diskutieren ihre Ansätze zur Durchsetzung von Rechten von MigrantInnen.

Mit Franziska Bruder (Organiserin, ver.di), Jürgen Stahl ( Gewerkschaftssekretär, ver.di, Fachbereich Besondere Dienstleistungen Berlin-Brandenburg), Beata Waldek (DGB Ausländerberatungsstelle Berlin), Barbara Miranda (Respect Berlin).

Veranstalter: respect Berlin & Stiftung Haus der Demokratie



10. 01. 2008

Kein Mensch ist illegal - Programm zur Ausstellung im Rahmen der Kampagne de-fence

Blick nach Europa
Vorstellung der PICUM-Berichte zur Situation der „undocumented
migrants“ in 11 verschiedenen Ländern Europas

Exemplarischer Bericht zur Situation in Italien.
Dort übernehmen Staat bzw. Kommune die notwendige ambulante oder stationäre Behandlung (auch chronischer) Erkrankungen. Schwangere und Kinder sowie Patient/innen mit Infektionskrankheiten werden behandelt wie die italienische Bevölkerung. Die Weitergabe von Informationen an die Polizei oder die Einwanderungsbehörde
ist verboten.

PICUM (Platform for International Cooperation on Undocumented
Migrants) verfolgt das Ziel, die sozialen Grundrechte „undokumentierter Migrant/innen“ in Europa zu stärken und zu schützen.

Veranstalter: PICUM, Büro für medizinische Flüchtlingshilfe Berlin & Stiftung Haus der Demokratie


 

 

 Veranstaltungen

Mo, 06. 09. um 16:00
Öffentliche Ausstellungsführung

Der kurze Herbst der Utopie - 1989

mehr...

Fr, 10. 09. um 19:00
Vortrag und Diskussion

Hinrichtungen als politische Waffe in der Islamischen Republik Iran

mehr...

Mo, 13. 09. um 16:00
Öffentliche Ausstellungsführung

Der kurze Herbst der Utopie - 1989

mehr...


Das ganze Programm...